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Holly Farken-Weber
Holly Farken-Weber; Foto: SWR3
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Die beste Kamera ist bekanntlich die, die man immer dabei hat. Drehen, schneiden, bearbeiten – das geht alles direkt auf dem Smartphone. SWR3-Onliner Holly Farken-Weber erklärt, wie die besten Handyvideos gelingen – egal ob mit Android oder iphone.

So bereitet ihr euer Handyvideo optimal vor

  • Vor dem Bearbeiten benötigt ihr zunächst natürlich Videomaterial und das kann ganz einfach mit dem Smartphone aufgenommen werden. Bevor ihr loslegt, gibt es aber einige Sachen zu beachten:
  • Das Handy sollte leistungsfähig genug sein, die Filme ruckelfrei aufzunehmen und auch abzuspielen.
  • Wenn möglich solltet ihr in den Einstellungen für die Videoaufnahme die höchstmögliche Auflösung wählen.
  • Viele Geräte haben einen Bildstabilisator. Dieser sollte in jedem Fall aktiviert sein.
  • Auch dafür gibt es Apps, die erweiterte Kameraeinstellungen möglich machen. Beispielsweise ProCam 4 für das iPhone oder Open Camera für Android-Smartphones.
  • Zudem benötigen Videos einiges an Speicherplatz. Dieser sollte auf dem Handy freigeräumt werden, eine zusätzliche (schnelle) Speicherkarte ist kein Muss, aber sicher empfehlenswert.

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So werden die Handyvideos noch besser

Zur Verbesserung der Qualität gibt es Gadgets und Zubehör, das durchaus sinnvoll sein kann. Die Charakteristik des Handymikrofons ist meist auf Sprache ausgelegt und kann durch ein externes (Aufsteck-)Mikrofon erweitert werden. Reicht das Licht nicht aus, hilft beispielsweise eine zusätzliche Mini-LED-Leuchte. Für spezielle Perspektiven gibt es Click-On-Objektive mit Fischaugen-, Makro- oder Weitwinkeleffekt. Ein Selfie-Stick oder Stativ sind sinnvolle Hilfsmittel für ein ruhigeres Bild. Dieses wird auch wackelfreier, wenn ihr eine Kordel am Handy befestigt, am anderen Ende den Fuß draufstellt und das Handy »auf Zug« haltet. Den Einsatz des Digitalzooms solltet ihr beim Filmen nicht nutzen, er verpixelt das Bild. Um störende Anrufe oder Nachrichten während des Drehs zu vermeiden aktiviert ihr am besten den Flugmodus und dann – ganz wichtig – das Smartphone quer halten und losfilmen. Den Fernseher später dann um 90 Grad zu drehen ist eher umständlich.

So filmst du am besten mit der Kamera

Spontan alles zu filmen, was euch vor die Linse kommt, ist eine Möglichkeit. Besser ist es aber, vorab zu überlegen, was, wie und wo gedreht werden soll. So könnt ihr euch auch Gedanken machen, ob und was für einen Text ihr haben wollt, ob ihr Interviewfragen braucht, was das Video zeigen soll und wie es umgesetzt wird.

Eure Geschichte sollte so kurz wie möglich werden und alles Wesentliche abbilden. Ellenlange Videos in denen nichts passiert schaut ihr euch wahrscheinlich im Nachhinein selbst nicht gerne an. Und: Je präziser und fehlerfreier ihr die Clips filmt, desto weniger Aufwand habt ihr dann auch beim Nachbearbeiten ...

Nachbearbeitung: Schnitt, Ton und fertig

Sind eure Szenen im Kasten, geht es daran, den Film zu produzieren. Bei Android ist das ganz einfach mit der mitgelieferten Google-Foto-App möglich: Im Menü Assistent wählen, dann Film klicken, Fotos und/oder Videos auswählen, Video erstellen, fertig. Auch auf dem iPhone könnt ihr mit der vorinstallierten Foto-App eure Videos rudimentär bearbeiten und abspeichern. Wenn es ein wenig schöner und professioneller werden soll, müsst ihr auf Apps zurückgreifen, die es mittlerweile überall in den Stores gibt.

Der Funktionsumfang reicht vom einfachen Schneiden der Clips bis hin zu Übergängen mit Schrift-, Grafik- und Spezialeffekten und aufwendiger Vertonung. Viele Programme gibt es kostenlos oder als eingeschränkte Testversionen, andere auch als Abo. Hier gilt: Erst probieren und ausgiebig testen und dann erst kaufen.

Apps für smarte Regisseure

Beliebte Apps für das iPhone sind iMovie oder für den professionelleren Bereich Pinnacle Studio Pro.

Für Android-Smartphones ist beispielsweise Androvid Pro für den mehr oder weniger unerfahrenen Video-bearbeiter zu empfehlen, für Profis eignet sich die recht teure Variante KineMaster beziehungsweise das etwas günstigere Programm Power Director.

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt Magisto: Habt ihr eure Clips und Musik auf den Magisto-Server geladen, kümmert sich der Dienst um den Rest und schneidet ein Video mit Übergängen passend zur Musik.

Apropos Hintergrundmusik: Unterlegt ihr euren Film mit eurem aktuellen Lieblingssong und veröffentlicht das Ganze zum Beispiel auf Youtube, wird das Video sehr schnell verschwunden sein, weil ihr die Nutzungsrechte an der Musik besitzen müsst. Dazu gibt es spezielle Webseiten, die Musik zur Lizensierung anbieten, z.B. die YouTube Audio-Bibliothek, Jamendo oder Hartwigmedia.

Hier zeigen wir euch, wie ihr am besten Bilder vom Handy bearbeiten könnt

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Holly Farken-Weber
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