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Der Hauptcharakter der Romanreihe um das Sonderdezernat Q von Jussi Adler-Olsen ist Kriminalkommissar Carl Mørck. Dirk Scherer aus der SWR3-Musikredaktion stellt aber seinen Assistenten Assad vor, denn vor allem der macht für ihn die Bücher so lesenswert.

Assad ist ein solch liebenswerter Charakter, der einen aber immer wieder mit Äußerungen, Fähigkeiten zum Staunen und mit seinen kultigen Kamel-Spruch-Weisheiten zum Lachen bringt. Assad ist ein Mensch, der sein Herz auf der Zunge trägt. Er ist ein syrischer Immigrant und seine sprachliche Unbeholfenheit, verschleiert nur seinen messerscharfen Verstand. Hier und da bringt er Sprichwörter durcheinander, was für Schmunzeln sorgt - aber nicht, weil ich als Leser über einen Immigranten lache, der die Feinheiten einer fremden Sprache nicht beherrscht, sondern weil es Carl an den Rand der Verzweiflung bringt und das macht es komisch.

Klischee-Araber mit Begeisterung und besonderen Fähigkeiten

Assad fragt manchmal Dinge, die Carl peinlich sind oder die er aus taktischen Gründen nicht gefragt hätte. Assad ist auch ein Underdog. Einer der über Eigenschaften und Fähigkeiten verfügt, die zwischen Geheimagent und dubiosen Gangster hin und her pendeln. Seine Vergangenheit bleibt dunkel, so dunkel wie sein berüchtigter Tee, der jeden 4-fachen Espresso in den Schatten stellt und auch schon mal bei einem Verhör – nun ja – als Folterinstrument genutzt werden kann.

Sein vollständiger Name ist Hafez el-Assad, er ist Moslem, er wird als kleiner Mann, mit stark behaarten Händen und rabenschwarzen Haaren beschrieben, ein Araber wie er im Klischeebuch steht. Das hat mich die ersten Seiten genervt, denn Stereotypen entsprechen oft Vorurteilen, die braucht keiner mehr. Doch der Leser sieht Assad vor allem aus der Sicht des groben Muffel und in die Jahre gekommenen Kommissars Carl Mørck.

Dreamteam: muffliger Kommissar und unnachgiebiger Underdog

Dem Kommissar passt es überhaupt nicht, in das neu geschaffene Sonderdezernat Q gesteckt worden zu sein, um Fälle aufzuklären, die seit Jahren in den Schränken vergammeln. Noch weniger passt Carl, dass er diesen Assad zugeteilt bekommt.

Assad soll mehr oder weniger der Fahrer des Kommissars sein, Akten ordnen und die Klappe halten. Nur Assad kann sehr viel, nur eben nicht still sein, er ist eher der Funke der Begeisterung, den Carl über seine 25 Jahre Polizeiarbeit verloren hat. Carl braucht ein bisschen, um zu erkennen, was für ein perfektes Team er mit Assad bildet.

Die Romanfigur von Assad erinnert mich an Sam von Herr der Ringe. Klar Frodo trägt den Ring, doch ohne seinen Freund Sam wäre er nie am Ziel angekommen. Assad ist ein Mensch, der nie aufgibt, nachhakt wo es wichtig ist und so für mich auch dem eigentlichen Protagonisten Carl Mørck den Rang abläuft. Assad ist somit ein schönes Beispiel, wie wir niemals Menschen nur anhand von Herkunft, Namen oder Aussehen abstempeln sollten.

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