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Was macht uns krank in einer Stadt und wie können wir uns davor schützen? Mazda Adli ist Psychologe und Autor des Buches „Stress and the City“. Im Gespräch mit Volker Janitz erzählt er, ob uns nur noch die Flucht aufs Land hilft.

Was macht uns krank an einer Stadt? Lärm und Hektik?

Mazda Adli (Foto: dpa/picture-alliance)
Mazda Adli dpa/picture-alliance

Das sind natürlich Faktoren, die uns in einer Stadt auf die Nerven gehen können. Damit hat jeder von uns Erfahrung.

Der Stress, der unserer Gesundheit schadet, hat immer auch eine soziale Komponente.

Sozialer Stress entsteht vor allem dort, wo soziale Dichte und soziale Isolation gleichzeitig auftreten. Stellt euch vor, ihr lebt in einer beengten Mietwohnung, schlecht gebaut mit dünnen Wänden, an die ihr kommt, wenn ihr die Arme in der Wohnung auf alle Seiten ausstreckt. Durch die Wände hört ihr die scheppernden Fernseher der Nachbarn, ihr kennt die Nachbarn aber gar nicht oder ihr mögt sie nicht, habt keinen Kontakt zu denen. Dann ist das sozusagen die Gleichzeitigkeit von sozialer Dichte und sozialer Isolation. Das ist die Mischung, die problematisch ist.

Was hilft gegen den Stress?

Es hilft, sich mit der Stadt auseinanderzusetzen. Das heißt, sich der Stadt auszusetzen, Kontakte zu knüpfen, mit anderen Menschen und Gleichgesinnten. Alles das schützt vor Isolation. Und das heißt, eine Stadt, die uns einlädt, möglichst viel Zeit vor unserer eigenen Haustür zu verbringen, als dahinter, die ist gut.

Wie müssen Städteplaner in Zukunft denken?

Ein gutes Beispiel ist Berlin. Dort gibt es breite Bürgersteige, die keine reinen Transit-Zonen, sondern auch Verweil-Areale sind. Es gibt viele öffentliche Plätze, Parks, kleine Gärten, Brachflächen und so weiter. Wenn diese öffentlichen Plätze aus unseren Innenstädten zunehmend verschwinden, dann wird das zum Problem. Wir tun gut daran, diese urbane Kultur gut zu schützen, gerade wenn sich die Städte so sehr ausdehnen.

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