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AUTOR/IN
Andreas Hain
Andreas Hain (Foto: SWR3)
Patrick Schütz

Im Wald gibt es Internet! Schon immer. Und zwar in jedem Wald: Das Wood Wide Web. Wie das funktioniert, wie schnell das ist und wie viel die Bäume dafür zahlen müssen, hat uns Deutschlands berühmtesten Förster, der Bestseller-Autor Peter Wohlleben verraten. Direkt im Wald, in der Eifel, in Hümmel.

Ein Router, ein Server, ein paar Kabel: Das ist der technisch sichtbare Teil des Internets der Menschen. Beim Internet des Waldes sieht das anders aus. Unter großen Buchen macht Peter Wohlleben ein paar Schritte durchs Laub.

„Wenn wir uns hier bücken und ein bisschen im Laub gucken, dann sehen wir so weiße Pilzfäden. Sie verbinden tatsächlich alle Bäume, alle Sträucher, alle Pflanzen hier im Wald. Diese Buchen hier funken da Nachrichten durch. Wenn ein Baum zum Beispiel von Insekten befallen wird, dann warnt er die anderen und die können sich dann wappnen.“

Autor und Förster Peter Wohlleben (Foto: Andreas Hain)
Peter Wohlleben fühlt sich mit dem Wald verbunden. Andreas Hain

Forscher nennen diese Verbindung zwischen den Bäumen und Wurzeln schon seit Jahren Wood Wide Web. Pilze sind demnach also so etwas wie die Glasfaserverbindungen der Natur.

Das Wood Wide Web ist teuer

„Pilze sind riesengroß. Sie können Quadratkilometer groß werden und was wir als Pilz bezeichnen, das ist nur die Frucht. Wenn wir einen Steinpilz finden und sagen: ‚Hey, ich hab‘ einen Pilz gefunden‘ – das ist so ähnlich, als wenn Sie einen Apfel finden und sagen würden: ‚Hey, ich hab‘ einen Apfelbaum gefunden.‘ Der eigentliche Pilz ist unterirdisch.“

Wie im echten Leben ist auch das Internet des Waldes nicht umsonst. Die Bäume müssen dafür ordentlich abdrücken – an die Pilze.

Pilze brauchen die Hilfe des Waldes

Autor und Förster Peter Wohlleben (Foto: Andreas Hain)
Der Wald ist Peter Wohllebens zweites zu Hause. Andreas Hain

„Diese Pilze können sich nicht selbst ernähren, sondern müssen irgendwas machen, damit ihnen andere Lebewesen was zur Verfügung stellen. Diese Pilze hier stellen das Internet zur Verfügung und kriegen dafür Zucker von den Bäumen und zwar bis zu einem Drittel der gesamten Photosynthese-Produktion. Also das ist ein sehr, sehr teures Internet.“

Wenn es um Internet geht, dann spielt nicht nur die Technik und der Preis eine Rolle, sondern auch die Geschwindigkeit. Ein Speedtest im Wald würde aber sehr ernüchternd sein, sagt Peter Wohlleben.

„Für die Bäume ist das auch nicht wichtig. Bäume sind auch extrem lahm. Die Nachrichtenübertragung geht maximal mit einem Zentimeter pro Sekunde.“

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