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Rebecca Rodrian
SWR3-Moderatorin Rebecca Rodrian; Foto: SWR / Alina Schröder
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Die Strompreise werden 2020 teurer. Ein Anbieterwechsel kann helfen, nicht unnötig noch mehr Geld auszugeben. Und der Wechsel ist ganz einfach, wir erklären ihn in vier Schritten.

Im Internet gibt es viele Wechseldienstleister, die einen dabei unterstützen, den Anbieter zu wechseln. Gerade jetzt, wo die Strompreise ansteigen, ist das natürlich für viele interessant. Dabei sind solche Plattformen eigentlich gar nicht nötig, das kannst auch ganz leicht selbst machen. Und es ist wirklich ganz schnell erledigt, versprochen!

Neue Preise, neue Gesetze: Das ändert sich 2020

In vier einfachen Schritten den Stromanbieter wechseln

Schritt 1: Die Eckdaten

Nimm dir die letzte Stromrechnung und check sie darauf, wann du kündigen kannst. Achte auch auf die Vertragslaufzeit. Grundsätzlich kannst du unter Einhaltung der Kündigungsfrist immer bis zum Ende der Vertragslaufzeit wechseln. Außerdem brauchst du deine Postleitzahl und den jährlichen Verbrauch. Der steht auch auf der Stromrechnung.

Schritt 2: Der Vergleich

Jetzt suchst du dir ein Vergleichsportal. Da kannst du die Daten eingeben.

Empfehlung der Verbraucherzentralen:

  • Mit Voreinstellungen wie „Bonus“ etwas rumprobieren und die „Kundenempfehlungen“ deaktivieren.
  • Außerdem auch Tarife anzeigen lassen, die man nicht direkt über das Portal wechseln kann.
  • Gut sind auch Vertragsbedingungen mit einer Laufzeit von maximal 12 Monaten und einer Folgelaufzeit- und Kündigungsfrist von einem Monat.

Tipp: Ein Stromtarif besteht meist aus einem monatlichen Grundpreis plus Arbeitspreis, berechnet pro verbrauchter Kilowatt­stunde. Stiftung Warentest gibt die Faustregel aus: Ein Tarif mit niedrigerem Grundpreis ist oft gut für Singles geeignet. Haushalte mit höherem Verbrauch profitieren eher bei einem niedrigem Arbeits­preis.

Schritt 3: Der neue Tarif

Das passende Angebot gefunden? Super. Dann einfach gucken, ob sich das mit der Webseite des Anbieters deckt. Mache einen Screenshot des Angebots, damit kannst du alle Daten später mit der Auftragsbestätigung vergleichen, ob auch wirklich alles passt. Der neue Tarif ist abgeschlossen. Der neue Anbieter wird den bisherigen Vertrag für dich kündigen, wenn du ihm dafür eine Vollmacht erteilst. Wenn es zeitkritisch ist, dann besser selbst kündigen.

Schritt 4: Zählerstände übermitteln

Am Tag des Anbieterwechsels den Zählerstand ablesen und dem Netzbetreiber mitteilen. Die melden sich aber meist von allein. Fertig!

Strompreise: Gut zu wissen!

Übrigens: Experten gehen davon aus, dass der Strompreis sich auch nach den Kunden richtet und wir mit einem Wechsel indirekt dazu beitragen können, dass es nicht ewig teurer wird.

Natürlich haben auch Verbraucher einen Einfluss auf das Preisniveau. Denn je höher die Wechseltätigkeit der privaten Verbraucher ist, umso eher überlegt sich auch ein Stromversorger, ob er jede Strompreiserhöhungswelle mitmacht oder nicht.

Hans Weinreuter, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zum SWR Marktcheck

Und: Für den Preis spielt es keine Rolle, wo mein Strom herkommt. Aus Atomstrom oder von grünen Anbietern. „Das ist nicht entscheidend. Es hängt tatsächlich vom einzelnen Tarif ab. Es gibt Ökostromtarife, die günstiger sind als manche konventionelle. Aber auch Anbieter wie Vattenfall, die in Deutschland – noch – Kernkraftwerke betreiben, erscheinen bei günstigen Anbietern oft weit oben im Ranking“, sagt Michael Herr aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.