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Die spannende, tragische und überaus erfolgreiche Geschichte einer der größten Rock-Bands aller Zeiten wird mit erstaunlicher Liebe zum Detail, mit pikanten Einzelheiten á la Sex, Drugs & Rock’‏n‏’Roll und in einer ziemlich unverblümten Sprache erzählt.

Was für ein Buch, was für eine Band, was für Rotzlöffel! Der Rock-Journalist Mick Wall nennt seine Band-Biografie einfach nur AC/DC. Reicht ja auch! Ist eigentlich alles gesagt damit. Die spannende, tragische und überaus erfolgreiche Geschichte einer der größten Rock-Bands aller Zeiten wird hier mit erstaunlicher Liebe zum Detail, mit pikanten Einzelheiten á la Sex, Drugs & Rock 'n' Roll und in einer ziemlich unverblümten Sprache erzählt. „Für wen zum Teufel hielten sich die Young-Brüder eigentlich, diese verschissenen kleinen Rowdys, diese Versager. Sie sahen nicht mal aus wie Australier - und sprachen auch nicht so. Wenn man sie sah und reden hörte, war sofort klar, wo sie herkamen: vom Arsch der Welt, aus Schottland.“

Mick Wall hat mit Schulfreunden, Nachbarn, Kumpels und Ex-Mitgliedern gesprochen. An die Band selbst kam er allerdings nicht ran, sie hatten schlichtweg kein Interesse, ihre Sicht der Dinge darzustellen. Stören tut das Mick Wall überhaupt nicht, er verkauft uns das als Vorteil. So habe er auch keine Kompromisse eingehen müssen, denn unkritische Fanbücher gäbe es schon genug, schreibt er im Vorwort. Der AC/DC-Clan ist seit jeher eine verschworene Gemeinschaft, in der für Journalisten kein Platz ist. "Ehre, Loyalität, Härte. Die Fähigkeit, Dinge im Vorbeigehen wahrzunehmen und sich an keinerlei Regeln zu halten, außer den eigenen", das war und ist laut Mick Wall die Prämisse von AC/DC. Den größten Teil der Bandbiografie nimmt die Ära bis zum Tode des legendären Sängers Bon Scott 1980 ein. All das, was danach kommt, also die Brian Johnson-Phase, scheint für den Autor nicht mehr so wichtig zu sein, schließlich waren sie da schon Super-Stars.

Mit dem 500-Seiten-Wälzer könnte man den kleinen Angus bei jedem Live-Konzert von AC/DC von der Bühne werfen. Sollte es überhaupt einmal wieder AC/DC-Live-Konzerte geben, denn ob das die angeschlagene Gesundheit von Malcolm Young zulässt, ist mehr als fraglich. Es wäre aber toll, denn dann könnten wir auch wieder den beiden schottisch-australischen Rotzlöffeln bei der Arbeit zugucken: dem kleinen, hässlichen Angus mit den grünen Zähnen, der wie ein Derwisch in seiner Schul-Uniform über die Bühne fegt und dem auch nur ein bisschen weniger hässlichen und weniger kleinen Malcolm wie er stoisch seine knochentrockenen Gitarren-Riffs runter drischt. Wie sagte Angus Young einmal so schön: „Wir wissen, wer wir sind. Wir sind Rock 'n' Roll.“ Noch Fragen?

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