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AUTOR/IN
Fabian Töpel
SWR3

Es ist immer unwahrscheinlicher, dass Daniel Küblböck noch am Leben ist. Aber kann der Sänger schon für tot erklärt werden? Ab wann kann überhaupt jemanden für tot erklärt werden?

Wie und wann eine Person für tot erklärt werden kann, regelt das sogenannte Verschollenheitsgesetz. Danach gilt man als verschollen, wenn man über einen sehr langen Zeitraum keine Nachrichten erhält, ob der Verschollene noch lebt UND es ernsthafte Zweifel an seinem Überleben gibt. Das ist natürlich bei einem Schiffsunglück oder einem Flugzeugabsturz eher der Fall, als wenn jemand einfach so verschwindet.

Je nach Unglück, gelten unterschiedliche Fristen

Bei einer Fahrt auf See, wie im Fall Daniel Küblböck, geht das Gesetz von sechs Monaten aus. Solange muss man abwarten, bis jemand für tot erklärt werden kann. Bei einem Flugzeugunglück sind es nur drei Monate. Wenn jemand einfach so verschwindet und nicht mehr auffindbar ist, gelten natürlich andere Fristen. Bis eine Person 25 Jahre alt ist, kann sie grundsätzlich nicht für tot erklärt werden. Wenn eine Person älter als 25 Jahre alt ist, kann sie erst zehn Jahre nach dem letzten Kontakt von den Angehörigen oder der Staatsanwaltschaft für tot erklärt werden, wenn es ernsthafte Zweifel am Überleben gibt.

Warum ist es wichtig, jemanden für tot zu erklären?

Die Zeit der Unsicherheit kann für viele Angehörige eine enorme emotionale Belastung sein, daher ist es wichtig, irgendwann einmal abzuschließen. Außerdem ist es rechtlich von enormer Bedeutung, ob jemand für tot erklärt wird, oder nur als verschollen gilt. Bis zum Tod gelten natürlich alle Verträge weiter. Außerdem kann natürlich auch das Erbe erst geregelt werden, wenn Rechtssicherheit herrscht, dass die Person auch verstorben ist.

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