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Daniel Isengard
Daniel Isengard, SWR3; Foto: SWR3
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Wer im Internet shoppt, vergleicht gerne die Preise – möglichst günstig soll es sein. Genau da setzen sogenannte Fake Shops an, versprechen Top-Produkte, unterbieten sämtliche Preise... und schicken niemals die Ware.

Das Problem: Fake Shops werden immer besser, sehen immer seriöser aus. Und deshalb fallen auch immer mehr User auf die vermeintlichen Schnäppchen-Angebote rein. Fake-Shop-Experte Peter Hornung hat im Interview für die SWR3-Wochenendshow berichtet, warum es für User mittlerweile richtig schwierig ist, falsche Shops zu erkennen.

Das Trusted-Shops-Siegel; Foto: dpa/picture alliance
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Früher hieß es: Schau halt darauf, dass der Shop ein Siegel hat, ein sogenanntes Trusted-Shops-Siegel. Und guck, dass eine Bankverbindung aus Deutschland angegeben ist. Das genügt heute nicht mehr, denn dieses Siegel wird nahezu perfekt gefälscht und Bankverbindungen sitzen längst nicht mehr irgendwo im Nirgendwo. „Ganz viele Warnhinweise, die es bisher gab, laufen ins Leere“, so der Fake-Shop-Experte Peter Hornung. Die Bilanz der neuen Fake-Shop-Generation: „Deshalb sind die richtig gefährlich!“

Veraltet: Diese Warnhinweise sind bei Fake Shops überholt

  • Deutsche Internetadresse, deutsche Bankverbindung, deutsches Impressum – das war früher ein guter Tipp, heute haben Fake Shops hier sehr seriös wirkende Angaben.
  • Kontaktadresse und -nummern sind mittlerweile auch bei Fake Shops angegeben, also beispielsweise eine Hotline für Kundenfragen.
  • Trusted-Shops-Siegel nutzen auch Fake Shops – natürlich unerlaubt, aber täuschend echt.
  • Die Preise sind heutzutage gute Schnäppchen, aber nicht mehr die absoluten Billig-Billig-Billig-Angebote, bei denen man sofort misstrauisch wird.

4 Tipps vom Experten, wie du Fake Shops dennoch erkennst

1. Die Bezahlmethode

Am Anfang wird dem Käufer eine Auswahl aus verschiedenen Bezahlmöglichkeiten angeboten. Paypal, Überweisung, Vorkasse. Wie bei jedem anderen Online-Shop auch. „Am Ende verengt es sich dann aber auf eine“, sagt der Fake-Shop-Experte, „man kann eigentlich nur Vorkasse leisten.“ Viele Shops bieten, wie oben genannt, dabei auch eine Überweisung auf ein deutsches Bankkonto an – es ist also längst nicht mehr so, dass da dubiose Bankverbindungen in weitentfernte Länder aufgeführt wären. Das große Problem bei Vorkasse: Das Geld lässt sich nach der Überweisung nicht einfach zurückholen, anders als bei Paypal beispielsweise. Einige Banken verlangen hohe Gebühren für Rückrufe.


2. Anbieter googeln

Wenn es die Shops eine Woche gibt, dann sind sie auch in irgendwelchen Foren bereits als Fake entlarvt worden oder auf Aufklärungsseiten, wie Mimikama (einer unabhängigen Seite zur Aufklärung von Internetmissbrauch), aufgeführt. Es lohnt sich also unbedingt, einen Shop in der Suchmaschine zu überprüfen, bevor man auf Bestellen klickt. Das Problem: Viele Shops gibt es nicht besonders lange und bis sie auf einer solchen Seite aufgedeckt werden, sind bereits viele User auf die Angebote reingefallen und bekommen ihr Geld nicht wieder.

3. Seit wann gibt es den Shop?

Oft seien die Shops auf Schnelligkeit ausgelegt, so der Fake-Shop-Experte: montags eröffnet, dann gleich ganz oben bei Google. Dann würde abkassiert und wenn am Donnerstag oder Freitag die ersten Kunden merken, dass sie betrogen wurden, dann würden die Shops auch oft schnell wieder geschlossen. Also, drauf achten: Seit wann gibt es diesen Shop? Wenn in den Suchmaschinen noch gar nichts zum Anbieter aufgeführt wird – weder Positives, noch Negatives –, ist Vorsicht geboten.

4. Trusted-Shops-Siegel checken

Das Trusted-Shops-Siegel ist und bleibt die wichtigste Informationsquelle fürs Online-Shopping. Auch wenn das Siegel immer besser gefälscht wird, kann jeder schnell überprüfen, ob es echt ist. Einfach auf der Seite von Trusted-Shops nach dem Anbieter suchen und checken, ob er denn wirklich die Erlaubnis hat, dieses Gütesiegel zu tragen.

Fake oder echt? Hier den Online-Shop überprüfen!

Wer steckt hinter den Fake Shops?

Wer genau das ist, der Fake Shops eröffnet und damit Geld verdient, sei sehr schwer herauszufinden, so der Fake-Shop-Experte im SWR3-Interview. Oft seien die Namen, auf die die Bankverbindungen laufen, schlicht ausgedacht. Die Nachverfolgung des Geldflusses sei daher sehr kompliziert bis unmöglich.

Was wird gegen Fake Shops getan?

Die Verbraucherschützer der Länder wollen nun stärker gegen Fake Shops im Internet vorgehen. Die Verhandlungen laufen, berichtet der Fake-Shop-Experte Peter Hornung. Mitte Februar wolle man sich auf eine Strategie einigen. Ganz oben auf der Liste stehe eine bundesweite Meldestelle, an die sich Opfer von Fake Shops wenden könnten. Ein Online-Melderegister sei ebenfalls im Gespräch und vor allem Aufklärungskampagnen. „Das ist das Wichtigste. Man muss eben wissen, dass es mittlerweile solche Hochglanz-Fake-Shops gibt und man darf sich davon nicht blenden lassen“, betont der Experte.