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Der favorisierte Roman-Schnüffler von SWR3-Musikmann Matthias Kugler ist Harry Bosch, der Mord-Ermittler in den Thrillern von US-Autor Michael Connelly.

Harry Bosch heißt eigentlich Hieronymus Bosch, genauso wie der niederländische Maler aus der Renaissance. Auch wenn Harry den Namen gar nicht mag, ist er doch auch ein Künstler in seinem ganz eigenen Metier. Sein Schöpfer Michael Connelly lässt ihn in bisher 22 Romanen in ganz verschiedenen Rollen und Funktionen auftreten. Als „Detective“ in der Mordkommission des Los Angeles Police Department, als Bearbeiter sogenannter „Cold Cases“, die oft Jahrzehnte ungelöst in irgendwelchen Archiven lagen und immer mal wieder auch als Privatdetektiv, wenn ihm der Polizeidienst nicht mehr schmeckt oder ihn die Abteilung für Innere Angelegenheiten aus ebendiesem entfernt haben will.

Harry Bosch: Ein Ermittler ohne die üblichen Macken

Was ich an ihm mag? Er ist weder Alkoholiker noch depressiv, er schleppt nicht jeden zweiten Abend eine andere Frau in einer Bar ab und fährt auch keine teuren Autos. Der einzige Luxus, den er sich gönnt, ist sein exklusives Haus, das auf Stelzen in die Hollywood Hills gebaut wurde und von dessen Terrasse man einen sensationellen Blick auf Los Angeles hat. Bezahlt hat er es, weil sein Leben schon mal in Hollywood verfilmt wurde. Und dafür hat er einen ordentlichen Batzen kassiert. Ein schöner „Buch-im-Buch“-Dreh.

In seinem schicken Domizil hört er am liebsten Jazz: Chet Baker, Thelonious Monk oder Charlie Parker. Natürlich auf Vinyl, während er auch nach Feierabend irgendwelche Akten wälzt, immer auf der Suche nach dem kleinsten Detail, das er bisher vielleicht übersehen hat. Seine größte Schwäche ist auch gleichzeitig seine größte Stärke: Harry Bosch nimmt seine Arbeit persönlich, sehr persönlich.

Der Kommissar verlor geliebte Menschen durch gewaltsamen Tod

Denn er weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, einen geliebten Menschen durch einen gewaltsamen Tod zu verlieren. Seine Mutter musste als Prostituierte arbeiten, um sich und Harry über Wasser zu halten und wurde ermordet, als er 11 Jahre alt war. Den Rest seiner Kindheit verbrachte er abwechselnd in Waisenhäusern, Jugendheimen und Pflegefamilien. Seine Ex-Frau Eleanor Wish, gleichzeitig die Mutter von Harrys Tochter Maddie, wurde von der chinesischen Mafia getötet. Er fühlt sich verantwortlich für die Opfer, will eine gerechte Strafe für die Täter und den Hinterbliebenen wenigstens die Gewissheit geben, dass der Fall aufgeklärt ist.

Harry ist ein drahtiger Vietnam-Veteran und Einzelgänger, Linkshänder, Anfang 50 und ein vehementer Gegner von allem, was mit Hierarchie und Angeberei zu tun hat. Wie gesagt, ich mag ihn!

Nachtrag zur Verfilmung

Seit kurzem gibt es übrigens die sechste Staffel von Harry Bosch zum Streamen. Und selten wurde die Rolle in einer Crime-Serie besser besetzt, als die von Harry Bosch mit Titus Welliver. Hier lohnt sich neben den fantastischen Romanen von Michael Connelly tatsächlich auch die Verfilmung, die so spannend, detailreich und stringent erzählt ist, wie die Bücher. ... und dabei ähnlich unaufgeregt bleibt wie Harry Bosch selbst.

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