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Mit nur vier Cent mehr würde sich die Qualität des Schulessens verbessern lassen, behauptet eine Studie. In einer Schule in SWR3Land funktioniert das jetzt schon – sogar noch günstiger. SWR3-Reporter haben sich angeschaut, wie das funktioniert.

Deutschlandweit haben mehr als drei Millionen Schüler und Schülerinnen von Ganztagsschulen Anspruch auf ein Mittagessen in der Schule. Die Qualität erreicht allerdings nicht die Standards, welche die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.) für Schulessen vorsieht.

Vier Cent mehr sollen reichen

Mit nur vier Cent pro Mahlzeit mehr könnten die Standards erreicht werden, ergab jetzt eine Studie, die die DGE im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung durchgeführt hat. Laut Berechnungen der DGE würden sich die Kosten für ein Mittagessen dann von 5,36 Euro auf 5,40 Euro klettern.

Es geht noch günstiger

Grundschule Kruft; Foto: SWR

In der Grundschule Kruft bekommen die Kinder gesundes und abwechslungsreiches Schulessen. Die Kinder dürfen sogar mitbestimmen, was dort auf den Tisch kommt.

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An der Grundschule in Kruft wurde im Laufe der letzten Jahre der Speiseplan langsam umgestellt. Dort werden bereits jetzt die Standards, die die DGE für alle Schulen fordert, umgesetzt – und das nicht für die empfohlenen 5,40 Euro, sondern für fast zwei Euro weniger.

Ein langer Prozess

Dort kostet ein Mittagessen für die Kinder gerade mal 3,60 Euro. Im Zuge der Umstrukturierung in den letzten vier Jahren sind die Kosten pro Mahlzeit zwar von drei Euro auf 3,60 Euro gestiegen, liegen aber damit immer noch unter den geplanten 5,40 Euro von der DGE. Im Monat macht das einen Unterschied von 36 Euro.

Schulleiterin Petra Spiess; Foto: SWR

Schulleiterin Petra Spiess im SWR3-Interview.

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Petra Spiess, Direktorin der Grundschule in Kruft, empfiehlt anderen Schulen, sich mit den verschiedenen Zulieferern zusammenzusetzen und zu schauen, wie man auch dort die DGE-Standards im Speiseplan der Kinder erfüllen könnte.

Die Kinder sollen mitgestalten

Es gibt aber einen weiteren wichtigen Aspekt, meint Schulleiterin Spiess. Das Verständnis der Kinder und auch der Eltern für gesunde Ernährung müsse geschärft werden. Denn gesunde Ernährung und das Bewusstsein dafür, endet nicht an der Schulhofgrenze. Die Kinder müssen verstehen, warum eine gesunde Ernährung wichtig ist. Wie sie funktioniert und woher das Essen auf dem Teller überhaupt kommt.

Die Bedeutung gesunder und nachhaltiger Ernährung versucht die Schule in Kruft, den Kindern auf verschiedene Wege mitzugeben. Das fängt dabei an, den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihr Essen auch selbst zu gestalten. Wie zum Beispiel bei dem Projekt gesunde Brotgesichter. Dort haben die Kinder mit Gemüsesticks ihre Frühstücksbrote verziert. Das sorgt für viel mehr Akzeptanz bei den Kindern, als wenn sie eine gesunde Mahlzeit einfach nur „vorgesetzt bekommen“.

Darüber hinaus gibt es Exkursionen zum Beispiel in eine Bäckerei, Schulstunden mit externen Beratern, oder ganz praktisch Projekte, in denen die Kinder lernen, was in eine „gesunde Brotdose“ kommt.

Die Ergebnisse der Studie

Was genau möchte die DGE?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt unter anderem, dass zum Beispiel die Lebensmittel die die Kinder bekommen besser bzw. gesünder sind. Beispielsweise sollen Vollkornprodukte an Stelle von Weizenprodukten genutzt werden, Obst ohne Zuckerzusätze und ungesüßte Nachspeisen wie Naturjoghurt verwendet werden.

Lebensmittelauswahl; Foto: Quelle: DGE

Mit diesen Lebensmitteln soll die gesunde Ernährung der Kinder in den Schulen gewährleistet werden, sagt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Quelle: DGE

Für den Betrag von 5,40 Euro/täglich soll den Kindern eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung angeboten werden. Ein monatlicher Speiseplan an der Schule würde sich bei 20 Schultagen demnach wie folgt zusammensetzen:

Speiseplan; Foto: DGE

Aus diesen Bestandteilen soll sich der gesunde Speiseplan der Schüler laut DGE zusammensetzen.

DGE

Autor
Patrick Schütz
Autor
SWR3