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Viele Leute legen mittlerweile Wert darauf, Plastik zu vermeiden. Bei Gemüse im Supermarkt zum Beispiel: Lieber eine Gurke ohne Plastik-Verpackung kaufen als eine verpackte Gurke... oder?

Das Bewusstsein für umweltfreundliches Einkaufen ist bei vielen Menschen gewachsen. Der Blick vor allem auf Plastik und Plastikverpackungen gehört im Supermarkt mittlerweile dazu.

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Plastik als Schutzschicht auf Transportwegen

Nun heißt es aber: Eine eingeschweißte Gurke sei insgesamt sogar umweltfreundlicher als eine Gurke, die unverpackt im Regal liegt. Die Begründung: Unverpackte Gurken seien schlechter geschützt und würden durch den Transport schneller beschädigt. So würden viel mehr Gurken weggeworfen, wenn sie nicht verpackt sind. Unterm Strich sei damit die Ökobilanz einer Plastik-Gurke damit sogar besser als von unverpackten, nackten Gurken.

Aber stimmt das wirklich? Wir haben nachgefragt, bei Dominik Bartoschek in der SWR-Umweltredaktion.

Plastik oder unverpackt: ein echtes Einkaufs-Dilemma

Seine Antwort: Es ist eine schwierige Abwägung. So einfach ist das mit dem Berechnen der Ökobilanz nämlich nicht. Das ist eine komplizierte Rechnung, in die viele verschiedene Faktoren reinspielen: Wie weit ist der Transportweg, wie viel Müll wird produziert, wie viel Energie für die Herstellung der Verpackungsmaterialien benötigt?

Die Vorteile der Plastik-Gurke

  • Die eingepackten Gurken verlieren weniger Flüssigkeit. Sie verderben nicht so schnell, matschen nicht so schnell an und der Handel muss nicht so viele wegwerfen. Also, weniger Müll.
  • Das Plastik hilft damit tatsächlich, Ressourcen einzusparen beziehungsweise Gemüse-Müll zu vermeiden.

Die Nachteile der Plastik-Gurke

  • Nun macht das Plastik aber selbst auch wieder Müll – nämlich Plastikmüll.
  • Je nach Entsorgung kann das Plastik recycelt werden oder eben auch nicht. Plastik, das irgendwo in der Umwelt landet, wäre natürlich der Supergau der Ökobilanz.

Das Fazit des SWR-Umwelt-Experten

Dominik Bartoschek sagt: Es gibt keine eindeutige Antwort, welche Gurke garantiert besser ist. Jedenfalls nicht, solange wir als Kunden erwarten, dass der Handel das ganze Jahr über jedes Gemüse verkauft. Also auch solches, das zur Zeit überhaupt keine Saison hat, bei uns nicht wächst und damit überhaupt erst durch weite Transportwege zu uns kommen muss.

Der Tipp für den Gemüse-Einkauf

Am besten Gurken – und jedes andere Gemüse – nur dann kaufen, wenn es Saison hat. Also, wenn es die Lebensmittel von heimischen Feldern und Gewächshäusern gibt. So wären sie schneller im Laden und müssten gar nicht erst mit Folie vor dem Verderb geschützt werden.

Die Frage sollte eigentlich nicht lauten: „Soll ich Gurken kaufen, die eingeschweißt sind?“ Sondern: „Muss ich jetzt im Februar überhaupt Gurken kaufen, oder geht’s nicht vielleicht auch ohne...?“

Zu dieser Zeit haben Gurken in Deutschland Saison

Im März und April fängt es so langsam an, da gibt es ein geringes regionales Angebot von Gurken im Handel. So richtig Hochsaison ist dann von Mai bis September. Im Oktober kann es auch noch Gurken aus Deutschland geben, vereinzelt sogar noch im November. Als sogenannte Lagerware gibt es Gurken nicht. Denn anders als Äpfel können sie nicht noch monatelang in Lagerräumen ohne Qualitätsverlust liegen bleiben.

Wann haben welche Gemüse- und Obstsorten Saison?