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Schadet mir das Cholesterin in den Eiern, ist die Farbe der bunten Eier giftig? Kann das Ausblasen der Eier krank machen? Und gibt es Eier, für die keine Küken geschreddert wurden? Wir erklären, was stimmt und was nicht.

1. Eier erhöhen den Cholesterin-Spiegel

Stimmt nicht. Eier enthalten viel Cholesterin, da ist sich die Wissenschaft einig. Wissenschaftsautor Bas Kast hat sich viele verschiedene Studien angeschaut und uns im SWR3-Interivew berichtet. Es sei allerdings ein Trugschluss, dass dieses Cholesterin sich negativ auf den menschlichen Körper auswirke. Tatsächlich sei nicht nachweisbar, dass das Cholesterin in Lebensmitteln auch den Cholesterin des Essers im Blut erhöhen würde. „Die Erhöhung ist so minimal, dass man sie fast nicht messen kann“, so Bas Kast.

Professor Helmut Gohlke vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung weist allerdings daraufhin, dass es genetische Unterschiede bei verschiedenen Menschen gäbe, die das Cholesterin beeinflussen. Eine allgemeine Antwort darauf, ob Eier wegen ihres Cholesterins ungesund seien oder nicht, könne daher nicht getroffen werden. Darüber hinaus käme es auf die Gesamtzusammenstellung der Ernährung an – nicht nur auf ein oder zwei Eier.

Auch das Bundeszentrum für Ernährung stellt fest:

Bunte Eier haben jetzt Hochsaison. Wer an Ostern mehr Eier isst, muss kein schlechtes Gewissen haben. Sie enthalten zwar viel Cholesterin, aber das beeinflusst kaum den Cholesterinspiegel. [...] Lange wurde die Bedeutung des Nahrungscholesterins überbewertet. Entscheidend für den Cholesterinspiegel im Blut ist weniger das Cholesterin aus der Nahrung als die Qualität der Nahrungsfette.

Auch für Menschen, die erhöhte Blutfettwerte haben, heißt es: Der Zusammenhang zwischen Cholesterin und Fetten sei nicht klar und damit genauso wenig ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Der beste Tipp bleibt also Paracelsus' Weisheit, die auf nahezu alle Ernährungsfragen zutrifft: Die Menge macht das Gift. Ein paar Eier sind kein Problem – wer sie kiloweise in sich hinein stopft, sollte das noch einmal überdenken.

2. Gefärbte Eier sind giftig

Stimmt teilweise. Das bunte Ei ist aufgepellt, drunter sieht man: Es hat lila Punkte auf dem Eiweiß oder rosarote Striche. Erst einmal nicht schlimm, erklärt Ursula Krämer, Ernährungswissenschaftlerin, dem SWR. Lebensmittelfarbe ist nicht giftig und nur sie darf zum Färben der im Handel erhältlichen Eier verwendet werden. Eine Ausnahme gibt es bei der Gruppe der sogenannten Azofarbstoffe. Sie können bei Kindern Hyperaktivität auslösen. Isabel Marloth vom Landesuntersuchungsamt in Koblenz sagt dazu: „Diese [Azofarbstoffe] müssen laut Gesetz deklariert werden.“

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät allerdings zu Vorsicht, wenn man Allergiker ist. Bei manchen Farben sei eine allergische Reaktion möglich, das kann dann tatsächlich gefährlich werden: Deshalb genau auf die Auszeichnung auf der Packung achten.

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Ein weiteres Problem bei gefärbten Eiern ist, dass sie kein Haltbarkeitsdatum aufgedruckt haben – anders als die unbehandelten Eier, die einen Stempel auf der Schale tragen. Deshalb ganz wichtig: Den Karton oder die Verpackung behalten, in der man die Eier gekauft hat. Bei gefärbten, losen Eiern (gibt's oft zum Beispiel auf dem Markt oder beim Bäcker) muss ein Schild auf die Mindesthaltbarkeit hinweisen.

Dann sollten die bearbeiteten Eier auch problemlos haltbar sein, sagt Dr. Melanie Hassel vom Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz dem SWR: „Die gefärbten Eier enthalten eine Schutzschicht. Also, wenn die gefärbt werden, wird das hinterher noch mit einer Art Schellack oder Wachs besprüht und diese Schicht versiegelt die Poren des Eis.“

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz weist daraufhin, ausschließlich Eier mit einer Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatum zu kaufen, denn:

Bereits gekochte und gefärbte Eier unterliegen nicht der strengen Kennzeichnungspflicht, die EU-weit mit Hinweisen zur Herkunft, Haltung und Frische für rohe Eier gilt.

Was vor allem wichtig ist: sich auf seine Sinne zu verlassen. Wie riecht das Ei? Und hat die Schale Risse? Denn über die Risse könnten Keime in das Ei eindringen.

Das Land Baden-Württemberg hat im Zeitraum von 2016 bis 2018 bunte Eier vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg checken lassen. Das Ergebnis: Die gekochten und gefärbten Eier sind weitgehend in Ordnung. Von 143 untersuchten Eierpackungen seien nur drei aufgefallen, die nicht zum Verzehr geeignet waren, weil sie frühzeitig verdarben. Auch hier wiesen die Experten daraufhin, dass Risse im Ei ein Risiko sein können.

Hier den gesamten Bericht zum Freiburger Eier-Test lesen

3. Bunt gefärbte Eier sind immer aus Käfighaltung


Stimmt nicht. „Wer beim Eierkauf auf artgerechte Tierhaltung achtet, muss eher selbst färben, denn die Legehennenhaltung muss bei bunten Eiern nicht gekennzeichnet werden. Dennoch findet man diese Angabe immer häufiger. Es lohnt sich, auf diese eventuelle freiwillige Zusatzinformation auf der Verpackung zu achten“, so die Verbraucherzentrale.

Es gibt also durchaus bunte Eier, die nicht von Tieren aus Käfighaltung stammen. Sie sind für den Verbraucher nur schwieriger zu erkennen. Da es keine Kennzeichnungspflicht bei den bunten Eiern für die Herkunft gibt, bleibt nur der Tipp, beim Einkauf aufmerksam zu sein und das Kleingedruckte zu lesen oder auf Labels zu achten. Ganz sicher ist man, wenn man die Eier direkt beim Erzeuger kauft – aber das ist natürlich auch nicht immer möglich.

4. Für Ostereier werden immer Küken geschreddert

Stimmt nicht. Neben der Frage, wie die Hennen gelebt haben, ist für viele Verbraucher auch entscheidend, ob Küken für die Eier geschreddert werden. Denn nicht nur Legehennen schlüpfen aus den Eiern, sondern auch männliche Küken. Diese legen allerdings selbst keine Eier, die Aufzucht ist außerdem viel teurer, weil sie länger dauert. Deshalb werden Millionen männliche Bruder-Küken von Legehennen sofort nach dem Schlüpfen getötet. Das betrifft auch Brüder von Bio-Legehennen, wie die Verbraucherzentrale bestätigt.

Es gibt verschiedene Initiativen, die sich für eine Aufzucht der Bruder-Küken einsetzen. Darunter die Bruderhahn Initiative Deutschland (BID). Eier kosten pro Stück 4 Cent mehr, dafür werden keine Küken geschreddet. Die Initiative wird unterstützt von Bioland und demeter. Auf den Verpackungen der Eier ist ausgeschrieben, dass es sich um betreffende Eier handelt.

Auch bei anderen Produzenten gibt es vergleichbare Angebote, beispielsweise bei der Bruderküken-Initiative von Alnatura oder der Basic Bruder­herz-Initiative der Bio-Handelskette Basic. Und auch konventionelle Supermärkte ziehen nach: Bei Rewe gibt es in teilnehmenden Märkten Spitz&Bube. Bei dem ebenfalls zur Rewe-Group gehörenden Anbieter Penny ist ebenfalls eine bundesweite Einführung des bisherigen Tests für respeggt-Freiland-Eier geplant, wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vermeldet. Die Eier kosten hier 2 Cent mehr pro Stück.

Die Stiftung Warentest hat sich diese Initiativen angeschaut, auch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hält die Anti-Schredder-Eier für empfehlenswert.

Eine weitere Möglichkeit ist, Eier eines sogenannten Zweinutzungshuhns zu kaufen. Das heißt, sie werden sowohl zur Mast als auch zum Eierlegen gebraucht. Solche Hühner gibt es schon länger auf vielen Höfen, mittlerweile aber auch in Supermärkten zu kaufen. Sie sind allerdings etwas teurer als konventionelle Hühner.

5. Eier auszublasen ist gefährlich

Stimmt teilweise. Eier auszublasen ist für viele Familien ein riesen Spaß, insbesondere Kinder sollten sie aber lieber nicht mit dem Mund auspusten. Das rät das Bundesinstitut für Risikobewertung. Vor allem Salmonellen könnten bei rohen Eiern übertragen werden und eine Durchfallerkrankung auslösen. Deshalb werden von Experten Strohhalme zum Ausblasen empfohlen oder auch Einwegspritzen oder ein Mini-Blasebalg aus dem Drogeriemarkt oder Bastelgeschäft.

Die Eier sollten außerdem bis zum Basteln im Kühlschrank gelagert werden, damit sich eventuelle Keime gar nicht erst entwickeln können. Auch hier noch einmal kritisch auf die Schale gucken: Gibt es Risse, ist das Ei beschädigt? Dann besser weg damit.

Wichtig ist beim Basteln mit den Eiern auch eine generelle Hygiene: Hände und Eier gut mit Seife waschen. Spritzer vom Inneren des Eis direkt wegwischen.

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6. Eier machen dick

Stimmt nicht. Rund 155 Kilokalorien kommen auf 100 Gramm Ei, davon sind etwa 11 Gramm Fett. Das Fett steckt vor allem im Eigelb. Im Vergleich: 100 Gramm Schinken – die man vielleicht genauso auf dem Frühstückstisch haben wird wie ein Osterei – enthalten 145 Kilokalorien, davon 6 Gramm Fett. Ob eines von beidem dick macht oder nicht, entscheidet die Gesamtkalorienzahl, die wir über den Tag essen. Dick macht nicht das Ei, sondern ein Zuviel an Kalorienzufuhr im Vergleich zu dem, was der Körper den Tag über verbrennt und wie viel wir uns bewegen.

Wissenschaftsautor Bas Kast weist daraufhin, dass im Ei tierisches Eiweiß enthalten ist, dies sei in einem Übermaß nicht gut für den Körper. Es beschleunige den Alterungsprozess des Körpers insgesamt, allerdings erst, wenn man wirklich viele Eier essen würde. „Meine Faustregel ist: Maximal ein Ei im Schnitt pro Tag“, sagt der Autor im SWR3-Interview.