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Raphael Pi Permantier
Raphael Pi Permantier; Foto: SWR3
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Jede Supermarktkette hat ihren ganz speziellen Begriff für ihre „Edelprodukte“: De Luxe, Exquisit, Premium,… Es scheint, als seien diese Produkte etwas ganz besonderes. De Luxe ist aber oft nur der Preis und nicht der Inhalt.

Kurt Meier ist Sparratgeber und zeigt gemeinsam mit seinem Kollegen Uwe Glinka, wie man günstig leben und kochen, und sich auch mit wenig Geld gesund und ausgewogen ernähren kann. „Die Supermarktketten nutzen das aus, dass wir – gerade auch vor Weihnachten – gestresst sind“, sagt er im SWR3-Interview. „Da ist jeder froh, wenn er seinen Einkaufszettel abgearbeitet hat.“ Oft lohne sich aber der genaue Blick aufs Produkt, denn beim Lebensmitteleinkauf kann ganz schön gespart werden – wenn man ein bisschen Zeit mitbringt.

Nicht von der Optik täuschen lassen!

Oftmals würden Bezeichnungen wie Premium oder Exquisit dem Verbraucher suggerieren, dass da ein ganz besonders tolles Produkt vorliegt. So von wegen: 'Wenn du das kaufst, dann machst du nichts verkehrt!' Die Marketingexperten lachen sich dabei ins Fäustchen. Denn angeblich sind wir Verbraucher bereit mehr Geld auszugeben, wenn das Produkt „edel“ aussieht. „So ein fettes Premiumprodukt in einem fetten Glas oder mit einem fetten Aufdruck drauf, das macht natürlich einiges her“, sagt Meier.

Preisfalle 1: Das Orangen-Beispiel

Es gibt zum Beispiel Orangen der Sorte Navalate. „Die gibt es einmal in relativ schlichter Verpackung und ein paar Meter weiter sind die Beutel mit fettem Premiumetikett versehen. Da ist auch noch ein Sternekoch drauf“, so der Spar-Profi. Wenn man sich mal die Mühe mache und die beiden Orangenetze miteinander vergleiche, würde man schnell erkennen, dass es keine Unterschiede gibt. „Sie kommen beide aus Spanien, sie sind beide erste Wahl und haben beide die Größe 5 oder 6. Es sind die identischen Orangen, nur in unterschiedlicher Verpackung und mit unterschiedlichem Preis“. Glatte 100% mehr müsse man für das angebliche „Premiumprodukt“ hinlegen.

Preisfalle 2: Das Leberwurst-Beispiel

„Was Ähnliches ist uns auch bei Leberwurst aufgefallen.“ Eine Verpackung wurde mit einem dicken „De Luxe“ versehen. Die exakt gleiche Leberwurst, gleicher Hersteller, gleiche Zutaten, nur unterschiedliche Verpackung, lag laut Meier nur ein bisschen weiter entfernt. „Wir haben beide Sorten gekauft und probiert. Es war kein Unterschied zu schmecken.“

Lediglich die Verpackung ist unterschiedlich. Die will ich aber nicht essen.

Preisfalle 3: Das Honig-Beispiel

Klaus Meier erzählt weiter, dass es zum Beispiel einen teuren Bergblütenhonig aus Mexiko gibt und einen simplen und einfach abgefüllten Honig, der Marleneblütenhonig. „Wenn man sich die Zutatenliste der beiden genauer ansieht, stellt man fest, dass sowohl die Zutaten gleich sind, als auch die Nährwerte.“

Bei Käse- und Wurstwaren könne man auch über den Hersteller herausfinden, was in der Verpackung drin ist. Die Hersteller seien dazu verpflichtet, eine Veterinärkontrollnummer aufzudrucken. „Das ist eine DE-Nummer für Deutschland. Wenn die Nummer bei zum Beispiel zwei Käsesorten die gleiche ist, dann weiß man schon mal, dass es ein und derselbe Hersteller ist und wenn dann auch noch die gleichen Zutaten drin sind, kann man davon ausgehen, dass die Premium-, De-Luxe- oder was auch immer Variante, genau das gleiche Produkt enthält, wie die 'No-Name-Verpackung'.“

Es lohnt sich mehr Zeit einzuplanen

Vielen Leuten sei es einfach egal, was es kostet, so der Sparprofi. Schlussendlich entscheide ja der Verbraucher, was er aufs Band lege. „Wenn man ein bisschen Zeit aufbringt, kann man aber auf alle Fälle sparen.“ 50 Prozent seien Standard. Es gäbe auch durchaus Produkte, die bis zu 300 Prozent teurer wären, das sei zum Beispiel bei Gewürzen so. Es lohnt sich also allemal zu vergleichen und ein paar Schritte mehr durch den Supermarkt zu gehen.