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Immer mehr Menschen motivieren sich und kontrollieren ihre Fitness mit neuester Technik, speichern ihre Daten um gesünder zu leben. Das kann aber auch richtig problematisch sein.

Fitnesstracker; Foto: imago

Mittlerweile richtig stylish: Sogenannte Wearables sind Armbänder oder Uhren, die unsere Gesundheitswerte messen.

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Fitness-Apps und Armbanduhren sind mittlerweile trendige Begleiter. Sie motivieren uns, mehr Sport zu machen und sagen uns, wann wir zu wenig Schritte getan haben. Fans feiern die Technik-Innovation, kaufen sich die modischen Armbänder und Uhren oder greifen auf Fitness-Apps für's Smartphone zurück. Die Vorteile sind klar: Es gibt individuelle Tipps, wir können gemeinsam mit Freunden oder Fremden trainieren und uns vergleichen.

Datenwahn – von Herzschlag bis Schlafdauer

Um detaillierte Tipps zu geben, können Fitnessarmbänder (sogenannte Wearables) mittlerweile viele verschiedene Daten auswerten: den Herzschlag, die Anzahl der Schritte die wir pro Tag gelaufen sind oder die Schlafdauer. Das Problem: All diese Daten werden bei den meisten Modellen eben nicht nur auf der Uhr gespeichert.

Fitnesstracker; Foto: imago

Viele nutzen die Fitness-Apps nicht nur für sich, sondern auch in der Gruppe – und denken nicht darüber nach, wo sie ihre Daten hinschicken.

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Alle Daten in die Cloud!

Bei den meisten Apps bekommen wir erst Auswertungen unserer Zahlen und Tipps für einen gesünderen Lebensstil, wenn wir unsere täglich gesammelten Daten uploaden und in eine Cloud stellen, in einen großen Speicher im Internet. Viele Menschen nutzen außerdem Fitnessarmbänder, um sich in Gruppen zu organisieren, sich mit Freunden oder in der Familie einen kleinen Konkurrenzkampf zu liefen: Ich gründe eine Gruppe, verbinde die Daten der Armbänder miteinander und sehe am Abend, wer von uns am meisten Sport gemacht hat und wer ein bisschen faul war. Auch dann sind all unsere Gesundheitsinformationen sofort beim Anbieter.

Wirtschaftsfaktor Fitness-Apps; Foto: SWR.de
2:34

Körperliebe/ Körperhass

Wirtschaftsfaktor Fitness-Apps

Unbedingt das Kleingedruckte lesen!

Verbraucherschützer warnen: Diese Daten sind Geld wert. Im Kleingedruckten vieler Tracking-Anbieter und Fitness-Apps willigen die Nutzer ein, dass ihre Daten zu Marketingzwecken genutzt werden. Und das machen die Anbieter: Laut Erkenntnissen der Verbraucherzentralen teilt einer der populärsten Anbieter seine Daten mit zehn Unternehmen.

So bleiben deine Daten bei Dir!

Unser Tipp: Die Fitnessuhr nicht den ganzen Tag tragen, nicht ständig alles tracken und nachverfolgen. Oder: Uhren nutzen, die nicht über eine App laufen, bei denen wir nicht ständig aufgefordert werden, unsere Daten in eine Cloud zu laden. Der beste Trick wäre aus Sicht von Datenschützern natürlich, ganz auf Fitness-Apps und -armbänder zu verzichten – aber das muss jeder für sich entscheiden.

Nachhören: Wirtschaftsfaktor Fitness-Apps

Im SWR3 Themenschwerpunkt Körperliebe und Körperhass haben wir bereits im Oktober über den Wirtschaftsfaktor bei Fitness-Apps gesprochen.

Qualitätsstandards für Apps?

Im Moment gibt es noch keine Qualitätsstandards für die Apps und Uhren. Daran wird aber gearbeitet, denn der Markt ist unübersichtlich, die Anbieter geben ungern Auskunft über ihren Umgang mit Daten und der letzte, der genau weiß, was er da tut, ist der Kunde. Einrichtungen wie das Bochumer Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH entwickeln Qualitätszertifikate. Da soll dann geprüft werden, was solche Programme genau leisten sollen und wie sie mit Daten umgehen – eine Art Prüfsiegel, wie für Bio-Gemüse.

Mediziner sehen auch Chancen

Einige Mediziner sehen aber auch Chancen in den Tracking-Apps und -armbändern. Richtig genutzt könnten die Uhren Ärzten dabei helfen, schneller und früher herauszufinden, welche Krankheit jemand hat. Die Daten könnten in Zukunft möglicherweise genauso helfen, eine Diagnose zu finden, wie heute bereits Röntgenbilder.

Fitnesstracker; Foto: imago

Verbraucherzentralen sehen vor allem den Bedarf, Qualitätsstandards für Fitness-Programme durchzusetzen.

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Nur Wenige lehnen Fitness-Apps ab

Bis dahin dürfte es aber noch eine Weile dauern. Nur sechs Prozent der Deutschen haben laut einer Umfrage der Verbraucherzentralen eine Uhr oder ein Armband für die Fitness. Bei den Smartphone-Apps sind wir allerdings schon sehr gut dabei: Fast die Hälfte aller Smartphone-Besitzer haben bereits eine Gesundheits-App installiert. Nur jeder Zehnte lehnt solche Programme grundsätzlich ab.

Wichtige Informationen zum Datenschutz bei Fitness-Programmen haben die Verbraucherzentralen hier zusammen gefasst.


Autor
Kira Urschinger
Autor
SWR3