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Umweltfreundlich und plastikfrei – bei Putzmitteln aus dem Supermarkt ist das fast unmöglich. Wie wär's mit Selbermachen? Wir haben drei Rezepte getestet: Universal-, WC- und Abflussreiniger.

Tschüss, völlig überfüllter Putzmittelschrank!

Bei vielen zu Hause ist der Putzmittelschrank gefüllt mit einer Armada an Flaschen, für jede Spezialanwendung eine eigene Wunderwaffe: fürs Bad, hier noch einmal extra fürs Klo, für die Küche, für die Fenster, für den Abfluss … Das ist in den meisten Fällen unnötig.

Außerdem sorgt jede Flasche Putzmittel für Verpackungsmüll. Dabei kann man das Meiste selbst zusammenmixen und sich dabei auch noch ein bisschen wie im Chemieunterricht fühlen.

Drei Rezepte: Putzmittel zum Selbermachen

Universalreiniger

Der Universalreiniger ist eigentlich für alle glatte Flächen geeignet: Fliesen, Becken, Fensterscheiben. Nur bei säureempfindlichen Materialien wie Marmor solltest du aufpassen. So stellst du deinen Essigreiniger umweltschonend selbst her – mit angenehmem Duft:

  • Sammle eine gute Handvoll Schalen von Orangen, Zitronen oder Mandarinen.
  • Gib sie in eine Glasflasche (z.B. eine leere Milchflasche).
  • Essigessenz (Vorsicht, der Säuregehalt liegt bei 25 Prozent!) mit Wasser im Verhältnis 1:4 mischen, also beispielsweise 200 ml Essigessenz mit 800 ml Wasser. Nimm alternativ einfach hellen Haushaltsessig, ohne ihn mit Wasser zu verdünnen.
  • Die Zitrusschalen mit dem Essig(-wasser) aufgießen und die geschlossene Glasflasche ein paar Tage stehen lassen. Die Flüssigkeit nimmt immer mehr die Farbe der Zitrusfrucht an.
  • Danach die Flüssigkeit einfach durch einen Kaffeefilter geben und so von Schwebeteilchen befreien.
  • Zum Schluss einfach einen guten Spritzer Spüli dazu – fertig!

Du kannst den Reiniger je nach Bedarf noch weiter verdünnen.

Essig und Essigessenz gibt es in Drogerien und Supermärkten, allerdings auch hier teilweise in Plastikflaschen. So richtig sinnvoll ist das Selbermachen natürlich nur, wenn du auch hier schon darauf achtest, Produkte in Glasflaschen zu kaufen.

22 Euro für eine Flasche Shampoo oder Spülung vom Friseur oder doch lieber die günstigen Drogerie-Markt-Produkte? Für viele Frauen keine leichte Entscheidung – schließlich will man mit dem eigenen Körper auch nicht nur geizig sein. Tests zeigen aber: teuer ist nicht gleich gut.

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WC-Reiniger

Fast jeder hat einen WC-Reiniger zu Hause, der mit einer Art Schwanenhals unter den Toilettenrand kommt. So eine Verpackung beim nächsten Mal nicht wegschmeißen, sondern mit selbstgemachtem Reiniger befüllen:

  • 100 ml Wasser für die längere Haltbarkeit abkochen und abkühlen lassen. Sobald das Wasser wieder kalt ist, 2 EL Zitronensäure (gibt es in Pulverform in Drogerien und Supermärkten) einrühren, bis sich die Kristalle alle gelöst haben. Wichtig: Zitronensäure nicht in heißes Wasser geben, weil sie sich dann chemisch verändert und nicht mehr löslich ist. Am Ende ca. 10-15 ml Spülmittel zugeben.
  • 2 EL Speisestärke (Maisstärke) in 500 ml Wasser einrühren und die Flüssigkeit unter Rühren aufkochen. Auch hier die Mischung auf mindestens 40°C abkühlen lassen. Die Flüssigkeit wird trüb und zäh.
  • Beide Flüssigkeiten miteinander vermengen und in eine Flasche füllen.
  • Bei Bedarf mit Lavendelöl oder einem anderen Duft pimpen.

Abflussreiniger

Wenn der gute alte Pömpel bzw. die Saugglocke nicht mehr hilft, greift man schnell zur Chemiekeule. Aber Abflussreiniger sind – abgesehen vom Verpackungsmüll – oft ziemlich umweltunfreundlich. Versuch es doch beim nächsten Mal so:

  • 4 EL Natron (gibt es im Drogeriemarkt oder in der Apotheke) oder 4 EL Backpulver in den verstopften Abfluss geben.
  • Ca. eine halbe Tasse Essigessenz hinterher kippen. Jetzt müsste es im Abfluss ordentlich sprudeln. Aber Vorsicht! Der Säuregehalt von Essigessenz liegt bei 25 Prozent, und Essig reagiert mit Natron bzw. Backpulver. Es kann also spritzen. Deshalb: Abstand halten und die Augen schützen!
  • Wenn das Sprudeln aufgehört hat, mit heißem Wasser nachspülen.
  • Es kann sinnvoll sein, danach auch nochmal mit der Saugglocke nachzulegen.

Auch hier gilt: Die Essigessenz am besten in der Glasflasche kaufen. So hast du auch hier Plastikmüll gespart.

Autor
Sarah Weiss