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Ob Orkantief „Friederike“ oder Sturm „Herwart“ – immer wieder kommt es zu großen Unwetterschäden. Aber welche Versicherung zahlt in welchem Fall? Und auf was muss ich achten?

Mietshaus wird beschädigt – Wasser dringt in Wohnung

Hier ist der Hauseigentümer verantwortlich, der hoffentlich einen Wohngebäudeversicherung hat, die den Schaden bezahlt. Wenn meine beweglichen Sachen in der Wohnung beschädigt werden, zum Beispiel die Couch, zahlt die Hausratversicherung.

Baum fällt in meinen Garten

In diesem Fall ist jetzt meine Wohngebäudeversicherung gefragt. Wenn es keine Schäden gab, muss der Abtransport des Baumes unter Umständen selbst bezahlt werden.

Mein Ziegel fällt auf das Auto des Nachbarn

Pech gehabt, muss man sagen. Sturm ist höhere Gewalt und wenn ich nicht schuld bin, kann ich auch nicht haftbar gemacht werden. Das heißt, der Autobesitzer muss sich mit seiner Versicherung auseinander setzen.

Mein Auto wird durch den Sturm beschädigt

Bei Voll- und Teilkasko gibt es da in der Regel kein Problem. Wer allerdings nur eine Haftpflichtversicherung hat, muss den Schaden selbst bezahlen.

Bahn und Flugausfälle wegen Sturm

Eigentlich ist ein Unwetter ja höhere Gewalt, aber der Europäische Gerichtshof hat entschieden, die Bahn muss trotzdem einen Teil des Tickets erstatten. Bei Flügen muss die Fluggesellschaft dafür sorgen, dass man doch noch irgendwie sein Ziel erreicht, zum Beispiel mit einem Mietwagen. Ob das Ticket erstattet wird, ist strittig.

Definition: „höhere Gewalt“

Höhere Gewalt sind Naturkatastrophen jeder Art. Dazu gehören Unwetter, Erdbeben, Überschwemmungen oder auch Vulkanausbrüche. Aber auch Ereignisse wie Brand, Verkehrsunfälle, Geiselnahmen, Krieg oder Terrorismus.

Grundsätzlich gilt, jeder Versicherungsfall ist anders und hängt auch davon ab, was man abgesichert hat. Eine gute Übersicht hat Stiftung Warentest.

Gebäudeversicherung

Für Schäden am Haus ist die Gebäudeversicherung zuständig. Viele Deutsche haben so eine Versicherung. Die deckt in der Regel durch Sturm (mindestens Windstärke 8), Blitz oder Hagelschlag verursachte Schäden ab. Das Problem: Anders als durch Wind verursachte Sturmschäden sind Hochwasserschäden und Schäden durch Starkregen nur dann von der Gebäudeversicherung erfasst, wenn dies extra vereinbart ist, in der sogenannten „Elementarschadenversicherung“.

Hausratversicherung

Schäden an Möbeln, Elektrogeräten, Kleidung – also alles, was sich im Haus befindet, aber nicht Teil des Hauses selbst ist – deckt nur eine Hausratversicherung ab. Ganz wichtig: Auch hier müssen Betroffene im Fall von starken Regenfällen und über die Ufer tretenden Bächen schauen, ob auch Elementarschäden von ihrer Hausratversicherung abgedeckt sind. Ein weiteres Problem, selbst wenn Versicherungsschutz besteht: Hausrat, der sich in der Garage befindet, ist oftmals nicht mit geschützt. Das Auto selbst gehört sowieso nicht zum Hausrat.