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Kira Urschinger
Kira Urschinger; Foto: SWR3 / Nadine Luft
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22 Euro für eine Flasche Shampoo oder Spülung vom Friseur oder doch lieber die günstigen Drogerie-Markt-Produkte? Für viele Frauen keine leichte Entscheidung – schließlich will man mit dem eigenen Körper auch nicht nur geizig sein. Tests zeigen aber: teuer ist nicht gleich gut.

Die Stiftung Warentest hat Haarspülungen getestet. Teure Friseur-Produkte vs. günstige Alternativen aus dem Drogeriemarkt. Für die SWR3-Wochenendshow mit Volker Janitz fasst Sara Waldau von der Stiftung Warentest die Ergebnisse zusammen: „Unser Test zeigt, dass man für die Haarspülung nicht viel Geld ausgeben muss.“ Es gab beispielsweise ein Produkt im Test, bei dem die Flasche 22 Euro kostet (9 Euro für 100 Milliliter) – das habe in den Pflegeeigenschaften genauso gut abgeschnitten wie die günstigen Produkte, die nur 52 Cent pro 100 Milliliter kosten. „Von daher kann man sich da auf günstige Produkte verlassen“, so die Produkttesterin.

Tatsächlich liegen die getesteten Produkte nach den Kriterien der Tester sehr eng beisammen. Kein Produkt hat wirklich enttäuscht.

Die Test-Ergebnisse zu Spülungen im Überblick:

ProduktNote
Aldi Nord Biocura Hair Care Spülung Aufbau & Glanz1,6
dm Balea Spülung intensiv Pflege1,7
Pantene Pro-V Repair & Care Pflegespülung1,8
Aldi Süd Kür Professional Repair & Shine Spülung1,8
dm Alverde Repair Spülung1,8
Rossmann Isana Spülung Intensiv-Pflege 1,8
Schwarzkopf Gliss Kur Hair Repair Spülung Ultimate Repair1,8
Netto Hairwell Spülung Repair1,9
Edeka Elkos Hair Spülung Repair1,9
Redken 5th Avenue NYC Extreme Conditioner1,9
Garnier Fructis Schaden Löscher Kräftigende Spülung2,6
Lidl Cien Repair Spülung Intensive Repair2,6
L'Oréal Elvital Anti-Haarbruch Pflege Aufbau-Spülung2,6
Rausch Herbal Cosmetics from Switzerland Amaranth Repair2,6
Syoss Professional Performance Repair O2 Spülung2,6

Wie sich der Preis zusammensetzt, ist unklar

Warum sind dann trotzdem die Produkte vom Friseur so teuer? Vielleicht seien besondere Duftstoffe oder Pflegestoffe drin, so die Vermutung der Produkttesterin. Wie genau sich der Preis zusammensetzt, sei aber auch für sie unklar. Möglicherweise bezahlen wir also auch einfach nur für den Namen und den vermeintlichen Luxus, den ein hoher Preis verspricht. Denn die wirklich wichtigen Bestandteile in den Haar-Produkten seien eigentlich immer gleich, so Sara Waldau: „Beim Conditioner ist es zum Beispiel so, dass die wichtigsten Bestandteile die Pflegestoffe sind. Tenside und Silikone. Darauf setzen fast alle Produkte im Test.“

Schaum ist beim Shampoo kein Qualitätsmerkmal

Im Übrigen ist es kein Qualitätszeichen, wenn das Shampoo schäumt. Der Schaum kommt nur von den sogenannten Tensiden, die in dem Shampoo enthalten sind. Mit der Reinigungskraft hat das nichts zutun.

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Umstrittene Silikone in Shampoos und Spülungen

Häufig in der Kritik sind mittlerweile die sogenannten Silikone, die in vielen Pflegeprodukten drin sind. Insbesondere die Umweltverträglichkeit wird kritisiert, weil sie schwer abbaubar sind und durch das Abwasser in der Umwelt landen können. Über die langfristigen Wirkungen sei noch nicht viel bekannt, so Produkttesterin Waldau.

Mehr Infos: Silikone und Plastik in Kosmetik


Daneben stellen einige Frauen fest, dass die Silikone das Haar schwerer machen und belasten – dafür gibt es allerdings keine Studien, die das bestätigen würden.

So oder so: Viele Leute versuchen, bewusst auf die Silikone zu verzichten. „Wenn Verbraucher darauf achten wollen, steht das meistens auf der Verpackung drauf“, so die Produkttesterin. Da steht dann ohne Silikone. Fünf silikonfreie Produkte haben beim aktuellen Test auch gut abgeschnitten und sind aus dem eher günstigen Preissegment.

Wer richtig günstig unterwegs sein will, kann auch mal probieren, Shampoos und Spülungen selbst zu mixen. Die nötigen Inhaltsstoffe hat eigentlich jeder zu Hause oder kann sie leicht besorgen.

Rezept für eine Haarkur mit Kokosöl

Zutaten:

25 ml natives Olivenöl
25 Gramm Kokosöl

Zubereitung:

Beide Zutaten in eine kleine Schüssel geben. Diese Schüssel im Wasserbad erwärmen, etwa bei 35 Grad. Gut verrühren, fertig!

Anwendung:

Die Haarkur am besten sofort nach der Zubereitung in die gewaschenen, handtuchtrockenen Haare einkneten. Die Inhaltsstoffe können am besten ins Haar eindringen, wenn die Packung noch warm ist. Für die Einwirkzeit am besten mit Folie umwickeln oder mit einem Handtuch. Nach circa 25 Minuten kann die Haarkur mit einem milden Shampoo ausgewaschen werden.

Der Haken: Die Kur sollte man nicht lange aufheben, sie sollte möglichst frisch zubereitet verwendet werden.

Rezept für eine Spülung mit Apfelessig

Es sieht aus wie Stück Seife in kleinen Netztäschchen. Dahinter verbirgt sich allerdings ein Beauty-Trend: festes Shampoo. Das soll besonders für die Kopfhaut sehr gesund sein. Bringt festes Shampoo mehr als das Normale?

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Zutaten:

1 Teelöffel Apfelessig
1 Tasse Wasser

Zubereitung:

Wasser uns Apfelessig miteinander mischen und am besten in eine Sprühflasche füllen.

Anwendung:

Nach dem Waschen die Haare besprühen und ein paar Minuten einwirken lassen. Dann mit lauwarmem Wasser ausspülen. Das pflegt die Haare, erhöht die Kämmbarkeit und gibt den Haaren einen natürlichen Glanz.

Mehr Tipps: Haarpflege zum Selbermachen