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Das hier ist mehr als ein Berliner Regional-Krimi. Das hier ist ein Krimi, der auch Zeitgeschichte spannend erzählt. Der historische Blick auf Berlin Anfang der 30er Jahre macht das Buch zu etwas Besonderem.

Berlin, 1932: ein Toter im Aufzug eines großen Vergnügungspalastes und eine Spur, die quer durch’s damalige Deutsche Reich führt, bis in die Wälder und Moore von Masuren, damals Ostpreußen, heute Polen. Damit ist schon klar: das hier ist mehr als noch ein weiterer Berliner Regional-Krimi, das hier ist ein Krimi, der auch noch Zeitgeschichte spannend erzählt: die letzten Jahre der Weimarer Republik, die Kämpfe zwischen Nazis und Kommunisten auf den Straßen Berlins, die Auswirkungen der politischen Umbrüche auf die Arbeit der Berliner Polizei.

Mittendrin der Kommissar Gereon Rath - der stammt aus dem Rheinland, wurde nach Berlin versetzt und betrachtet nicht nur die gesellschaftliche und die politische Entwicklung in der Hauptstadt skeptisch, sondern hat auch immer wieder seine liebe Not mit dem Umgangston und mit den Gewohnheiten der Berliner um ihn herum. Das alles ist natürlich verdammt viel Stoff für einen Kriminalroman - trotzdem schafft es Volker Kutscher, dass der Krimi auch immer ein Krimi bleibt.

Die Handlung beginnt mit einem Totschlag, 12 Jahre zuvor in den masurischen Wäldern; der Mörder tötet seine Opfer in verschiedenen Städten des damaligen Reiches, eine sehr alte Geschichte wird aufgerollt - und, mit etwas Phantasie, nachvollziehbar aufgeklärt. Das ist eine gute und spannende Geschichte - und die ganze Stimmung, der historische Blick auf Berlin Anfang der 30er Jahre macht das Buch zu etwas besonderem. So wie auch die anderen, die ersten drei Bücher dieser Reihe von Volker Kutscher über Gereon Rath, über Berlin, über Verbrechen und Zeitgeschichte.

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