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Julia Rubin
Julia Rubin; Foto: SWR3
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Ins Kloster gehen, Ruhe finden und zu sich selbst – das klingt romantisch. Wie es sich wirklich anfühlt, drei Tage lang schweigend in einem Kloster zu verbringen, hat unsere Reporterin Julia Rubin ausprobiert. Dabei hat sie hat eine tolle Nonne kennengelernt, einen IT-Berater, der die Reißleine zieht... und tatsächlich auch irgendwie sich selbst.

Julia Rubin – Mein Klostertagebuch

SWR3 Reporterin Julia Rubin gemeinsam mit Schwester Christina; Foto: SWR3

Schwester Christina ist mir besonders ans Herz gewachsen.

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Tag 1 im Kloster in Koblenz

Schweigen ist… verdammt anstrengend!

Da sitze ich eine Stunde lang in der immer dunkler werdenden Kapelle des Klosters, hoch oben im 7. Stock. Ich beobachte die Kerzen hinter den bunten Glasbildern und höre den gregorianischen Gesängen zu.

Sehe, wie die Sonne über Koblenz untergeht. Eigentlich wollte ich nur kurz mal vorbeischauen, hier oben, wenn in der Kapelle die Musik erklingt. Doch dann bin ich hängen geblieben. Besser: sitzen geblieben. Die Musik im Hintergrund und mein Kopf fängt an zu arbeiten: Viele Bilder kommen wieder zum Vorschein. Warum eigentlich nur die traurigen? Meine Ohren und mein Kopf beginnen zu brummen. Dabei bin ich doch hergekommen, um abzuschalten. Zu Entspannen. Wie soll das gehen, wenn mein Kopf nicht abschalten kann und die Gedanken Karussell fahren? Einfach mal nichts tun – darauf hatte ich mich gefreut, weg vom Alltagschaos, aber irgendwie ist es gar nicht so einfach, alleine hier zu sein. Plötzlich muss ich mich mit mir beschäftigen und mit meinen Gedanken. Und ich merke, dass es davon verdammt viele gibt. Wo waren die in all den Wochen? Einen Moment lang fühle ich einen Hauch von Einsamkeit in mir.

Essen direkt im Schweigesaal

Klostertagebuch Julia Rubin: Im Speisesaal darf nicht gesprochen werden.; Foto: SWR3

Überall die Hinweise auf's Schweigen: Im Speisesaal darf nicht gesprochen werden.

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Auch der Einstieg ins Klosterleben war ungewohnt – beim Abendessen. Wer will, kann schweigen, hier im Kloster. Ich möchte das ausprobieren und setze mich zum Essen direkt in den Schweigesaal. Hier wird nur gegessen. Nicht geredet. Noch nicht einmal geflüstert. Das fühlt sich irgendwie peinlich an, zumindest am Anfang. Ich betrete den Raum und unterdrücke mit Mühe ein fröhliches „Guten Abend“ – stattdessen nicke ich den Leuten an den Tischen schüchtern zu. Mein hilfloser Versuch, schweigend höflich zu sein. Das Klirren des Bestecks und der Teller sind die einzige Geräusche, die uns beim Essen begleiten. Ein junges Paar sitzt sich gegenüber. Und schweigt sich an. Ein junger cooler Typ mit Strickmütze, Turnschuhen und Tattoos sucht sich einen Platz am Tisch. Allein.

Ich weiß nicht so recht, wo ich hinschauen soll

Soll Essen nicht eigentlich etwas Geselliges sein? Zeit zum Austausch? Zum Reden? Wir hingegen sitzen zu zehnt in einem Raum, jeder an einem anderen Tisch und essen und schweigen. Ich weiß nicht so recht, wo ich hinschauen soll. Also nehme ich mir die Brokkoli aus meinem Salat vor und stelle fest, dass sie vorne an der Spitze richtig dolle gekräuselt sind. Ist mir bisher noch nie aufgefallen.

Genießen kann ich das hier noch nicht

„Für mich sein. Schweigen. Lauschen. Schauen. Nicht reden müssen. Still werden. Genießen.“ Das steht auf bunten, gemalten Seifenblasen auf einem Bild am Eingang des Schweigeraumes. Genießen kann ich das hier noch nicht. Das Schweigen finde ich unangenehm, anstrengend, peinlich. Und es wirkt traurig auf mich. Entspannend ist was Anderes. Und die Ruhe? Suche ich noch.

Klostertagebuch Julia Rubin; Foto: SWR3

Auch die Seifenblasen an der Wand klären nochmal, was hier Sache ist.

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Vorher muss ich erstmal meinen Kopf leer bekommen. Oder zumindest meine Gedanken sortieren. Die schlechten nach hinten, die guten nach vorn. Das wäre toll.

Bei meiner Ankunft habe ich mir den Schweigebutton geholt. Ein Anstecker, der mir und vor allem den anderen Gästen hier im Kloster zeigen soll: Ich möchte nicht reden und nicht angesprochen werden. Den stecke ich mir morgen an. Wer weiß, vielleicht kann ich das Schweigen und Angeschwiegen werden irgendwann ja doch genießen.

Und nun: Gute Nacht. Morgen um 6 ist die Nacht hier im Kloster vorbei.

Es ist verdammt leise hier.

Tag 2 im Kloster in Koblenz

Allein sein tut gut. Und weh. Und das ist gut so.

Ich liege in der Schaukel im Klostergarten und beobachte die Wolken am Himmel. Sonst mache ich nichts. Eine Ordensschwester in weißem Gewand und schwarzem Schleier fegt liebevoll und in aller Ruhe die Holzbänke unter der großen Birke ab. Immer mal wieder fängt es an zu regnen, stört mich nicht. Im Gegenteil: Ich genieße das Geräusch der Tropfen auf dem orangenen Schaukelkissen. Wann habe ich das letzte Mail einfach nur in einer Schaukel gelegen? Ganz langsam kommt mein Gedankenkarussell zur Ruhe. Und bis zum Ende des Tages wird es mir hier im Kloster Arenberg immer besser gelingen, meinen Kopf auszuschalten und einfach den Moment zu genießen. Aber: es wird mir nicht immer gelingen.

Meine Entspannungsschaukel im Klostergarten

Das Frühstück im Kloster ist zu früh

Fangen wir vorne an: Nein, meine Nacht war nicht wie geplant um 6 vorbei. Tag 2 im Kloster beginnt, für mich leider ganz „unklösterlich“ erst gegen halb neun, meinen Wecker und damit das Morgengebet in den Klausurräumen der Ordensschwestern um 6.20 Uhr habe ich nämlich komplett verschlafen. Aber immerhin holt mich dann ein fröhliches „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn…“ aus dem Bett – die Kapelle für die Hausgäste ist direkt über meinem Zimmer.
Vorsatz 1 hat also schon mal nicht geklappt: in den Tag starten wie die Ordensschwestern.

Keine Musik, kein Radio, kein Fernseher

Vorsatz 2: der Schweigebutton. Ganz ehrlich? Ich habe ich mich nicht getraut. Ich schweige hier ja eh schon so viel. Alleine beim Essen. Alleine in meinem Zimmer. Alleine beim Spazierengehen. Es ist ruhig hier im Kloster, auch ohne dem absoluten Schweigen durch den Schweigebutton. Keine Musik, kein Radio, kein Fernseher – die Besucher reden leise, Smalltalk im Flur? Gibts nicht. Ein kurzes Lächeln, ein Nicken – das wars.

Dieses Schweigen tut mir manchmal gut, oft aber auch weh. Das ist normal, erklärt mir Seelsorger und Psychologe Martin Hofmeir später im Gespräch. Wer schweigt, muss sich mit sich selbst auseinandersetzen. Und fühlt dabei mehr als sonst, was nicht in Ordnung ist, tief drin. Deshalb bin ich froh, nicht immer alleine zu sein, sondern auch ab und an einfach mal ein paar wenige, leise Worte zu wechseln. Zum Beispiel mit Schwester Christina. In der Mittagshore, dem Mittagsgebet der Ordensschwestern fällt sie auf, zwischen all den anderen Nonnen. Sie ist jünger als die anderen, geht energisch durch den Schwesternchor, also den Nebenraum der Kapelle, in dem sich die Nonnen mehrmals am Tag zum Gebet treffen. Hausgäste wie ich dürfen daran teilnehmen.

Massage im Nonnengewand

Klostertagebuch Julia Rubin – Schwester mit Schweige-Figur; Foto: SWR3

Die Schwestern wirken bewundernswert gelassen. Wie machen die das?

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Kurz nach dem Mittagsgebet begegne ich ihr wieder, dieses Mal in zivil: weiße Hose, lila Shirt, kurze graue Haare, ein fröhliches Lächeln Gesicht: Schwester Christina ist diejenige, die mich mit einer Kräuterstempel Massage verwöhnt. Zum Gästehaus gehört ein Vitalzentrum. Massagen, Bäderanwendungen für die Gäste – hier im Kloster soll es Leib und Seele guttun. Nur das Kreuz um Schwester Christinas Hals erinnert daran, dass sie als Nonne Teil der christlichen Ordensgemeinschaft ist. Wenn sie hier arbeitet, legt sie das Nonnengewand ab. „Die Aufgabe von uns Dominikanerinnen ist es, unsere innere Ruhe auf unsere Gäste zu übertragen“, erzählt sie. Und diese Ruhe – überträgt sie. Ihre sanften Hände massieren meinen Körper und sie erklärt mir später, wie verspannt mein Nacken ist und, dass sie genau die Akkupressurpunkte gefunden hat, die meine Verspannungen lösen.

Woher nehmen die Schwester ihre Gelassenheit?

Die Schwestern im Kloster Arenberg arbeiten eng mit den Besuchern zusammen. Schwester Beatrix ist die Haus-Chefin, sie gehört zu den älteren Nonnen. Und sie ist allgegenwärtig. Klein, fröhlich, ihre grauen Haare blitzen unter dem schwarzen Schleier hervor, sie lacht immer und ist scheinbar nie aus der Ruhe zu bringen. Ich frage mich, woher die Schwestern hier diese Gelassenheit hernehmen. Schwester Christina erzählt mir, wie sehr sie die Gebets - Auszeiten während ihres Arbeitstages genießt. Einfach mal abschalten im Gebet. 5 – 6 Mal am Tag. Kleine Auszeiten im großen Alltag. Sich allein Gott hingeben und alles andere für ein paar Minuten ausschalten, das gibt Kraft und neue Energie.

Klostertagebuch Julia Rubin: Schweige-Piktogramm gefunden; Foto: SWR3

...und da: ein Schweige-Piktogramm gefunden!

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Nur – was kann ich tun, die ich nicht in einem Kloster lebe, um abzuschalten und das Gedankenkarussell zu stoppen? „Probiere einfach mal was Neues aus und: Genieße es!“ rät mir eine andere Schwester, „das gibt Energie und gute Laune“. Was Anderes ausprobieren? Das Gebet zusammen mit den Schwestern habe ausprobiert. Heute Mittag, heute Abend – jeweils eine halbe Stunde im Schwesternchor, dem Nebenraum der Schwesternkapelle. Ich bewundere die Dominikanerinnen dafür, finde mich aber nicht wieder in den Texten der alten Psalmen. Aber ich probiere noch etwas Anderes aus – den Rat der alten Ordensschwester im Ohr.

„Oh Gott, wie albern“

Ich gehe tatsächlich zum Liederabend hier in den Gästesaal. Puh, wie peinlich, denke ich und schleiche mich heimlich eine halbe Stunde nach Beginn rein in den Saal, in dem Liedermacherin Iria Gitarre spielt und singt. Und das Publikum singt mit. Dass Iria kommt, stand schon heute Morgen auf dem Tagesplan und ich habe es gedanklich sofort mit „Oh Gott, wie albern“ weggeschmunzelt. Erinnert so ein bisschen an Reinhard Mey. Dass ich da mitsingen würde, hätte ich nie im Leben gedacht.

Aber: Ich habe tatsächlich mitgesungen, in der hintersten Reihe, einfach nur die Musik gehört, all die Gedanken im Kopf vergessen, mitgesungen, egal, was die anderen denken, denn es geht hier einfach mal nur um mich: „Ich nehme es an. So wie es ist nehme ich es an und lasse los, was ich gedacht, wie es sein sollte und was ich wollte.“

Etwas Neues machen und den Moment genießen. Das hilft, um die Gedanken und sich selbst neu zu ordnen. Und hilft, den Schmerz tief drin zu lindern. In der Schaukel, in den Händen von Schwester Christina oder im Chor der Liedermacherin... Danke, Schwester, für diesen Rat. Schade nur, dass ich zu feige war und die erste halbe Stunde des Singens verpasst habe.

Mein Lieblingsort: Der Klostergarten Arenberg

Klostertagebuch Julia Rubin; Foto: SWR3
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Tag 3 im Kloster in Koblenz

„Der schlimmste Tag in meines Lebens“

Tag drei im Kloster – weil alle Tische im Schweigeraum besetzt sind, setze ich mich beim Frühstück einfach bei einer Frau dazu. Und ernte einen überraschten Blick. Aber ich bin lockerer geworden, das Schweigen ist nicht mehr so peinlich wie am Anfang. Ich beginne, mich an die Stille zu gewöhnen. Vom Genießen bin ich allerdings noch weit entfernt. Aber ich halte sie aus. So schweige ich heute als nicht alleine am Tisch, sondern mit einer fremden Frau. Wir essen und schweigen gemeinsam. Ist fast sogar einfacher, als ein krampfhafter Smalltalk. Wenn ich schon nicht den Schweigebutton trage – die Mahlzeiten ziehe ich durch, das habe ich mir vorgenommen. Alleine. Schweigend. Kauend. Meine Tischnachbarin verschwindet allerdings nach fünf Minuten wieder. Schade.

IT-Berater zieht die Reißleine im Kloster

Und dann sitzt da auch wieder der coole Typ vom ersten Abend, der mit der Lederjacke und den vielen Tattoos. Später, auf dem Gang vor dem Meditationsraum, spreche ich ihn an. Was macht ein Typ wie er hier im Kloster?

Seine klare Antwort: „Die Reißleine ziehen!“ Stefan, so erfahre ich später – nach der Schweige-Meditation und zwei weiteren Mahlzeiten im Schweigeraum – ist 35. Arbeitet als IT-Berater und schafft es, sich mit der Arbeit und seinem Sport von all den Problemen und Gedanken abzulenken, die ihn eigentlich belasten, irgendwo tief drinnen. Bis ihm eine Freundin gesagt hat: „Geh bitte mal in ein Kloster.“ Sie hat gemerkt, dass Stefan schon viel zu lange am Limit lebt und arbeitet. Stefans erste Reaktion: „Was ein Schwachsinn, selten so einen Käse gehört“.

Und nun? Ist er seit drei Tagen in Arenberg. Wie es ihm geht? „Scheiße. Es ging mir richtig schlecht. Der erste Tag war der schlimmste Tag in meinem Leben“, sagt er und lacht dabei. Aber da muss man durch, es ist wie ein Entzug: Die ersten Tage sind immer die schlimmsten, erzählt Stefan weiter. Kein Handy, kein Laptop, kein Fernseher – „plötzlich war da nichts, außer mir“. Und wenn sonst nichts ist, musst du dich mit dir selbst beschäftigen und das kann verdammt anstrengend sein. Aber heute, an Tag drei geht es im gut, endlich!

Es gibt noch Einiges, das ich nicht von mir kenne...

Ich weiß, wovon er redet und bin beruhigt. Denn genau das habe ich auch durchgemacht. Mein Gedankenkarussell. Bilder, Momente, Erinnerungen kommen hoch, von denen ich geglaubt habe, sie schon längst irgendwo ganz tief unten begraben zu haben. Aber das Alleinsein und Nichtstun bringt eben all das wieder nach oben. Aber ob drei Tage helfen, wirklich alles ans Licht zu bringen? Ich habe erst seit heute das Gefühl, angekommen zu sein im Kloster, habe mich an die Stille gewöhnt und damit begonnen, mich mit mir auseinanderzusetzen. Habe geweint und gelacht und in mich reingehört und das Gefühl, mich jetzt ein bisschen besser zu kennen. Aber ich merke auch: Es gibt noch Einiges, das ich nicht von mir kenne...

Schweigen kann man lernen

Stefan geht es ähnlich, deshalb ist er schon das zweite Mal hier, innerhalb von zwei Wochen und: wird auch ganz bald nochmal herkommen. Denn noch ist nicht alles oben, was da unten, tief im Inneren noch an Ballast rumhängt und das Leben schwermacht. Sobald ich zuhause bin, werde auch ich den nächsten Aufenthalt buchen, hier in Arenberg. Dann aber wirklich ohne Laptop und Handy. Und mit Schweigebutton. Denn: Schweigen kann man lernen. Und ich bin sicher: Irgendwann kann ich das auch genießen.

Ich geh dann mal essen. Und schweigen.

Tag 4 im Kloster – und wieder zu Hause

Plötzlich ist alles so viel lauter ...

Ungewohnt früh mache ich mich heute auf den Weg zum Frühstücksraum – es ist der letzte Morgen meines Klosteraufenthaltes. Die Zimmer müssen geräumt, die Taschen gepackt werden und der Alltag „da draußen“ wartet auf mich. Noch einmal genieße ich die Stille meines Zimmers, die Stille in den Fluren und: erschrecke. Vor dem Speisesaal warten circa 15 frühstückshungrige Leute auf den Einlass. Es ist 8 Uhr, so früh war ich bisher nie hier unten. Unglaublich, wie viel Lärm 15 Menschen machen können! Gelächter, Unterhaltungen, es dröhnt in meinen Ohren, tut fast schon weh.

Flucht zu den Steinfiguren

Innenhof mit Skulpturen im Kloster Arenberg; Foto: SWR3

Ruhig hier – im Innenhof gibt es einen Brunnen und Skulpturen.

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Ich flüchte in den nebengelegenen Innenhof des Klosters und setze ich mich in die Gruppe von Steinfiguren – „die Wartenden“ werden sie genannt. Ein Platz in diesem Kreis der Figuren ist frei – für den, der mit ihnen warten möchte. Das möchte ich – nichts lieber als das. Hauptsache weg aus dem Lärm der Gruppe vor dem Speisesaal, rein in die Stille des Innenhofes und in Ruhe nichts tun, einfach nur geduldig warten. Und das Warten genießen. So lange, bis der Speisesaal öffnet und ich mich in den stillen Schweigesaal verziehen kann. Ich atme auf, als sich der Lärmpegel um mich herum endlich legt.

Stille erleben, akzeptieren, den Moment erleben.

Vier Tage Ruhe haben ihre Spuren hinterlassen bei mir. Die Stille, die anfangs so ungewohnt war, so gewöhnungsbedürftig und fast schon schmerzlich gewesen war – wie sehr genieße ich sie nun! Stille erleben, akzeptieren, den Moment erleben. Das nehme ich mit aus der Zeit im Kloster. Deshalb fahre ich auch nicht über die Autobahn zurück nach Mainz, sondern über Land. Erlebe dabei die blühenden Bäume, die vielen grünen Wiesen und gelben Felder. Zuhause warten die Kollegen aus dem SWR3-Studio in Mainz, meine drei Söhne, mein Mann, mein Hund und ein großer Haufen Arbeit – sowohl beruflich als auch privat.

Ich lächle, öffne die Fenster meines Autos (vergewissere mich allerdings vorher noch, dass keiner neben mir an der Ampel steht...) und mache hinter dem Steuer meine Qigong-Übung. Ich spüre meinen Atem, die Luft, die Ruhe und ich wünsche mir in diesem Moment nichts mehr, als dass ich dieses Gefühl mit in meinen Alltag nehmen kann. Vier Tage Kloster Arenberg beginnen zu wirken...

Erzählt uns eure Erfahrungen!

Wie schafft ihr es, Ruhe zu finden? Habt ihr auch schon mal ein Kloster besucht, um dem Alltag zu entkommen? Erzählt uns eure Erfahrungen auf Facebook.

Psssssst bitte Schweigen. Wir haben es getestet im Kloster:

Posted by SWR3 on Monday, April 30, 2018