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Keine Lust Sprudelflaschen zu schleppen? Sprudel kann man aus Leitungswasser auch selbst machen – mit Wassersprudlern. Die Stiftung Warentest hat sieben Geräte getestet.

Das Ergebnis ist nicht gerade prickelnd

Wassersprudler sollen vor allem eins: Sprudel machen. Aber genau in dem Punkt enttäuschen einige Geräte. Nur drei von sieben Sprudlern schaffen wirklich spritziges Wasser. Bei den anderen springt vorher das Überdruckventil an – das Ergebnis ist dann höchstens Medium-Wasser. Enttäuschend für alle, die viel Kohlensäure im Wasser wollen. Ausgerechnet Marktführer Sodastream schafft beim Aufsprudeln mit seinen beiden Geräten nur die Note „befriedigend“. Überzeugender fanden die Tester das Gerät der Konkurrenz Soda Trend Style. Das ist Preis-Leistungs-Sieger und kostet 80 Euro. Der Sprudler hat die Gesamtnote 2,0 bekommen, genauso wie ein Gerät von Aarke, das aber mit 229 Euro zu den teuersten Geräten im Test gehört.

Selber sprudeln ist nicht billig

Selbst gesprudeltes Wasser ist nicht automatisch die günstigste Lösung. Es kommt darauf an, welches Wasser man sonst kaufen würde. An den Preis der billigsten Classic-Wässer vom Discounter kommen nur zwei Sprudler ran. Aber im Vergleich zu manchen Marken-Mineralwässern ist selber sprudeln dann doch günstiger. Hauptvorteil der Wassersprudler ist aber, dass man sich das Schleppen spart – und es fällt kein Einweg-Plastik an.

Wichtig: Wassersprudler-Flaschen regelmäßig reinigen

Bei der Hygiene von Wassersprudlern gibt es laut Stiftung Warentest ein paar Dinge zu beachten. Zum einen: regelmäßig die Düse am Sprudler putzen – sonst können sich schleimbildende Bakterien bilden. Und das selbst gesprudelte Wasser am besten aus dem Glas trinken. Wer lieber aus der Flasche trinkt, sollte sie dann auf jeden Fall vor dem nächsten Sprudeln gründlich spülen. Das ist bei den Plastik-Flaschen aber nicht so einfach – die dürfen nur per Hand gespült werden, sonst wird das Material spröde. Da haben die Glasflaschen einen großen Vorteil: Sie können in die Spülmaschine. Auch die Verbraucherzentrale empfiehlt Glasflaschen und rät dazu, Babys, Kleinkindern, Schwangeren und Kranken zwar Leitungswasser zu geben, aber kein selbst zubereitetes Sprudelwasser.

Trinkwasser oder Mineralwasser – was ist besser?

Die Stiftung Warentest hat auch Mineralwässer getestet und mit Trinkwasser aus der Leitung verglichen. Dabei überrascht vor allem eins: Mineralwasser muss gar keinen besonders hohen Mineralstoffgehalt haben. Sara Waldau von der Stiftung Warentest sagt im SWR3-Interview:

Viele Leute erwarten von einem Mineralwasser sehr viele Mineralstoffe. Das muss aber gar nicht so sein, das ist vor Jahren aufgeweicht worden. Es muss keinen hohen Mineralstoffgehalt haben. Tatsächlich ist es auch so, dass die meisten Wässer im Test einen geringen Mineralstoffgehalt haben. Es gibt Trinkwässer, die mehr Mineralstoffe enthalten.

Sara Waldau, Stiftung Warentest

Mehrere Städte in SWR3Land haben Leitungswasser, das mehr Mineralstoffe hat als viele Mineralwässer aus der Flasche. Am meisten Mineralien im Trinkwasser haben laut Stiftung Warentest Achern, Darmstadt und Frankfurt (Main) – bis zu 572 Milligramm pro Liter. Viele Mineralwässer haben weniger als 500 Milligramm Mineralstoffe pro Liter.

In jedem zweiten Mineralwasser hat der Test außerdem nennenswerte Mengen an Keimen, kritischen Stoffen oder Verunreinigungen gefunden. Das widerspreche den hohen Erwartungen an Mineralwasser. Beim Leitungswasser stimme die Qualität grundsätzlich, obwohl auch hier kritische Stoffe gefunden wurden.

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„Babywasser“ – könnt ihr euch sparen

Es gibt Wasser, auf dem extra-groß steht, dass es „Babywasser“ ist: Meist sind sie dann deutlich teurer als andere Mineralwassersorten. Zum Babywasser sagt Sara Waldau: „Das ist überflüssig. Es gibt klassische Mineralwässer im Supermarkt, auf denen ganz klein der Hinweis steht: Zur Säuglingsnahrung geeignet. Die müssen die gleichen Kriterien erfüllen wie Wässer, auf denen groß „Babywasser“ drauf steht.