Autor
Judith Schneider
Judith Schneider, SWR3; Foto: SWR3
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Nachts ist es bitter kalt. Trotzdem gibt es Obdachlose, die draußen übernachten wollen. Was tun, wenn man einen frierenden Menschen in der Kälte entdeckt? Ansprechen oder Hilfe holen? Das müsst ihr wissen.

Obdachloser; Foto: picture alliance / Henning Kaise
picture alliance / Henning Kaise

Kältebusse versuchen zu helfen

Draußen zu übernachten ist vor allem in den Wintermonaten bei Minusgraden nicht ganz ungefährlich. Ein Grund, warum die sogenannten Kältebusse wieder unterwegs sind. Die ehrenamtlichen Helfer schauen in Unterführungen, suchen unter Brücken oder an bekannten Plätzen nach frierenden Obdachlosen, um sie mit Decken, Schlafsäcken oder Tee vor der Kälte zu schützen. Diese Unterstützung gibt es seit Anfang des Jahres auch in Karlsruhe. Maximilian Scheer hat dort den DRK-Kältebus mitgegründet und schon gute Erfahrung damit gemacht.

Wir haben in den ersten drei Wochen Obdachlose getroffen, die sehr dankbar waren. Sie kamen teilweise aus Stuttgart, weil sie gehört haben, dass es jetzt in Karlsruhe auch einen Kältebus gibt und sie schon immer hier leben wollten.

Maximilian Scheer


Was tun, wenn man einen Obdachlosen in der Kälte sieht?

Maximilian Scheer empfiehlt drei Dinge:

1. Nicht wegschauen

Zu dem Obdachlosen hingehen und beobachten wie es ihm geht.

2. Gegebenenfalls Rettungsdienst rufen

Bei medizinischen Notlagen – wenn er zum Beispiel leicht blass oder blau wird, schon zittert oder aufgehört hat zu zittern – auf jeden Fall den Rettungsdienst rufen.

3. Die Alternative: Der Kältebus

Wenn der Obdachlose einfach nur schläft, dann den Kältebus informieren.

Aber Vorsicht: Obdachlose anzusprechen sei nicht immer eine gute Idee, sagt Maximilian Scheer: „Ansprechen ist schwierig, wenn dann mit Vorsicht. Die meisten sind sehr scheu. Es gibt durchaus auch Menschen, die leicht aggressiv reagieren, wenn man sie anspricht. Das Einfachste ist, uns zu informieren und wir schauen dann nach ihm.
Wenn man jemandem eine Decke oder einen warmen Tee bringen will und vorsichtig ist, könne man das aber schon machen, sagt Scheer.


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