Autor
Nils Dampz
Dampz, Nils; Foto: SWR3
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Nur noch wenige Tage bis zu den Sommerferien. Warum nicht einfach die Kinder etwas früher aus dem Unterricht nehmen, sagen sich da manche Eltern: billigere Flüge, weniger Staus. Doch Vorsicht: Das kann teuer werden.

Mit dem Ferienstart kommt meistens auch gleich der Stress. Die Straßen sind verstopft, besonders am Freitag, und die Flughäfen voll. Manche Eltern sagen sich da: Lasst uns das Kind einfach ein oder zwei Tage VOR den Ferien aus der Schule nehmen. Schließlich passiert da nicht mehr viel außer Filme zu gucken – die Noten sind schließlich vergeben.

Doch was verlockend klingt, ist genau genommen eine Ordnungswidrigkeit, für die Eltern teilweise hohe Strafen zahlen müssen. Schule schwänzen kann mehrere hundert Euro kosten.

Keine speziellen Urlaubskontrollen

Die Bundespolizei macht an Bahnhöfen oder Flughäfen vor den Ferien zwar nicht gezielt Jagd auf Schulschwänzer, doch bei den Passkontrollen wird in diesen Tagen schon etwas genauer geschaut. Wer als Schüler am Freitagvormittag erwischt wird und keine schriftliche Genehmigung der Schule dabei hat, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Wir müssen CO₂ einsparen, um das Klima zu schützen. Aber gerade wenn es um Urlaub geht, tun wir uns besonders schwer. Fliegen ist einfach so praktisch – gleichzeitig aber besonders umstritten. Und da fängt die Idee des klimaneutralen Reisens an. Aber wie geht das überhaupt?

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Wie teuer Schwänzen genau wird, hängt von der Stadt ab

Wie hoch die Bußgelder sind, entscheidet jede Stadt für sich. In Heidelberg sind es mindestens 100 Euro pro verpasstem Schultag, in Stuttgart 150 Euro, in Karlsruhe mindestens 200 Euro. Dabei ist es egal, ob vor oder nach den Ferien geschwänzt wird. Wenn Schüler in Rheinland-Pfalz zum Beispiel nicht pünktlich zurück sind, müssen Eltern im schlimmsten Fall bis zu 1.500 Euro zahlen. Bei Kindern ab 14 Jahren zahlen nicht mehr die Eltern, sondern die Schüler selbst.

Und wenn es nicht anders geht?

Natürlich gibt es auch Fälle, bei denen es für die Eltern möglich ist, die Kinder vom Unterricht zu befreien, zum Beispiel bei wichtigen sportlichen Wettkämpfen oder Trauerfeiern.

In so einem Fall sollte man als Eltern direkt mit der Schule Kontakt aufnehmen. Ein reiner Anruf reicht allerdings nicht: Anträge müssen schriftlich und vor allem rechtzeitig, das heißt einige Tage vorher, eingereicht werden.