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Die Autoren haben Politiker und Medienmacher getroffen und die erzählen ziemlich offen und ausführlich über das Miteinander und das Gegeneinander und natürlich über den großen Druck, den das jeweilige Metier heutzutage mit sich bringt.

Wenn Sie mal wissen wollen, wer hier eigentlich wen antreibt, dann lesen Sie dieses Buch. Die Autoren haben Politiker und Medienmacher getroffen und die erzählen ziemlich offen und ausführlich über das Miteinander und das Gegeneinander.

Bei einigen Politikern hat mich vor allem erstaunt, wie offen sie waren - da erzählt Ole von Beust, früher mal Bürgermeister von Hamburg, wie sehr es ihn angestrengt hat, immer und überall darauf zu achten, dass alles, was er sagt oder nicht sagt, interpretiert wird, dass eigentlich völlig fremde Menschen sich immer wieder anmaßen, die Meinungshoheit über ihn zu haben. Oder Christian von Boetticher, der war mal Spitzenkandidat der Union in Schleswig-Holstein: er erzählt, wie unfair erst die eigene Partei und dann die Medien mit ihm umgingen, als seine Liebschaft mit einer 16jährigen damals bekannt wurde.

Und auf der anderen Seite erzählen die, die für das hohe Tempo bei den Medien heute verantwortlich sind, welchen Druck sie selbst durch andere Medien und durch das Tempo der aktuellen Politik spüren. Sie erzählen auch, was sie selbst antreibt, wenn sie berichten und kommentieren - oder was sie selbst auch mal bremst oder innehalten lässt. Da erzählt Giovanni di Lorenzo, der Chefredakteur der Zeit, warum ein Politiker wie Guttenberg so lange gefeiert - und dann so schnell abserviert wurde. Die selbe Geschichte erzählt ein politischer Korrespondent der Bild-Zeitung übrigens auch - aber eben ganz anders.

Und wenn all diese Menschen, diese Politiker, Journalisten, Medien-Manager nach ihren Motiven und nach ihrer Arbeit gefragt werden, dann geht es natürlich auch immer wieder um den Fall des Christian Wulff. Wer hat da wie gehandelt und wer wurde vielleicht nur getrieben? An so einem Beispiel wird in diesem Buch klar: Die Medien haben nicht nur Christian Wulff getrieben, sondern sich auch gegenseitig angetrieben. Am Ende haben aber nicht die Medien Wulff gestürzt – sondern er sich selbst. Irgendwie ja auch ganz beruhigend.

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