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Kira Urschinger
Kira Urschinger (Foto: SWR3)
Volker Janitz, Marcus Barsch, SWR3

Altersgrenze für WhatsApp: 13 Jahre. Melden sich trotzdem jüngere Kinder bei dem Messenger an? Natürlich. Und was soll man da als Eltern machen?

Erst einmal stellt sich die Frage: Ist denn das so schlimm, wenn ein Kind, das jünger ist als 13 Jahre, mit Messengern wie WhatsApp unterwegs ist. Für die SWR3-Nachmittagsshow mit Marcus Barsch haben wir nachgefragt, bei Medienpädagogin Birgit Kimmel von klicksafe.de. Und sie hat einen klaren Standpunkt: WhatsApp ist nichts für Kinder!

Sie können von Erwachsenen kontaktiert werden, sie können Bilder geschickt kriegen – das ist problematisch.

Der Messenger sei nicht kontrollierbar und damit für Kinder unter 13 Jahren nicht geeignet.

Aber wie sollen Eltern reagieren? Verbieten? Schwierig. Muss aber auch nicht sein. Es gibt durchaus Dienste, die – anders als WhatsApp – auch für Kinder geeignet sind.

Diese Messenger empfiehlt die Expertin

Tipp 1: Wire

Wire gehört einem Berliner Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz. Der Pluspunkt: Datenschutz. Alle Server stehen in Europa. Der Messenger ist nicht speziell für Kinder gemacht, sondern richtet sich an jeden, der den Marktführer WhatsApp schwierig findet. Finanziell wird das Unternehmen übrigens von Skype-Begründer Janus Friis unterstützt.

Tipp 2: Signal

Die App steht für verschlüsselte Kommunikation. Beim ersten Start meldet man sich mit seiner Handynummer an. Dann wird abgefragt: Verbinden mit dem Adressbuch? Hier den Zugriff verweigern, sonst gleicht die App regelmäßig Kontakte ab und öffnet damit quasi ständig neue Kommunikationskanäle. Hat man den Zugriff verweigert, muss man die Telefonnummer des Empfängers sogar per Hand eintippen und kann sie nicht in der Kontaktliste speichern. Das macht's sicherer.

Tipp 3: Threema

Threema ist einer der größten Konkurrenten von WhatsApp als Messenger-Dienst. Seit drei Monaten ist über Android und iOS auch verschlüsselte Internet-Telefonie möglich. Das Telefonieren lässt sich auch komplett deaktivieren. Wichtig auch hier: Die Verbindung mit dem Adressbuch kann verweigert werden. Threema macht es außerdem auch möglich, Kontakte in drei Sicherheitsstufen darzustellen. Die sicherste Stufe bedeutet: Die Gesprächspartner können nur miteinander kommunizieren, wenn beide sich mit einem QR-Code identifiziert haben. Kompliziert, aber ja auch wirklich die höchste Sicherheitsstufe.

Eltern müssen sich kümmern

Vor allem dürfen Eltern die Verantwortung nicht abgeben, betont die Medienpädagogin Birgit Kimmel. Egal, welchen Messenger Kinder nutzen dürfen: Eltern sollten sich um das Kind kümmern, die Kontakte kontrollieren und vor allem miteinander reden. Es sei wichtig, dass Kinder wissen, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie belästigt werden oder verängstigende Nachrichten bekommen. Leider kommen insbesondere an Minderjährige gerichtete Kettennachrichten immer wieder auf, bei denen das größte Problem dann entsteht, wenn die Kinder sich niemandem anvertrauen.

Trend zum Messenger U13

Gerade hat auch Facebook einen Messenger vorgestellt, der speziell für Kinder unter 13 Jahren gedacht ist. Eltern können die Kontakte der Kinder gezielt ein- und ausschalten und damit kontrollieren, wer mit wem chattet. Momentan gibt es den Messenger nur in den USA – Eltern diskutieren aber auch bei uns bereits, ob das eigentlich ein gutes Angebot ist oder nur eine schlechte Alternative dazu, sich eben doch an die Altersgrenzen zu halten und besonders junge Kinder von Messengern fernzuhalten.

Infos für alle Eltern und Kinder zum Umgang mit Medien findet ihr hier auf swr.de.

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