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Liv ist wegen dem neuen Mann ihrer Mutter nach London gezogen und entdeckt, wie sich Menschen in ihren Träumen treffen. Dieses Buch ist ein großer Spaß, eine schöne Teenie-Lovestory, ordentlich abgefahren und extrem spannend.

Das Schöne bei den eher fantastischen Jugendbüchern ist: Die Storys gehen nicht so schnell aus. Vampire? Alles erzählt. Zauberer? Auch so ziemlich. Momentan sind Zeitreisen IN - aber da ist auch schon das meiste erzählt.

Und die beste Zeitreisen-Geschichte war von Kerstin Gier. Die Edelstein-Trilogie, von der Teil 1 Rubinrot auch gerade verfilmt wurde. Und weil die Frau genug Phantasie für zwei hat, ist schon was Neues von ihr raus. Heißt Silber - das erste Buch der Träume.

Liv ist mit ihrer Schwester, ihrer Mutter, der Nanny und dem Hund nach London gezogen. Denn: Mama hat ’nen neuen Mann kennen gelernt, den sie heiraten will. Der hat auch zwei Kinder und außer Mama und Ernest hat eigentlich keiner Bock auf dieses neue Patchwork-Familien Ding. Liv kommt auch auf eine neue Schule, lernt dort Mitschüler kennen, die teilweise schwer einen am Sender haben, und versucht sich in ihr neues Leben einzufinden. Nachts träumt sie, dass sie mit ihrem neuen Stiefbruder auf einem Friedhof rumläuft und dort drei seiner Freunde trifft. Die Jungs wollen sie aber nicht dabei haben, und so beobachtet Liv die Vier nur.

Zugang zu fremden Träumen – mit Passwort

Sie kann sich an diesen Traum am nächsten Tag noch gut erinnern - das Blöde ist: Die anderen auch. Und schon sind wir mitten drin. Es gibt also für manche Menschen die Möglichkeit, sich in ihren Träumen zu treffen. Dort gibt es einen unendlich langen Gang mit vielen Türen, und wenn man das Passwort weiß, kann man da auch rein. In die Träume von anderen. Später muss sich Liv entscheiden, ob sie den Jungs hilft, eine Art Dämon zu vertreiben oder nicht. Sie glaubt nicht an Dämonen, kann aber einem guten Rätsel nicht widerstehen. So weit der phantastische Teil des Buches, und der ist schon mal klasse, weil neu. Dafür gibt es volle Punktzahl.

Aber auch die Sprache von Kerstin Gier ist großartig. Wenn Liv neue Mitschüler kennen lernt, bekommen die teilweise Namen, da muss man einfach lachen. Wenn sie zum Beispiel einen Mitschüler mit der Ken-Puppe vergleicht. Aber nicht mit irgendeiner, sondern der Spezialausgabe: Rasierspaß-Ken. Oder eine Mitschülerin, deren Eltern einen Hang zu den Sagen des Klassischen Altertums haben. Das Mädchen heißt doch tatsächlich Persephone. Mit Doppelnachname: Porter-Peregrin. Und benimmt sich auch genau so.

Das Buch ist also ein großer Spaß, eine schöne Teenie-Lovestory, ordentlich abgefahren mit der Traumsache und extrem spannend. Teil 2 kommt nächstes Jahr, und wenn ich am Ende nicht erfahre, wer den Tittle-Tattle-Blog der Schule verfasst, bin ich echt sauer. Denn der oder diejenige weiß alles, bloggt saufrech und lässt sich nicht schnappen.

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