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Kasachstan, Montenegro, Madagaskar: Aus einigen Ländern kommen derzeit verstärkt sogenannte „Ping-Anrufe“. Ein Rückruf ist teuer. Wie kann ich mich schützen?

Es klingelt nur ein einziges Mal, dann legt der Anrufer auf. Die unbekannte Nummer auf dem Smartphone verrät aber: Der Anruf kam aus Kasachstan. Wer jetzt denkt „komisch“ und aus Neugier zurückrufen will: Keine gute Idee! Die Anrufe sind meist Teil einer Betrugsmasche, sogenannte „Ping-Anrufe“.

Drei Tipps, wie Ihr Euch gegen die Abzocke schützt

Die Betrüger spekulieren nämlich genau darauf, dass wir zurückrufen. Und das kann teuer werden. Schon beim Netzbetreiber fallen dann bis zu 3 Euro pro Minute an. Viele der Nummern sind zudem bezahlpflichtige Hotlines, über die die Betrüger ihr Geld verdienen. In manchen Fällen wird der Anruf sogar beantwortet und der Gesprächspartner könnte versuchen, euch zum Abschluss eines Vertrags zu überreden.

1. Bloß nicht zurückrufen!

Verpasste Anruf-Abzocke; Foto: Screenshot
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Denkbar einfach – zumindest, wenn das Smartphone direkt verrät, dass der Anruf aus dem Ausland kommt. Oft sind die Nummern aber deutschen Ortsvorwahlen extrem ähnlich. So kann zum Beispiel eine Nummer aus Madagaskar (Vorwahl 00261) schnell mit einem Anrufer aus Koblenz (Vorwahl 0261) verwechselt werden. Nur die extra Null am Anfang weist auf den Anrufer aus dem Ausland hin. Wer sich also nicht sicher ist, woher genau ein verpasster Anruf kommt, sollte lieber nicht zurückrufen.

Wenn trotzdem mal die Neugier siegt, sollten wir spätestens dann stutzig werden, wenn statt des Freizeichens zunächst eine Bandansage zu hören ist. Seit Mitte Januar 2018 müssen Mobilfunkbetreiber nämlich Anrufer in einige Länder warnen, dass es teuer werden könnte. Bis zum Ende der Preisansage bleibt der Anruf dann kostenlos, sodass wir rechtzeitig auflegen können. Aber Achtung: wer vom Festnetz anruft, hört diese Ansage nicht!

2. Anrufer melden

Wer schon mal einen solchen Ping-Anruf auf seinem Telefon hatte, kann mithelfen, dass auch sonst niemand auf die Abzocke reinfällt. Die entsprechende Telefonnummer können wir dafür einfach bei der Bundesnetzagentur melden. Die Behörde prüft die Beschwerde dann und kann Rufnummern entweder abschalten lassen oder zumindest verbieten, dass die anfallenden Kosten vom Netzbetreiber abgerechnet werden.

3. Rufnummer blockieren

Wer die lästigen Anrufe direkt loswerden will, der kann sie auch einfach vom Telefon unterdrücken lassen. Auch bei vielen Festnetz-Telefonen ist das möglich, zum Beispiel über den Internetrouter. Je nach Einstellungen beim Netzbetreiber kann es zwar immer noch passieren, dass wir über den „verpassten Anruf“ per SMS benachrichtigt werden. Aber auch dann gilt: Bloß nicht zurückrufen!

So blockierst du einen Anruf auf dem iphone

So blockierst du einen Anruf auf dem iphone; Foto: Screenshots
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So blockierst du einen Anruf auf dem Android-Handy

So blockierst du einen Anruf auf dem Android-Handy; Foto: Screenshots
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Autor
Alexander Winkler
Autor
SWR3