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AUTOR/IN
Daniel Isengard

Nicht kaufen, das ist Gift für unseren Körper! Das Bundesamt für Risikobewertung hatte Alu-Deos für gefährlich erklärt. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse. Dr. Mai Thi Nguyen-Kim von maiLab ordnet die für uns ein.

Deos mit Aluminiumsalzen sind gefährlich – oder doch nicht? Viele Deohersteller haben auf ihren Flaschen den Hinweis stehen „Ohne Aluminiumsalze“, weil diese Stoffe als gefährlich galten. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse. Der wissenschaftliche Verbraucherausschuss der EU bezieht sich auf eine Studie und sagt, Aluminiumsalze in Deos seien vernachlässigbar. In einem aktuellen Video auf ihrem YouTube-Kanal maiLab hat sich Chemikerin Dr. Mai Thi das genauer angeschaut.

Deos mit Aluminum: gefährlich oder nicht?

Aluminium steckt von Natur aus in manchen Lebensmitteln, im Wasser und auch in der Luft, die wir atmen. Das alles würden wir im Normalfall problemlos wegstecken, sagt Dr. Mai Thi Nguyen-Kim:

Aluminium ist in höheren Dosen giftig. Aber Alu-Deos sind unbedenklich. Das kann man aus aktuellen Studienergebnissen ableiten, wo genau untersucht wurde, wie viel Aluminium über Deos oder Kosmetika in den Körper gelangt. Vor allem im Gegensatz zu den vielen anderen Aluminumquellen. Bei manchen Sachen kann man aufpassen: zum Beispiel bei Alufolie beim Essen. Wenn die Alufolie in Kontakt mit salzigem oder saurem Essen ist, kann sich viel Alu rauslösen und das sollte man tatsächlich vermeiden.

Deos verstopfen die Poren – gewollt, aber auch gut?

Sogenannte „Antitranspirante“ verhindern, dass wir schwitzen und verstopfen die Poren. Vor allem hier sind diese Aluminiumsalze drin. Experten raten, davon nicht zu viel zu benutzen. Dr. Mai Thi Nguyen-Kim sieht das ähnlich:

Natürlich ist das super gegen Schweißflecken. Aber es ist auch ein bisschen doof, weil schwitzen ein verdammt guter Kühlungsprozess ist, um den uns viele Tiere beneiden würden. Kängurus zum Beispiel lecken sich bei Hitze die Arme ab, damit sie durch den verdampfenden Speichel gekühlt werden. Kängurus würden uns auslachen, wenn die wüssten, dass wir uns freiwillig die Schweißporen verstopfen.

Für welches Deo sollten wir uns entscheiden?

Verstopfte Poren und Aluminiumsalze, die zwar erst in großer Menge gefährlich sind, aber eben auch nicht gänzlich ungefährlich. Dr. Mai Thi Nguyen-Kim ist kein Fan von Antitranspiranten, weil sie die Haut auch trocken machen:

Ich habe immer zwei Deos daheim – eins mit und eins ohne Aluminium. Das mit Aluminium benutze ich bei Drehs, damit ich nicht doch Schweißflecken kriege. Aber eigentlich plädiere ich dafür, Schweißflecken endlich gesellschaftlich zu akzeptieren. Es reicht doch, wenn wir uns gegenseitig nicht anstecken. Müssen wir uns wirklich die Schweißporen verstopfen? Denkt an die Kängurus!

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