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Patrick Schütz
Patrick Schütz; Foto: SWR3
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Egal ob Trekking-Rad, Mountainbike oder City-Rad – wer bereit ist, sein Fahrrad selber zusammen zu bauen, der kommt schon für wenig Geld an ein brandneues Fahrrad. Aber wirklich sicher sind die nicht.

Fahrradexperte Dirk Zedler hat Fahrräder von Lidl, Real, Otto und Decathlon getestet. Dabei hat keines der getesteten Räder den Test bestanden. Schon vor der ersten Probefahrt tauchen bei den Rädern Probleme auf.

Sicherheitsrisiko Do-it-Yourself-Montage

Fahrradexperte Dirk Zedler; Foto: SWR
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Wer als Laie ein Rad in Eigenregie montieren möchte, der benötigt dringend eine Montage-Anleitung. Die fehlt allerdings bei einigen der getesteten Räder. Wer online nicht fündig wird, ist auf sich alleine gestellt. Keine ideale Grundvoraussetzung.

Das nächste Problem folgt auf dem Fuße: das Werkzeug. Auch das wird nicht immer mitgeliefert. Ist es doch im Lieferumfang enthalten, ist die Qualität meist minderwertig. Dadurch können einzelne Teile, wie zum Beispiel der Lenker oder die Bremsen, eventuell nicht fest montiert werden. Kein unerheblicher Risikofaktor.

Billigräder im Test-Labor

Auch beim Dauertest im Labor haben die Billig-Räder keine gute Figur gemacht. Bei der einwöchigen Dauerbelastung haben zwar alle Rahmen und Gabeln dem Test standgehalten, die Sattelstützen sind aber zum Teil verrutscht, oder sogar verbogen.

Vor allem bei der Lenkung haben alle Fahrräder im Test deutliche Mängel aufgewiesen. In drei von vier Fällen sind Teile des Materials gebrochen. Einmal ist eine Halterung gerissen.

Fazit

Keines der Räder aus dem Test genügte den Ansprüchen des Experten Dirk Zedler. Ein enormes Gefahrenpotenzial birgt bereits die Montage. Die sollte unbedingt vom Fachmann ausgeführt werden, da nur so ein korrekter (und sicherer) Zusammenbau gewährleistet werden kann.

Aber auch die Materialien weisen deutliche Mängel auf und halten dem Belastungstest nicht stand.

Wer ein sicheres und gutes Fahrrad haben möchte, der sollte entweder ein bisschen tiefer in die Tasche greifen, oder ein gutes gebrauchtes Fahrrad beim Fachhändler kaufen. Dieser passt das Fahrrad meistens auch an die Größe des Fahrers an.

Darüber hinaus fehlt beim Discounter auch die passende Beratung, welches Fahrrad sich für welche Zwecke beziehungsweise welchen Kunden eignet.

Auch bei anderen Tests aus der Vergangenheit haben Billig-Räder vom Discounter oder aus dem Baumarkt bereits so schlecht abgeschnitten, dass es zu einem Verkaufsstopp oder einem Rückruf der Produkte gekommen ist.

Tipps

Wer darüber nachdenkt sich ein neues Rad zuzulegen, der findet auf der Seite der Stiftung Warentest diverse Tipps, worauf man beim Fahrradkauf achten sollte.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat auf seiner Seite eine Checkliste veröffentlicht, mit dem Fahrräder auf ihre Alltagstauglichkeit geprüft werden können.

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Quelle: Marktcheck

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