Autor
Rebecca Rodrian
SWR3-Moderatorin Rebecca Rodrian; Foto: SWR / Alina Schröder
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Online-Shopping macht mehr Spaß, wenn die Ware auch ankommt. Die Polizei warnt aber immer wieder vor einer Betrüger-Masche beim Bezahldienst Paypal. Wir zahlen und bekommen: nichts. Der Käufer wird aufgefordert, unbedingt die Familie-und-Freunde-Option zu wählen. Warum wir das unbedingt lassen sollten.

Wir haben bei Judith Gerhards von der Verbraucherzentrale Rheinland Pfalz nachgefragt. An sich klingt die Familie-und-Freunde-Aktion ja super, hat aber ein Problem:

Kein Käuferschutz bei Familie und Freunde

„Das Perfide an der Option ist: sie trägt den Namen Paypal und damit wähnt man sich als Verbraucher auf der sicheren Seite. Wenn ich aber die Bezahloption an Familie und Freunde auswähle, habe ich gerade nicht den Käuferschutz. Ich kann eben nicht, wenn die Ware nicht ankommt, bei Paypal ein Verfahren starten und reklamieren, dass die Ware nicht angekommen ist und mein Geld wieder zurück holen, sondern: einmal versendet, unwiderruflich weg.“

Worauf sollte man achten?

Es heißt Familie und Freunde, weil es genau für so etwas gedacht ist: Dass ich weiß, wer mein Gegenüber ist und diesem auch völlig vertraue. In dem Moment, wo das nicht so ist, wie eben bei einem Kauf über das Internet, sollte ich davon ganz klar die Finger lassen. So warnt Gerhards davor:

Wenn jemand ungewöhnliche Zahlungswünsche hat, sollte man eigentlich immer hellhörig werden und sich ganz genau informieren, was möchte der da eigentlich von mir. Meistens geht es darum, Verbraucher übers Ohr zu hauen und auf Zahlungswege umzuleiten, die man später nicht mehr rückgängig machen kann.

Tipps fürs Bezahlen im Internet

„Immer dann, wenn ich das Geld wieder zurückholen kann, bin ich eigentlich auf der sicheren Seite“, sagt Gerhards. Das heißt: Keine Vorkasse, nicht vorab überweisen, keine Instant-Überweisungen, die ich nicht mehr rückgängig machen kann. Lieber über Paypal-Käuferschutz oder über ähnliche Käuferschutz-Mechanismen im Internet einkaufen. Diese schützen einen davor, falls die Ware nicht ankommen sollte. Eventuell fallen dabei Gebühren an, die in der Regel der Verkäufer übernimmt.

Noch besser ist es natürlich, wenn ich die Ware erstmal in Empfang nehmen kann, sehen kann, ob sie so ist, wie sie sein soll, und dann erst bezahlen muss oder eine hinterlegte Zahlung dann erst frei gebe.

Grundsätzlich gilt: Man sollte im Internet immer misstrauisch bleiben, weil man ja nie weiß, wer einem wirklich gegenüber sitzt. „Es ist leicht andere über die Identität und die Absichten zu täuschen“, so Gerhards. „Besser ist es, ein bisschen vorsichtiger sein.“

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Rebecca Rodrian
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SWR3