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Bei jedem dritten Notruf im Südwesten braucht der Rettungsdienst länger als zehn Minuten bis zum Patienten. Mit diesen fünf Tipps kannst du dafür sorgen, dass Hilfe im Notfall schnell ankommt.

Wer die 112 wählt, rechnet mit schneller Hilfe. Bei über 160.000 Notrufen in Baden-Württemberg hat es 2017 länger als 10 Minuten gedauert, bis die Helfer auch wirklich vor Ort waren. Das hat eine exklusive SWR-Analyse ergeben. Das liegt auch an jedem von uns. Was du tun kannst, damit Menschen in einer Notlage schneller Hilfe bekommen, hier unser 5 Tipps:

Tipp 1: Wähle den Notruf – aber richtig

Bei Unfällen und medizinischen Notfällen wählst du besser die 112. Wer den Polizeinotruf 110 wählt, muss weitergeleitet werden. Das dauert zu lange. Der Mitarbeiter der Leitstelle stellt drei Fragen:

  • Wo ist der Notfall?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Verletzte gibt es?

Antworte kurz und präzise. Übrigens: Mit dem Handy geht es am schnellsten.

Tipp 2: 112 wirklich nur im Notfall

Der Notruf 112 ist immer richtig, wenn ich mich selbst oder andere in einer Notlage sehe. In erster Linie gilt das für dringende Notfälle.

Wer nur erkrankt ist, sollte zum Hausarzt gehen. Am Wochenende und in der Nacht gibt es den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Den erreichst du unter Telefon 116 117. Diese Nummer gilt in ganz Deutschland.

Tipp 3: Mache einen Erste-Hilfe-Kurs

Wie geht eine stabile Seitenlage? Und könnte ich im Ernstfall jemanden wiederbeleben? Kenntnisse für Erste Hilfe können Leben retten – insbesondere auf dem Land, wo der Rettungsdienst häufig längere Anfahrtszeiten hat. Alle ein bis zwei Jahre einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen, senkt die Hemmschwelle, im Ernstfall tatsächlich aktiv zu werden.

Tipp 4: Werde Helfer vor Ort

Wer noch einen Schritt weiter gehen will, wird Helfer vor Ort oder so genannter First Responder. Die Leitstelle alarmiert solche registrierten Helfer bei unmittelbarer Gefahr über eine App. Denn leblose Personen sollten sofort wiederbelebt werden. Vor allem in ländlichen Gebieten können Nachbarn dadurch Leben retten. Sie sind innerhalb von wenigen Minuten vor Ort und können die lebensrettenden Maßnahmen ergreifen.

Tipp 5: Für Einsatzfahrzeuge stehen bleiben und eine Rettungsgasse bilden

Der Rettungsdienst ist schneller bei Patienten oder Verunglückten, wenn alle Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen. In der Stadt sollten Autofahrer zur Seite fahren und stehen bleiben, wenn ein Rettungswagen mit Blaulicht und Sirene kommt.

So funktioniert die Rettungsgasse!

Auf größeren Straßen müssen Autofahrer beim einem Rückstau eine Rettungsgasse bilden, damit die Einsatzkräfte durchkommen. Die Regel: Links fährt nach links, alle anderen fahren nach rechts. Eine zügig gebildete Rettungsgasse kann tatsächlich Leben retten.

Interaktive Karte: Wie ist euer Ort im Notfall versorgt?

Die Karte zeigt, in welchen Gemeinden der Rettungswagen bei unter 80%, unter 90%, unter 95%, 95% und mehr der Notrufe innerhalb von 15 Minuten vor Ort war (Einsätze 2017).