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AUTOR/IN
Stefanie Tücking

Ein Schachspiel, New York und die Französische Revolution

Alles was man braucht, sind Grundkenntnisse im Schachspiel, ein bisschen Phantasie und zwei Nächte Zeit. Das Montglane-Spiel ist das Schachspiel von Karl dem Großen. Nachdem der festgestellt hat, dass dieses Spiel die Spieler beeinflussen kann, lässt er es von den Schwestern im Kloster von Montglane in Frankreich verwahren. Das geht auch rund 1000 Jahre gut, dann soll das Kloster im Zuge der französischen Revolution enteignet werden.

Die alte Äbtissin teilt daraufhin das Spiel auf und schickt ihre Nonnen und Novizinnen mit jeweils einer Schachfigur im Gepäck zurück zu ihren Familien. Man macht zwar einen Treffpunkt und eine Kontaktperson aus, damit das Spiel wieder zusammenkommt, aber in der Revolutionszeit ist das ein ziemlich unmögliches Vorhaben. Und so zerstreut sich das Montglane-Spiel im Laufe der Jahre über die ganze Welt.

Immer wieder gibt es geheime Verschwörungen und mächtige Personen, die das ganze Spiel zusammenbringen wollen. Denn nur wer das ganze Spiel hat, kann dessen Geheimnis entschlüsseln. Was das für ein Geheimnis ist, erfährt man erst ganz am Schluss, und deshalb will ich es jetzt auch nicht erzählen. Eins vielleicht noch: Immer wieder nehmen lebende Personen die Plätze von Schachfiguren ein, deshalb sollte man zumindest den Unterschied zwischen einem Bauern und einem Läufer kennen. Dame und König ist eh klar.

Reisen durch Wüste und Zeit

Die Geschichte spielt sowohl in der Zeit der französischen Revolution und danach, als auch im New York der siebziger Jahre in unserem Jahrhundert. Wir begleiten zwei wirklich interessante Heldinnen, eine war Novizin im Kloster von Montglane, die andere ist Computerspezialistin. Die Geschichte führt von Frankreich oder New York nach Algerien bis rein in die Wüste und wieder zurück. Beide Frauen machen die selbe Reise, nur zu anderen Zeiten, und wenn ich jetzt erzähle, dass sie sich sogar treffen, dann wisst ihr was, wofür ich erst mal 500 Seiten lesen durfte. Spannend bleibt die Story bis zur letzten Seite, man begegnet vielen geheimnisvollen Personen, und lachen darf man auch mal.

Meine Lieblingsszene spielt in Algier, als unsere Computerspezialistin ganz heimlich unterwegs ist und ihre eher nervende Freundin unangemeldet mit ihrem Auto dort ankommt. Und dann ganz unauffällig mit einem himmelblauen Rolls Royce Corniche vorm Hotel parkt. Auffälliger ist nur noch ein lebender Dinosaurier vorm Empire State Building.

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Stefanie Tücking

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