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Unterholz ist eine Art literarische Alpen-Überquerung: ur-komisch, originell und unterhaltsam. Was vor allem daran liegt, dass Jörg Maurer so wunderbar mit Sprache umgehen kann.

„Kreizsacklzementhalleluja! Bluatsaure Maari, no amoi!“ Dass wir Bayern gerne und in epischer Breite fluchen, wissen seit der Satire "Ein Münchner im Himmel" von Ludwig Thoma ja recht viele. Und klar: geflucht wird natürlich auch in Unterholz von Jörg Maurer. Aber eben nicht nur.

Denn eigentlich geht’s um den fünften Fall für Kommissar Hubertus Jennerwein und sein Team. Die ermitteln inmitten der Berge, in Garmisch-Partenkirchen. Dort wird auf einer Alm oberhalb des Ortes eine Frauenleiche gefunden. Wer die Frau ist, weiß lange keiner. Erstens: weil die Tote ziemlich zugerichtet ist. Und zweitens: weil der Wirt der Alm, der Ganshagel Rainer, sich erst mal blöd stellt. Er will der Polizei nicht so recht helfen - weil auf seiner Alm Anonymität ganz groß geschrieben wird - sehr zur Freude von Auftragskillern, die sich zum Zeitpunkt des Leichenfundes auf der Alm getroffen und ausgetauscht haben. Zum Beispiel darüber, wie sich nach einem Mord am besten Spuren verwischen lassen. Die Auftragskiller können allerdings rechtzeitig fliehen, bevor die Polizei eintrifft.

Jetzt aber wieder zurück zum Jennerwein Hubertus. Er und sein Team finden heraus, dass die Tote eine Auftragskillerin war - wobei Jennerwein so seine Zweifel hat. Und als dann auch noch der Wirt der Alm umgebracht wird, steht der ganze Ort Kopf.

Unterholz ist eine Art literarische Alpen-Überquerung: ur-komisch, originell und unterhaltsam. Was vor allem daran liegt, dass Jörg Maurer so wunderbar mit Sprache umgehen kann. Zum Beispiel wenn er ein Kapitel aus der Sicht der Tatwaffe, eines Spatens, schildert. Der ist total stolz darauf, dass er eine international gesuchte Auftragskillerin erledigt hat. Jörg Maurer formuliert einfach sehr lebendig: ganz egal ob er einen „gwifften“ Kommissar oder eine entstellte Leiche beschreibt.

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