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Der Messenger-Service WhatsApp soll immer mehr von Firmen, Verwaltungen und jetzt auch in Arztpraxen genutzt werden können. WhatsApp als Informationszentrale für Arzt und Patient kommt allerdings nicht überall gut an.

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WhatsApp Krankgeschrieben per WhatsApp

Dauer

Genesung ist wichtiger als Papierkram

Wer sich mit einer satten Erkältung schon mal zum Arzt geschleppt hat, findet dieses neue Angebot im Netz sicher reizvoll. Statt dem berühmten gelben Zettel nachzulaufen, ist es möglich per WhatsApp einen AU-Schein (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) direkt aufs Smartphone zu bekommen. Ein Jurist aus Hamburg hat die Möglichkeit zusammen mit einer Tele-Ärztin konzipiert und sie jetzt im Netz verfügbar gemacht.

Was, wenn es mehr ist als eine Erkältung

Gelber_Schein; Foto: dpa/picture-alliance

Noch gelb und gedruckt, bald vielleicht nur noch online?

dpa/picture-alliance

Mal davon abgesehen, dass bei einer Krankschreibung wegen Erkältung auch 9 Euro Gebühren anfallen, kritisieren Ärztekammern den digitalen Weg als zu oberflächlich. Der Firmengründer hält dagegen, dass das Angebot sich nur auf Erkältungskrankheiten fokussiere und hier sei eine Diagnose möglich.

Die Bundesärztekammer hatte nach zahlreichen Pilotprojekten unter anderem in Baden-Württemberg die Möglichkeiten der Fernbehandlung erweitert. Im Auftrag der Landesärztekammer haben Ärzte, auch ihnen unbekannte Patienten, erfolgreich online beraten. Den Service gibt es sowohl für gesetzlich, als auch Privatversicherte. Doch anders als beim WhatsApp-Chat, erfolgt der Termin bei Arzt hier per Video-Telefonat. Durch das neue Angebot wird wieder mehr über die Möglichkeiten der Telemedizin diskutiert. Hier unterscheiden wir uns deutlich von anderen Gesellschaften. In skandinavischen Ländern und den USA, ist die Diagnose per Video-Chat schon Alltag und auch Geschäftsmodell.

Autor
Kai Karsten
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SWR3