Die Kryptowährung „Bitcoin“ wird immer wertvoller. Doch was steckt eigentlich dahinter? Wie gefährlich ist das Online-Geld? Und wie kann ich selbst welche bekommen?

Was ist ein Bitcoin?

Bitcoins sind digitales Geld. Wie mit jedem anderen Geld auch, kann man damit Waren einkaufen, sofern der Händler Bitcoins akzeptiert. Allerdings sind Bitcoins als Zahlungsmittel noch nicht weit verbreitet. In Deutschland werden sie nur in extrem wenigen Webshops akzeptiert. Anders ist das zum Beispiel in Japan oder Australien. Diese Länder haben den Bitcoin sogar als offizielles Zahlungsmittel anerkannt.

1 Bitcoin war Anfang Dezember 2017 etwa 10.000 Dollar wert. Oder umgekehrt: 1 Dollar entsprach damals etwa 0,00001 Bitcoin.

Wie funktionieren Bitcoins?

Hinter den Bitcoins steckt eine revolutionäre Technologie, die dafür sorgt, dass Bitcoins fälschungssicher sein sollen: Die sogenannte Blockchain. Das ist eine Art Liste, in der alle Bitcoin-Bezahlvorgänge aufgeschrieben sind – quasi ein allmächtiger Kontoauszug. Weil es unzählige Kopien dieser Blockchain gibt, kann sie eigentlich nicht manipuliert werden. Tatsächlich gilt die Blockchain-Technologie als so sicher, dass sie sogar in absehbarer Zeit auch in Banken oder für den Handel mit Aktien oder Landeswährungen eingesetzt werden könnte.

Woher kommen Bitcoins?

Bitcoin Automat; Foto: dpa

Eine Frau kauft Bitcoins an einem Bankautomat in Zürich.

dpa

Genau genommen werden einzelne Zahlungen in der Blockchain in kleineren Blöcken zusammengefasst. Für dieses „Zusammenfassen“ sind komplizierte Computer-Berechnungen nötig. Wer diese Berechnungen auf seinem Computer durchführt, bekommt dafür Bitcoins als Belohnung. Dieser Prozess nennt sich „Mining“ – zu deutsch: Bitcoins werden „geschürft“.

Als Erfinder der Bitcoins gilt Satoshi Nakamoto. Wer genau hinter diesem Pseudonym steckt, ist nicht bekannt.

Wieso sind Bitcoins so wertvoll?

Wie bei allen Waren bestimmen auch beim Bitcoin Angebot und Nachfrage den Preis.

Das Angebot ist nicht besonders groß, denn die Anzahl an Bitcoins weltweit ist begrenzt. Das liegt zum einen daran, dass der Mining-Prozess, also das Schürfen, immer komplizierter wird, zum anderen gibt es für neue Blöcke nach und nach weniger Bitcoins als Belohnung. Insgesamt ist nach 21 Millionen geschürften Bitcoins Schluss – aktuellen Vorhersagen zufolge dürfte das etwa im Jahr 2140 der Fall sein.

Stichwort: Kryptowährung

Der Bitcoin ist nicht die einzige Kryptowährung, sie war aber die erste und ist derzeit die wertvollste. Auch andere Digital-Währungen setzen auf die Blockchain-Technologie, zum Beispiel Ethereum, Ripple oder Dash.

Die Nachfrage ist derzeit aber gleichzeitig extrem hoch. Schuld sind unter anderem verschiedene Erpressungs-Trojanern der letzten Monate, zum Beispiel WannaCry im Mai. Auch wenn Experten immer davon abraten, Lösegeld zu zahlen, haben das trotzdem viele gemacht. Und zwar in Bitcoins. Dadurch ist die Nachfrage gestiegen, und damit auch der Preis. Im Mai lag der Wert schon doppelt so hoch, wie noch Anfang des Jahres. Wegen solcher Wertsteigerungen wollen derzeit immer mehr Menschen ihr Geld in Bitcoins anlegen. Die Nachfrage steigt weiter, und damit auch der Preis.

Wie komme ich an Bitcoins?

Möglichkeit 1: Kaufen. Bitcoins werden derzeit auf speziellen Marktplätzen im Internet gehandelt. Dort muss man sich mit einem Account und seiner Bankverbindung registrieren. Außerdem braucht man einen digitalen Geldbeutel, ein sogenanntes „Wallet“. Das gibt’s zum Beispiel als App fürs Smartphone. Dort können die gekauften Bitcoins dann gespeichert werden.

Möglichkeit 2: Selbst schürfen. Dafür braucht man allerdings einen speziellen Hochleistungsrechner (oder gleich mehrere) und viel Strom. Diese Variante ist definitiv nur was für absolute Profis.

Wichtig für alle Bitcoin-Besitzer: Unbedingt alle empfohlenen Sicherheitsvorkehrungen treffen. Also sicherste Passwörter benutzen, regelmäßige Backups machen, usw. Denn wenn irgendwas schief geht, sind alle Bitcoins unwiederbringlich weg.

Wie sicher ist die Währung?

Hier gehen die Meinungen auseinander. Es gibt namhafte Analysten, die den Bitcoin mittelfristig bei 20-, 50-, 100.000 Dollar oder gar mehr sehen. Und es wird sicher Menschen geben, die diese Gewinne mitnehmen wollen. Aber die Gefahr, dass die Blase platzt, ist real. Und dann kann es passieren, dass alles Geld komplett weg ist.

Denn die Bitcoin-Blase ist deutlich gefährlicher als die meisten Aktien-Blasen. Hinter Unternehmenspapieren stehen immer noch echte Werte: Immobilien, Patente, Produkte usw. Die können deswegen fast gar nicht ins Bodenlose fallen. Der Bitcoin aber schon. Kurzfristige Schwankungen im zweistelligen Prozentbereich kommen auch so schon regelmäßig vor. Außerdem besteht die Gefahr der Kursmanipulation, denn hinter den Bitcoins steht nur das Vertrauen der Käufer. Und das ist das große Problem.

Ein Beispiel: Zwei echte Bitcoin-Schwergewichte sind die amerikanischen Winklevoss-Zwillinge. Die besitzen etwa 100.000 Bitcoins – die sind jetzt rund eine Milliarde Dollar wert. Sollten die irgendwann sagen: „Wir steigen aus. Wir vertrauen dem Wertzuwachs nicht mehr“, dann werden andere folgen, und dann ist ganz schnell die Luft raus bei den Bitcoins.