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Die Handlung setzt direkt nach dem Ende von Stephen Kings Kultroman „The Shining“ ein. Mit dieser Horrorgeschichte beweist er, dass er nichts von seiner Schreibgewalt verloren hat. Sein Stil, seine Ideen: Einfach der Wahnsinn!

Die Handlung setzt direkt nach dem Ende von Kings Kultroman The Shining ein. Das teuflische Overlook-Hotel ist in Flammen aufgegangen und Familienvater Jack Torrance wurde zu einem seiner Opfer. Überlebt haben dessen Frau Wendy und sein kleiner Sohn Danny. Letzterer besitzt das zweite Gesicht, das Shining. Er sieht erstens Dinge in der Zukunft und zweitens Gespenster.

Obwohl das verfluchte Hotel zerstört ist, wird Danny von den Geistern, die ihn dort malträtiert haben, auch weiterhin verfolgt. Besonders scheußlich: Die tote Frau aus Zimmer 217. Sie taucht urplötzlich auch in seinem neuen Zuhause auf. Glücklicherweise tritt ein alter Freund auf den Plan: Der ehemalige Koch des Overlock Dick Hallorann, der auch das Shining besitzt. Er zeigt Danny, wie er die Geister der Vergangenheit loswerden kann. Danny ist froh und überzeugt davon, nie mehr mit diesen Dämonen kämpfen zu müssen. Und er ist ebenfalls sicher: niemals der mörderischen Verführungskraft des Alkohols zu erliegen, so wie damals sein Vater.

Aber es wäre natürlich kein King-Roman, würde das alles tatsächlich eintreffen. Natürlich kommt es anders. Zeitsprung in der Handlung: Mehrere Jahre später. Es stellt sich heraus: Danny hat sich in allem geirrt. Auch was die Sache mit dem Trinken angeht. Er ist zum alkoholkranken Taugenichts geworden. Ohne Zuhause. Ohne Geld. Ohne Zukunft. Dann wird es richtig spannend: Denn es taucht eine mörderische Sekte auf, die Jagd nach Menschen mit dem Shining macht.

Stephen King zeigt auch mit diesem neuen Roman, dass er nichts von seiner Schreibgewalt verloren hat. Sein Stil, seine Ideen: Einfach der Wahnsinn. Dieser Mann ist und bleibt ein großartiger Geschichtenerzähler. Er zeigt sich in Höchstform: Nicht nur im Erzeugen grusliger Momente und schauriger Schocks, sondern auch wenn es darum geht, in die Gedankenwelt normaler Menschen einzutauchen. Besonders überzeugend, wenn er deren dunkle Seite beleuchtet. Die Kapitel in denen er sich vornehmlich um Dannys Alkoholproblem kümmert und seine wirren Gedankengänge schildert, sind schockierend intensiv. Danny erwacht in der erbärmlichen Bruchbude einer unbekannten Frau, sein jüngster One Night Stand. Er kann sich an nichts erinnern. Steht auf, stiehlt der Frau die letzten Dollars aus der Brieftasche und entdeckt eine Ladung Koks auf dem Tisch. Plötzlich tapst ein kleiner Junge mit voller Windel in sein Blickfeld und läuft schnurstracks Richtung Kokstisch.

Man spürt, dass King da von seiner eigenen Geisteswelt erzählt, als er selbst mit dem Alkohol zu kämpfen hatte. Gekonnt zerrt er an den Nerven des Lesers und konfrontiert ihn mit menschlichen Abgründen. Der Autor aus Bangor Maine bleibt ein Meister moderner Horrorgeschichten und hat nichts von seiner Faszination verloren. Die Fortsetzung von "Shining" ist Gruselliteratur auf höchstem Niveau. Absolut empfehlenswert.

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