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„Studium, Beruf, Familie“ kontra Eremiten-Leben in den Wäldern: In diesem Roman geht es um zwei sehr unterschiedliche Freunde und um philosophische Fragen wie: Wie weit geht man in einer Freundschaft? Wo fängt Verrat an?

Neil und John William kommen aus sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. Neils Familie besteht seit Generationen aus Schreinern. John William stammt aus einer der vermögendsten Dynastien in Seattle. Die beiden begegnen sich Anfang der 70er Jahre als Jugendliche, bei einem 800-Meter-Lauf. Sie entdecken, dass sie beide die wilde Natur lieben und wandern zusammen durch die damals noch in weiten Teilen unberührte Bergwelt des Washington State.

John William wendet sich immer mehr von der Gesellschaft ab. Eines Tages zieht er sich als Eremit in eine selbst geschlagene Kalkhöhle in den Bergen zurück, fern von der Zivilisation, die er so hasst. Neil dagegen gründet eine Familie und arbeitet an seiner Unikarriere. Er besucht seinen Freund häufig und versorgt ihn mit Lebensmitteln, Medikamenten und Playboyheften. Nur Neil, der hier als Ich-Erzähler auftritt, kennt den Ort, aber er verrät ihn auch nicht, als John Williams Familie nachforscht.

Anfangs verbringen die beiden entspannte Wochenenden, kiffen, diskutieren über Literatur und spielen Schach. Doch im Laufe der Jahre verfällt John William physisch und psychisch immer mehr. Als Neil wegen einer Verletzung nicht zu seinem Freund kann, macht er sich Sorgen, entscheidet sich aber dagegen, ihn zu verraten und Hilfe zu holen. Später findet er John William tot auf. Er erbt dessen Vermögen und zeichnet seine Biografie auf.

David Guterson beschreibt in Der Andere Situationen und Charaktere so plastisch, dass ich das Gefühl hatte, selbst in der Höhle zu leben, ich konnte mich aber auch gut mit Neil identifizieren und fragte mich mit ihm: Wie weit geht man in einer Freundschaft? Wo fängt der Verrat an?

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