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Bei Versicherungen gilt: Immer genau überlegen, ob man die Versicherung wirklich braucht. Wenn es ums Reisen geht, versichern wir eher zu viel. Aber welche Versicherung ist wirklich sinnvoll? Welche kannst du dir eher sparen?

1. Auslandskrankenversicherung

Krank sein im Urlaub ist doof und kann kostspielig werden, zum Beispiel, wenn man ins Krankenhaus muss. Die Auslandskrankenversicherung ist der wichtigste Schutz, vor allem wenn man außerhalb der EU unterwegs ist. Hier ist ein Jahresvertrag sinnvoll, der für mehrere Reisen im Jahr gilt. Die Versicherung ist schon für unter 10 Euro zu haben. Unbedingt aber in den Bedingungen prüfen, wie lange der Schutz pro Reise gewährleistet ist.

Innerhalb der EU und in einigen anderen Ländern hat man als gesetzlich Versicherte/r Anspruch auf medizinisch notwendige Leistungen. Auf der Rückseite der normalen Krankenversicherungskarte ist inzwischen die europäische Krankenversicherungskarte enthalten. Damit kann man im EU-Ausland Behandlungen regeln. Die eigenen persönlichen Daten sind schon drauf gespeichert und in den Ländern einheitlich aufgebaut. Mehr Infos, für welche Länder die Krankenversicherung gilt, hat das Bundesgesundheitsministerium zusammengefasst.

Tipp: Für Fernreisen ist die Auslandskrankenversicherung besonders wichtig! Aber auch bei Reisen innerhalb der EU ist sie sinnvoll, zum Beispiel wenn man im Notfall bei einem Privatarzt landet. Außerdem zahlt die gesetzliche Kasse den Rücktransport nach Hause nicht, die meisten Auslandskrankenversicherungen aber schon. Darauf achten! Außerdem: Preis/Leistung sind teilweise sehr unterschiedlich. Wer vergleicht, vermeidet unnötig teure Anbieter.

2. Reiserücktrittsversicherung

Ein Reiserücktrittsversicherung lohnt sich, wenn es sich um eine länger geplante und teure Reise handelt. Auch für den Urlaub mit Kindern kann sie sinnvoll sein. Tipp: Wer sich für eine Reiserücktrittsversicherung entscheidet, sollte drauf achten, dass auch gezahlt wird, wenn man eine Reise vorzeitig abbrechen muss. Und das sollte auch gelten, wenn es um Angehörige, Mitreisende oder Lebenspartner geht.

Dinge wie Hotelzimmer, Ferienwohnungen oder Mietwagen lassen sich oft noch sehr kurzfristig kostenlos stornieren. Gerade bei kürzeren Reisen mit dem eigenen Auto ist eine Rücktrittsversicherung also meist weniger wichtig.

Tipp: Stornieren geht bei Reisen immer, allerdings fallen dafür unterschiedlich hohe Kosten an. Bei einigen Reiseveranstaltern liegen die Rücktrittskosten bis 30 Tage vor Reiseantritt bei „nur“ 20 Prozent. Gerade bei kürzeren Reisen tut der Betrag dann zwar auch weh, ist aber vermutlich gerade noch zu verschmerzen. Je näher das Abreisedatum, desto höher die Kosten für den Rücktritt.

3. Reisegepäckversicherung

Die Gepäckversicherung ist in der Regel verzichtbar. Sie kostet relativ viel und bietet oft nur geringen Schutz. Außerdem muss man so gut auf sein Gepäck achten, dass man die Versicherung vermutlich ohnehin nicht braucht.

Wenn Fluglinien das Gepäck verbummeln, gelten Schadenersatzansprüche und die Fluglinien unterstützen den Reisenden mit einer Erstausstattung. Außerdem taucht ein großer Teil der Gepäckstücke nach ein paar Tagen wieder auf.

Tipp: Hausratsversicherung prüfen! Laut der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz sind bei Verträgen ab 1992 viele Dinge, die sich im Reisegepäck befinden, über die Hausratsversicherung abgedeckt. Die Versicherung zahlt aber nur, wenn das Gepäck aus einem Gebäude geklaut wurde oder durch Sturm kaputt gegangen sind.


Autor
Christine Langer
Autor
SWR3