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Bruce von Peter Ames Carlin ist das ultimative Buch für alle Springsteen-Fans und solche, die es noch werden wollen. Besser und spannender kann man eine Rock-Star-Biografie kaum schreiben.

Ein Sechser im Lotto ist wahrscheinlicher als ein Interview mit dem „Boss“ zu bekommen. Ich weiß wovon ich spreche, mehr als zwanzig Anfragen sind schon irgendwo im Sande der Plattenfirma, des Managements oder sonst wo verlaufen. Bruce Springsteen gibt einfach sehr wenige und auch nur sehr ausgewählte Interviews.

Der amerikanische Journalist und Autor Peter Ames Carlin hatte mehr Glück und er hat das Allerbeste draus gemacht: die erste von Springsteen selbst autorisierte Biografie. Das heißt nicht, dass alle früheren Bücher über Springsteen schlecht waren, aber es bedeutet, dass hier zum allerersten Mal Fakten über sein Leben auch wirkliche Fakten sind, schließlich hat sie Bruce Peter Ames Carlin in stundenlangen Sessions ins Mikro diktiert. Endlich wird klar, wie Springsteen aufgewachsen ist, welches gespaltene Verhältnis er zu seinem Vater hatte oder wie wichtig seine Großeltern für ihn waren. Bruce sah Elvis im Fernsehen, wollte Musiker werden, schwänzte die Schule, um Gitarre zu üben, gründete die E-Street Band und langsam aber sicher wurde aus dem schüchternen Singer/Songwriter aus Freehold, New Jersey ein globaler Super-Star, der 1985 auf dem Zenit seiner Karriere nach Born In The USA seine Band entließ, sich von seiner ersten Frau scheiden und in Psychotherapie ging. Wie er Patti Scialfi heiratet, Ende der 90er Jahre die E-Street-Band wieder zusammen ruft, wie er mit Danny Federici und Clarence Clemons nicht nur zwei phantastische Musiker, sondern auch zwei seiner besten Freunde verlor und wie er ununterbrochen tolle Platten und außergewöhnliche Live-Shows abliefert. All das wissen wir.

Peter Ames Carlin erzählt dem Springsteen-Fan aber auch kleine, feine Überraschungen. Dass er mit einer seiner frühen Bands fast bei Woodstock aufgetreten wäre, dass Janis Jopin mal was von ihm wollte, dass er seinen späteren Top-Ten-Hit Hungry Heart fast den Ramones gegeben hätte und dass er fast mal seinen Drummer Max Weinberg gefeuert hatte. Der durfte erst bleiben, als er wieder Schlagzeug-Unterricht nahm. Den Spitznamen „The Boss“ hat er sich übrigens selbst gegeben - beim Monopoly-Spielen mit ein paar Musiker-Kumpels 1971. Weil er ständig alle möglichen Mitspieler mit Schokoriegeln und Cola bestochen hatte, verkauften sie ihm meistens die wichtigsten Straßen und Häuser. Der „Boss“ ist er bis heute geblieben und das völlig zu recht.

Bruce von Peter Ames Carlin ist das ultimative Buch für alle Springsteen-Fans und solche, die es noch werden wollen. Besser und spannender kann man eine Rock-Star-Biografie kaum schreiben. Ein Tipp: nebenher ein paar Springsteen-Alben laufen zu lassen, schadet nie!

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