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Was tun, wenn die eigenen Kinder Opfer von Beleidigungen und Drohungen im Netz werden? Wichtige Verhaltenstipps und Hilfeadressen gibt uns Cybermobbing-Expertin Birgit Kimmel.

Ein Drittel aller Jugendlichen sind schon einmal Opfer von Cybermobbing-Attacken geworden. Sie sind also über Whatsapp, Snapchat oder auf Facebook beleidigt oder gedemütigt worden. Das Problem dabei: Cybermobbing startet anonym im Internet und geht dann in der realen Welt weiter – zum Beispiel in der Schule.

Laut Birgit Kimmel von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation in Ludwigshafen entsteht Mobbing über einen längeren Zeitraum in einem Kontext, dem man sich nicht entziehen kann – wie eben in der Schule, denn hier besteht Schulpflicht:

Wir können davon ausgehen, dass ein Kind, das über das Netz oder über Whatsapp ausgegrenzt wird, dass dieses Kind das auch im Alltag erlebt und hier sind wir Erwachsenen gefordert zu reagieren.

Nicht die Eltern des Täters konfrontieren, auch nicht den Täter

Die Frage ist dann nur: Wie reagiere ich als Eltern eines betroffenen Kindes, falls der Täter bekannt ist? Nicht dessen Eltern damit konfrontieren, sagt Kimmel – auch wenn einem als Vater oder Mutter eines Opfers vielleicht erst mal sehr danach ist:

In der Regel ist es so, dass Eltern sich schützend vor ihr Kind stellen und dann erst mal die Schuldfrage stellen: Jetzt wollen wir erst mal wissen, was IHR Kind getan hat? Manchmal verhaken sich die Eltern dann untereinander und es geht gar nicht mehr um das Kind.

Eltern eines Cybermobbing-Opfers sollten auch den Täter in Ruhe lassen, rät Kimmel. Denn Täter haben fast immer Helfer im Hintergrund. Und wird der Täter von den Eltern des Opfers attackiert, machen die Helfer weiter.

Mit dem Kind reden und neutrale Hilfe suchen

Besser ist es, mit dem Kind zu reden und sich unbedingt neutrale Hilfe von außen holen:

Ich würde Lehrer, Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter ansprechen. Ein Kind schafft es meistens nicht alleine aus dem Mobbing rauszukommen. Man braucht Unterstützung und es ist völlig in Ordnung, dass man die auch holt.

Als Eltern an der Technikentwicklung dranbleiben

Experten fordern schon lange spezielle Messenger-Dienste für Kinder, also etwas wie Kinder-Whatsapp oder Kinder-Instagram. Weil es sowas aber immer noch nicht gibt, müssen Eltern umso mehr dran bleiben.

Kinder haben oft erst mal Angst, dass Eltern überreagieren. Oder sie denken: Meine Eltern kennen sich eh nicht mit den Medien aus, die können mir gar nicht helfen. Die wissen ja gar nicht, was man tun kann. So lange unsere Kinder uns noch brauchen und sie in diese Medienwelt reinwachsen, ist es sehr notwendig, dass wir uns damit auseinandersetzen.

Sich von den Kindern Whatsapp und Co. zeigen lassen

Denn nur wer weiß, wie das Smartphone seines Kindes funktioniert, kann auch die Sicherheitseinstellungen entsprechend speichern, sagt Kimmel. Nur wer Whatsapp oder Instagram kennt, merkt auch, wenn dort etwas schief läuft. Deshalb ist auch Kontrolle wichtig, so Birgit Kimmel von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation in Ludwigshafen. Zumindest stichprobenartig – vor allem bei jüngeren Kindern:

Das heißt bei unter Zwölfjährigen, dass man sich auch mal zeigen lässt, was sie da machen. Und dann vielleicht auch anhand dieser Beispiele bespricht, was man in dieser Situation anders hätte machen können.

Wenn du persönlich mit jemandem über deine Situation sprechen möchtest kannst du dich auch an folgende Organisationen wenden:

Telefonseelsorge: 0800/111 01 11 oder 0800/111 02 22

Konflikthotline Baden-Württemberg e.V.: 07684 / 809 503

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