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Nicht nur in Australien brennt es, weltweit lodern Feuer, aber von vielen nehmen wir gar keine Notiz. Die Ursachen sind oft vielschichtig, auch der Klimawandel ist einer der Gründe. Welche Rolle er aber genau spielt, ist noch nicht ganz klar. Sicher ist aber: Die vielen Brände heizen den Klimawandel weiter an.

Nicht nur in Australien, Kanada oder Brasilien gibt es verheerende Brände, auch in Sibirien, Indonesien, großen Teilen Afrikas, Asiens und Mittelamerikas gehören große Brände zur Tagesordnung. Momentan gibt es in einem breiten Streifen in der Mitte Afrikas – so ungefähr vom Senegal bis Äthiopien – laut einer Karte der NASA so viele Feuer, dass die Region wie ein breites, rotes Band erscheint. Doch davon wird bei uns kaum Notiz genommen.

Aber auch wenn es paradox klingt: Die Zahl der großen Brände weltweit ist in den letzten 15 Jahren zwar nicht gestiegen, dennoch gehen Experten davon aus, dass die Gefahr großer, unkontrollierbarer Feuer insgesamt steigt – auch in Regionen, die bisher kaum betroffen waren.

Nicht jeder Brand ist schlecht

Auch wenn die Folgen eines großes Brandes meistens verheerend sind, bringen die Feuer – etwa in Afrika – nicht nur Zerstörung. In den Graslandschaften etwa, die große Teile des Kontinents bedecken, sind die Feuer sogar ein wichtiger Teil des Ökosystems – die Flammen verschlingen tote Pflanzenteile und die Asche düngt den Boden. Das Grasland regeneriert sich innerhalb weniger Monate: Etwas Neues kann entstehen. Auch im Buschland Australiens oder in der Arktis gehören Brände eigentlich zum Zyklus des Ökosystems, geraten jedoch immer wieder völlig außer Kontrolle.

Oft sind die Schäden katastrophal

Nicht nur dort sind die Folgen verheerend. Der Regenwald, der – etwa im Amazonas-Becken, aber auch auf Indonesien – immer wieder von riesigen Feuern zerstört wird, braucht nach Ansicht von Experten 40 bis 50 Jahre, um sich wieder einigermaßen zu erholen. Ähnlich lange dauert es in den Nationalparks im Westen der USA und Kanada.

Schuld ist meistens der Mensch

Gründe für die vielen Brände weltweit gibt es unzählige, aber (Mit-)schuld ist meistens der Mensch. Laut einem Bericht der Umweltschutzorganisation WWF brechen nur noch vier Prozent der Feuer auf natürliche Weise aus, etwa durch Blitzeinschläge. Häufig sind Brandstiftung, Rodung durch Feuer oder auch einfach Nachlässigkeit Gründe für ein Feuer, das schnell außer Kontrolle gerät. In Indonesien etwa wurden für die Papier- und Palmölproduktion seit 1990 mehr als 27 Millionen Hektar Wald vernichtet.

Klimawandel facht die Brände an

In den letzten Jahren hat sich durch den Klimawandel das Oberflächenwasser der Ozeane im Schnitt um knapp 0,8 Grad Celsius erwärmt. Doch die Weltmeere sind die Klimaanlage des Planeten. Wird das Wasser immer wärmer, sorgt das unter anderem für extremere Temperaturen an Land, für heißes, trockenes Wetter und häufig mehr Dürren. Böden und Pflanzen trocknen aus. Kommen dann noch – wie etwa in Australien – starke Winde dazu, wächst die Brandgefahr enorm.

Brände verstärken Klimawandel

Bei jedem Brand werden große Mengen Treibhausgase in die Atmosphäre geblasen. Laut Greenpeace werden durch die globalen Brände halb so viele CO2-Emissionen freigesetzt, wie aus der weltweiten Kohleverbrennung. In Australien etwa wurde in den letzten Wochen bereits so viel CO2 emittiert, wie der Kontinent sonst in einem halben Jahr erzeugt. Und wenn Regenwälder den Bränden zum Opfer fallen, wird dabei zudem das CO2 freigesetzt, dass die Bäume in ihrem teils langen Leben gespeichert haben. Und je kleiner die Wälder werden, umso weniger CO2 kann gespeichert werden.

Auch die Permafrostböden in Sibirien haben große Mengen CO2 gespeichert. Tauen sie jetzt infolge schwerer Brände noch schneller auf als befürchtet, wird das den Klimawandel weiter anheizen.