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Vom einen auf den anderen Moment ist auf einmal alles anders. Eben noch glücklich vergeben. Und jetzt: Plötzlich Single. Bis man wieder für eine neue Partnerschaft bereit ist, muss jeder vier Phasen durchlaufen. Das ist bei jedem so, erklärt Psychologin Doris Wolf. So kommt ihr am besten dadurch.

1. Phase: Nicht-Wahrhaben-Wollen und Verleugnen

Die erste Phase nach einer Trennung ist der reinste Schockzustand. Der Kopf sagt: Ja, das ist wirklich passiert, aber das Gefühl sagt: Das kann doch gar nicht sein.
Tipp: Es hilft, alle Erinnerungsstücke aus der Beziehung in eine Kiste zu packen.

2. Phase: Aufbrechende Gefühle

Zweiten Phase: Realisieren, dass der Partner tatsächlich weg ist. Das ist die schwierigste Phase, sagt Doris Wolf. Da leiden wir richtig. Wir sind hilflos, einsam, verzweifelt und haben Schuldgefühle. Und in dieser Phase reagiert auch der Körper besonders heftig: Wir haben Schlafstörungen, zu viel oder zu wenig Appetit, so die Psychologin.
Tipp: Den Tag planen und strukturieren. Ein Mal am Tag sollte sich der Single zum Beispiel ganz bewusst mit der Trennung auseinandersetzen, die restliche Zeit aber nicht.

3. Phase: Neuorientierung

Ungefähr ein Jahr lang dauert es, bis Verlassene die ersten beiden Phasen überstanden haben. In der dritten Phase beginnt dann die Neuorientierung. Es geht langsam bergauf. Aber es kommt auch immer wieder die Sehnsucht nach dem Partner zurück oder auch Hassgefühle.
Tipp: Wer sich fragt: „Was hab ich falsch gemacht, warum passiert mir das?“, dann ist man noch nicht bereit für Phase vier, in der man tatsächlich eine neue Partnerschaft eingehen könnte. 

4. Phase: Neues Gleichgewicht

Erst, wenn man nachvollziehen kann, warum es zur Trennung kam (ohne Hassgefühle), wenn man wieder Selbstvertrauen entwickelt hat, beginnt die Phase vier – die des neuen Gleichgewichts. Dann ist man auch wirklich bereit für einen neuen Partner.

Das dauert bei den meisten Menschen aber zwischen zwei und vier Jahren. Wobei das natürlich bei jedem etwas anders ist.

Vor allem zwischen Frauen und Männern gibt es einen deutlichen Unterschied.

Denn die meisten Männer setzen sich nicht wirklich mit ihren Gefühlen auseinander, stürzen sich schnell in eine neue Beziehung und trinken auch öfter Alkohol, um ihre Probleme zu lösen. Frauen machen sich dagegen mehr Schuldgefühle und fragen sich, was sie falsch gemacht haben. Das diskutieren sie dann auch in ihrem sozialen Umfeld.

Welche Strategie hilft am besten gegen Trennungsschmerz?

Viele Menschen fühlen sich nach einer Trennung besonders einsam. Manche versinken im Kummer, manche versuchen sich abzulenken, gehen feiern, tindern sich die Finger wund.

Mit Sex und Party gegen Trennungsschmerz

Hilft vielleicht. Dazu muss man wissen: es gibt verschiedene Formen der Einsamkeit. Es gibt die sogenannte soziale Einsamkeit: „Das beschreibt, dass einem eher ein breiteres Netzwerk an Freunden fehlt, dass man sich zugehörig fühlen möchte zu größeren Gruppen. Das können zum Beispiel ein Sportverein, ein Chor oder auch eine Religionsgemeinschaft sein“, erklärt Dr. Susanne Bücker. Sie ist Psychologin und forscht an der Ruhr-Universität in Bochum zum Thema Einsamkeit. Außerdem gibt es noch die emotionale Einsamkeit: „Menschen, die sich emotional einsam fühlen, denen fehlt eine ganz enge vertraute Person, das kann ein romantischer Partner sein, aber auch ein sehr enger Freund.“ Wer gerade eine Trennung hinter sich hat, leidet an emotionaler Einsamkeit. Party und schneller Sex helfe aber eher gegen die soziale Einsamkeit – sie füllen die emotionale Lücke also nicht aus. „Das kann zwar ein Stück weit Ablenkung bieten und ist jetzt auch nicht schädlich. Aber es hilft häufig nicht gegen dieses Bedürfnis nach einer ganz engen, vertrauten Person,“ erklärt die Psychologin.

Sofort eine neue Beziehung starten!

Kennt man: Bevor ich allein bin, schnell in die nächste Beziehung. Auch, wenn der Neue vielleicht nicht perfekt ist. „Es ist auch nichts Verwerfliches daran, dann zeitweise diesem Wunsch wieder nachzugehen“, sagt Bücker. Im Grunde genommen braucht wahrscheinlich auch die Suche nach dem perfekten Partner ein paar Anlaufversuche. Also, warum nicht. Problematisch ist es erst dann, wenn man gar nicht – auch nicht für kurze Zeit – allein sein kann.

Kennenlernen mit Corona-Sicherheitsabstand? Klingt nicht so richtig romantisch. Aber viele Singles versuchen natürlich gerade genau das. Apps sind deshalb gerade sehr gefragt, kompliziert wird es dann, wenn es um das erste Treffen geht! Wie laufen Dates gerade ab? SWR3-Reporter Nils Dampz wollte genau das wissen, hat sich auf so einer App angemeldet und losgedatet – selbstverständlich aus journalistischen Gründen!

Online-Dating in Zeiten von Corona (Foto: Imago, IMAGO / Westend61)

Diverses Dating in Corona-Zeiten – wie geht das?

Dauer

Gar nicht gegen den Schmerz ankämpfen

Das machen wohl die meisten – besonders im ersten Moment. Man kann gar nicht anders. Im Grunde genommen gehört das auch ein Stück weit zu dem Trauerprozess nach einer Trennung dazu, dass man sich eben einsam fühlt. Deshalb rät die Psychologin: Irgendetwas machen, was glücklich macht. Hier sollte jeder für sich verschiedene Dinge ausprobieren, so die Psychologin, zum Beispiel den Kontakt zu anderen Menschen suchen oder eben gerade nicht – und lieber alleine eine Serie anschauen. Wichtig: Egal, was du machst – verurteile dich nicht selbst. Denn dann geht es dir nur noch schlechter.

Baden-Baden

„Ein hochgradig subjektives Gefühl“ Psychologin rät: Das hilft bei Einsamkeit!

Single, in einer Beziehung, jung, alt, beliebt – fast jeder fühlt sich mal einsam. Vor allem während der Corona-Pandemie, in der der Körperkontakt stark reduziert ist. Wir haben eine Psychologin gefragt, was gegen das Gefühl Einsamkeit hilft.  mehr...

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  • Nummer gegen Kummer: 116 111 (für Kinder und Jugendliche Mo - Sa von 14 bis 20 Uhr) nummergegenkummer.de

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