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Kira Urschinger
Kira Urschinger; Foto: SWR3 / Nadine Luft
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Wer rote Haare hat, ist etwas ganz Besonderes – sogar irgendwie eine Art Superheld, aber auch ein bisschen Neandertaler. Ein Rätsel für die Forschung und in einer Kategorie mit den coolsten Promis überhaupt.

1. Rothaarige sind etwas ganz Besonderes

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Weniger als ein Prozent der Weltbevölkerung hat von Natur aus rotes Haar. In Schottland und Irland gibt es am meisten Rothaarige: Hier sind es zehn Prozent. In Deutschland sind es nur zwei Prozent.

So oder so: Rot ist die seltenste Haarfarbe von allen. Wenn du also zu den Glücklichen gehörst, bist du statistisch belegbar etwas extrem Besonderes! Am seltensten ist übrigens die Kombination aus roten Haaren und blauen Augen.

2. Rothaarige sind genetische Superhelden

Von einer Spinne gebissen, im Labor bearbeitet worden, Genmaterial verändert – so entstehen Superhelden, wie zum Beispiel im Marvel-Universum. Im Grunde genommen ist es bei Rothaarigen genauso: Die rote Farbe kommt von einer seltenen Genmutation. Genauer gesagt: Eine winzige Mutation auf Chromosom 16 verändert den Melanocortinrezeptor 1 (MC1R). Der Rezeptor wird blockiert und das rote Pigment Phäomelanin wird vermehrt hergestellt.

Wie es genau zu der Mutation kam, ist nicht klar. Genetische Studien weisen laut Max-Planck-Gesellschaft darauf hin, dass bereits Neandertaler rote Haare hatten. Experten vermuten, dass mit der Besiedelung von nördlicheren Regionen blasse Haut und die roten Haare in einer Umwelt mit wenig Sonnenlicht praktischer gewesen sein könnten. Verrückt! Und das alles ohne Hollywood, Spinnen und Labor!

3. Rote Haare werden fast nie grau

Die rote Pigmentierung der Haare ist hartnäckig – das merken Rothaarige, wenn sie versuchen, ihre Haare zu färben. Das ist oft echt schwierig. Aber: Es heißt, die meisten von ihnen behalten dafür die Haarfarbe lange. Das Rot würde zunächst eher blasser und letztlich auch höchstens zu Weiß, aber nicht zu Grau. Gratulation, das hört sich doch gut an!

4. Rothaarige sind ein bisschen mysteriös

Wissenschaftler vermuten, dass Rothaarige ein anderes Schmerzempfinden haben – das läge an der Mutation des Gens, das für die rote Haarfarbe verantwortlich ist. Dieses Gen würde sich auch auf das Schmerzempfinden auswirken. Manche Studien sagen, Redheads seien insgesamt weniger schmerzempfindlich.

Redhead Day in den Niederlanden; Foto: imago/ZUMA Press

In den Niederlanden kommen am 4. September Rothaarige zum Redhead Day in die Stadt Breda.

imago/ZUMA Press

Laut Forschern der International Association for the Study of Pain sollen Rothaarige zum Beispiel auf Hitze und Kälte empfindlicher reagieren als Menschen mit einer anderen Haarfarbe. Mediziner setzen sich auch damit auseinander, welche Auswirkungen dieses besondere Schmerzempfinden auf die Verabreichung von Medikamenten oder Narkosemitteln hat.

Der Stoffwechselphysiologe Thomas Burmester sagte dazu zum NDR: „Es gibt Studien, die sich damit befassen, ob Rothaarige mehr oder weniger Schmerz empfinden. Tatsächlich sind diese Studien eher widersprüchlich, dass bestimmte Schmerzformen stärker, andere dagegen schwächer wahrgenommen werden.“ Man kann also noch keine einheitliche Aussage treffen, klar ist aber: Rothaarige geben der Forschung Rätsel auf. Und das macht einen doch irgendwie auch spannend.

5. Keine andere Haarfarbe hat so viele eigene Tage

Jace Shoemaker-Galloway ist Autorin und Bloggerin und sie ist rothaarig. Auf sie geht die Idee zurück, am 26. Mai einen Welttag der Rothaarigen, den World Redhead Day, zu veranstalten. Warum sie genau dieses Datum haben wollte, ist nicht klar. Denn es gibt durchaus noch andere feierliche Anlässe für Rothaarige:

  • Kiss a Ginger Day, der ist am 12. Januar.
  • Rothaarigentag in den Niederlanden: Der wird seit 2007 immer am ersten September-Wochenende in der Stadt Breda gefeiert.

So viele eigene Tage hat sonst keine Haarfarbe – nicht Blond, nicht Braun, nicht Schwarz. Das ist roter Rekord.

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6. Die coolsten Promis haben rote Haare

Ja, viele Promis färben sich gelegentlich mal die Haare rot. Scarlett Johansson zum Beispiel für eine Rolle bei den Avengers. Oder Kirsten Dunst für die große Liebe von Spiderman. Sieht halt auch super aus und ist irgendwie interessant. Es gibt unter den Promis aber auch naturfarbene Rothaarige wie Ed Sheeran, Sarah Gray Rafferty (die absolut unerreichte Donna aus Suits) oder den sympathischen Rupert Grint (Ron aus Harry Potter).

Rothaarige Promis sind die coolsten; Foto: dpa

Die vielleicht tollste, auf jeden Fall schlagfertigste Rothaarige in der Serienlandschaft: Sarah Raffery ist der Zuschauerliebling aus Suits.

dpa

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