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Zu UV-Schutz und Bräune gibt es jede Menge Halbwissen. Wir checken ein paar der gängigsten Gerüchte auf Sinn und Unsinn.

Bei LSF 30 habe ich einen 30 mal längeren Schutz.

Stimmt nicht. Wer eine 30er Sonnencreme kauft, denkt vielleicht, damit 300 Minuten in der Sonne bleiben zu können. Denn: Die Eigenschutzzeit der Haut sind 10 Minuten, mal 30, macht 300 Minuten. Das ist aber nur die Theorie. Denn wir erreichen nie den Lichtschutzfaktor, der auf der Packung angegeben ist. Die Lichtschutzfaktor-Werte beziehen sich auf Laborwerte und in der Realität cremen wir viel weniger. Ein Erwachsener müsste sechs Esslöffel Creme auf seinem Körper verteilen. Experten schätzen, dass wir durch zu wenig Sonnencreme meist nur einen Lichtschutzfaktor von 8 oder weniger erreichen.

Sunblocker blocken die Sonne.

Stimmt nicht. Es gehen immer noch UV-Strahlen durch die Haut. Man kann also nicht ewig in der Sonne braten. Und dann kommt es auch auf die Menge Sonnencreme an. Die EU-Kommission hat den Begriff Sunblocker sogar verboten, weil der Verbraucher so den Eindruck bekommen könnte, mit dem Produkt gäbe es einen hundertprozentig sicheren Schutz vor UV-Strahlen.

Die Tube aus dem letzten Jahr kann ich noch benutzen.

Kommt drauf an. Welches Mindesthaltbarkeitsdatum steht drauf? Eine ungeöffnete Packung hält zwei Jahre. Wenn sie letzten Sommer schon benutzt worden ist, dann prüfen, wie sie riecht oder ob sie eine andere Farbe hat. Wie ihr noch erkennt, ob ihr die alte Sonnencreme noch verwenden könnt und wie ihr sie richtig lagert, lest ihr hier.

Absolut wasserfeste Sonnencremes gibt es nicht.

Stimmt. Es steht zwar wasserfest drauf, trotzdem geht ein bisschen Creme bei jedem Baden ab. Per EU-Gesetz darf „wasserfest“ heißen: nach zweimal 20 Minuten im Wasser muss mindestens noch die Hälfte an Sonnenschutz vorhanden sein.

Braun werde ich nur mit niedrigem Lichtschutzfaktor.

Falsch. Auch mit hohem Faktor kriegen wir richtig Farbe. Aber: Das funktioniert nur, wenn Schutzfaktor und Sonnenstrahlung zusammenpassen. Heißt: Wer sich mit Schutzfaktor 50 in den Schatten setzt, bleibt dann doch eher blass. Und Achtung, auch vorgebräunte Haut verbrennt ohne den richtigen Sonnenschutz!

Sonnencreme braucht eine halbe Stunde, bis sie wirkt.

Stimmt heute nicht mehr: Aktuelle Produkte haben physikalische oder mineralische UV-Filter. Das sind mikroskopisch kleine Partikel, so ähnlich wie winzige Spiegel, die sich auf der Haut verteilen und die Sonnenstrahlen streuen und reflektieren. Und die wirken schon noch ein paar Sekunden.

Sonnencreme soll dicker aufgetragen werden als normale Creme

Joa. Auf jeden Quadratzentimeter Haut sollen zwei Milligramm Creme. Bei einem Erwachsenen sind das etwa drei Esslöffel voll und mindestens alle zwei Stunden müssen wir nachschmieren.