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Stell Dir vor: Du beobachtest einen Unfall und willst Hilfe rufen, dir fällt aber nicht die richtige Nummer ein. Das ist in Deutschland leider ganz normal. Laut Umfragen wissen weniger als 20 Prozent der Befragten zwischen Konstanz und Kiel die Nummer der Rettungsdienste. Die Nummer für den Notruf ist, egal ob auf dem Festnetz oder Handy: eins, eins, zwei.

Notrufe funktionieren immer – über alle Netze!

Notarzt112; Foto: dpa/picture-alliance
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Wer diese Nummer wählt, wird so schnell wie technisch möglich mit der Leitzentrale des Rettungsdienstes verbunden. Das klappt in 27 europäischen Ländern. Der Ruf geht durch, unabhängig davon welches Netz der Handybesitzer hat. Es wird immer der schnellste Weg gesucht – über alle Netze. Es können sogar Gespräche unterbrochen werden, damit ein 112-Ruf schneller durchkommt.

Retter bekommen per Handy wichtige Infos noch schneller

Knapp ein Jahrzehnt nach dieser Modernisierung, gibt es immer mehr kostenlose Möglichkeiten, im Notfall auf jedem Handy Hilfe zu rufen und somit Leben zu retten. Sowohl auf Android, als auch auf den iOS-Geräten, gibt es für den angemeldeten Nutzer einen Notfallpass. Dieser Notfallpass ist eine digitale Notiz für Ersthelfer oder Krankenhauspersonal. Darin hinterlegt sind wichtige Informationen. Zum Beispiel: Wer soll im Notfall kontaktiert werden, wenn wir uns nicht mehr mitteilen können.

Ersthelfer brauchen keinen Entsperrungscode für's Handy

Um an die Infos zu kommen, brauchen die Helfer nur das Handy. Ein Sperrmuster oder eine PIN ist nicht nötig. Bevor diese Sicherheitsüberprüfungen eingegeben werden können, erscheint im Display die Notfall-Option. Genau da ist auch der Notfallpass.

Drei Tricks für den Notruf auf dem Handy

1. Infos zur Gesundheit und zu Krankheiten im Notfall

Es können eine Menge medizinischer Daten eingegeben werden, was je nach Person, Alter und Krankheiten oft auch notwendig ist. Nützlich für jeden Handybesitzer ist es, Notfallkontakte in den Pass einzutragen. Im Falle eines Notrufs werden die ausgewählten Personen – zum Beispiel der Partner oder auch ein spezieller Arzt – automatisch mit verständigt. Ein mit den Basisdaten ausgefüllter Notfallpass kann zusätzlich noch den Aufenthaltsort weitergeben. 

2. Vorsicht mit zu viel privaten Details in Apps

Sanitäter; Foto: dpa/picture-alliance
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Medizinische Daten online zu stellen, wird seit vielen Jahren versucht und die meisten Apps entsprechen nach wie vor nicht den strengen deutschen Gesundheitsschutzgesetzen. Der Google-Konzern hat schon vor zehn Jahren versucht, seinen Usern eine medizinische Akte online schmackhaft zu machen.

2012 wurde der Service eingestellt. Apple hat für das nächste Update auch einen Ausbau der Health App angekündigt. Auch das sehen Datenschützer nach wie vor skeptisch. Mehr Sicherheit im Notfall bietet also: Die Notrufnummer! In ganz Europa ist das die 112. Und wer seine wichtigsten medizinischen Daten auch ohne Smartphone immer griffbereit haben möchte, für den hat sich in der Vergangenheit die medizinische Hundemarke (Internetsuche: DogTag eingeben) bewährt. Nicht nur für den Hund.

3. Noch bessere Hilfe per Handy in der Zukunft

Forscher der TU Darmstadt arbeiten aktuell an einer App, die auch kommunizieren kann, wenn es kein Telefonnetz und keinen Storm gibt. Smarter heißt die Notfall-App. Die soll Menschen in Extremsituationen helfen. Bei Hochwasser zum Beispiel, oder wenn man sich im Wald verlaufen hat.

  • Bei neueren Apple-Handys kannst Du den Pass einfach in der Health-App speichern. Die ist von Anfang an drauf.
  • Bei neueren Android-Modellen können die Infos unter Kontakte beim eigenen Profil hinterlegt werden.
  • Wer noch ein älteres Handy hat, kann eine spezielle App runterladen.