Apple hat wieder zur Keynote geladen und natürlich gab es auch diesmal ein „One More Thing“. Das neue Spitzenmodell „iPhone X“ wurde vorgestellt – gesprochen „iPhone 10“, weil es sein zehnjähriges Jubiläum feiert. Und zu diesem Anlass wird es auch richtig teuer.

Neue  / Alte Technik

Auf den ersten Blick liest sich die Ausstattungsliste zuerst mal so, wie auch schon bei anderen Herstellern. Randloses Display – das gab es auch schon annähernd von Samsung oder vom chinesischen Hersteller Xiaomi. Genauso auch Gesichtserkennung, Gestensteuerung oder kabelloses Laden. Auf den zweiten Blick ist allerdings das neue iPhone 10 schon eine enorme Weiterentwicklung, weil einfach die Umsetzung noch ein bisschen besser ist, als bei anderen Herstellern. Das Display geht wirklich fast über die komplette Vorderseite – nur oben wo die Frontkamera ist, ist ein Stück ausgespart. Dort sitzen auch viele Sensoren, die für die Gesichtserkennung notwendig sind.

Einmal lächeln, bitte!
Das iPhoneX-Display; Foto: dpa
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Durch das riesige Display fällt auch der Home-Button und damit ebenfalls der Fingerabdruck-Sensor komplett weg. Zurück zum Hauptmenü kommt man mit einer Wisch-Geste, Siri wird über das Drücken der Seitentaste aktiviert. Das Entsperren des Geräts funktioniert nur noch über die Gesichtserkennung . Sie soll auch nachts funktionieren, ebenso wenn man eine Sonnenbrille oder einen Hut trägt oder sich einen Bart wachsen gelassen hat. Laut Apple soll das System noch sicherer sein, als der Fingerabdrucksensor. Eine kleine Spielerei haben sich die Entwickler außerdem noch einfallen lassen, ich kann mit meinem Gesicht Emojis live animieren und verändern. Bei Apple heißt das „Animojis“ und funktioniert natürlich nur beim eigenen Messengerdienst iMessage.

Was? 1.320 Euro…!

Soviel muss man für das Topmodell mit 256 GByte Speicher hinblättern, die 64 GByte-Version kostet  1.150 Euro. In Sachen Abmessungen und Gewicht liegt das neue iPhone X übrigens genau zwischen dem derzeit erhältlichen iPhone 7 und 7 Plus. Vorbestellungen sind ab Ende Oktober möglich und ab Anfang November soll es dann auch in Deutschland verkauft werden.

„Apple spinnt nicht“

Martin Fassnacht ist Marketing-Experte und lehrt an der Otto Beisheim School of Management in Vallendar bei Koblenz. Zum Preis sagt er: „Apple spinnt nicht. Es ist ein sehr professionelles Unternehmen. Apple hat in der Vergangenheit wie auch jetzt immer die Preise für neue Smartphones erhöht.“ Das Unternehmen betreibe eine Premium-Preisstrategie: „Mit dem iPhone X geht das schon in Richtung Luxus-Produkt.“ Das könne auch ein Signal an die Konkurrenz sein, dass man sich an höhere Preise wagt. Aber, sagt Fassnacht: „Im Vergleich zu allen anderen Konkurrenten hat Apple ein extrem besseres Marken-Image aus Verbrauchersicht.“

Spott im Netz

Wird die Gesichtserkennung wirklich so gut funktionieren, wie Apple behauptet? Diese Frage stellen sich viele Nutzer bei Twitter. Klar, es gibt einige Situationen, in denen Gesichtserkennung vielleicht nicht mehr so wirklich funktioniert. Aber genauso ist es schließlich auch beim Fingerabdrucksensor. Mit etwas Fantasie fallen einem auch dort unzählige Szenarien ein, bei dem das Entsperren mit dem Finger vielleicht nicht mehr funktioniert! Auch über den Preis wird diskutiert. Das sind die Reaktionen auf Twitter: