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Stell dir vor, es ist Wahl und alle Computer sagen, du bist der neue König von Deutschland. So geht es Simon, der Hauptfigur in dem Roman von Andreas Eschbach. SWR3-Reporter Malte Dedecek findet die Story unterhaltsam, spannend und lustig.

Simon König lebt ein recht normales Leben als Gymnasiallehrer in Stuttgart. Bis er eine CD von seinem unehelichen - ihm fast unbekannten - Sohn aus den USA geschickt bekommt, mit dem Hinweis, diese Software-CD gut zu verstecken. Dann wird es richtig seltsam. Erst wird er von komischen Leuten - zum Teil in eigenartigen Kostümen - belauert und danach von einem Zauberkünstler in seiner Wohnung überfallen. Dem rückt er die CD auch heraus.

Wie sich herausstellt, sind seine komisch verkleideten Beobachter nerdige Freunde seines Sohnes, die Softwareentwickler und Organisatoren von Live-Rollenspielen sind. Der Zauberkünstler gehört dagegen einem Verbrechersyndikat an, und auf der CD befindet sich eine Software, mit der Wahlcomputer manipuliert werden können. Eine erste Vorstellung des Programms wird die nächste Landtagswahl, die auch tatsächlich anders ausgeht als erwartet. Allerdings hat Simon Königs Sohn eine Trapdoor in seine Software eingebaut: Eine Partei mit seinen Initialen gewinnt immer.

Um die Manipulation zu beweisen, gründet Simon König mit der Rollenspieltruppe also eine möglichst abwegige Partei mit den benötigten Initialen VWM, die "Volksbewegung zur Wiedereinführung der Monarchie", in der - eher zufällig - Simon König als neuer Monarch Deutschlands angepriesen wird. Die Partei verkaufen sie als Live-Rollenspiel. Die Medien finden Gefallen an der Spinnerpartei und als die Wahl tatsächlich gewonnen wird, läuft alles aus dem Ruder.

Mir gefällt das Buch, weil die Story mal was anderes ist. Die Charaktere sind teilweise schön skurril - Rollenspiel-Elfen, Indianer, Ritter und Systemadministratoren treffen auf den eher irritierten Simon König. Besonders kurios wird es, als die Rollenspieler in den Bundestag einziehen und von Nichts eine Ahnung haben.

Die Story hat zwar für meinen Geschmack ein paar zu sehr zurecht gebogene Handlungsverläufe, ist aber unterhaltsam und bietet dazu mit rund 100 Fußnoten viele weiterführenden Infos. Nach dem Buch ist klar: Jeder Computer ist manipulierbar und Elfen und Ritter taugen im Bundestag wenig!

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