Trojaner, Viren, Malware: Auch auf dem Smartphone kann sich Schadsoftware einschleichen. Mit diesen Tipps und Programmen macht ihr euer Handy sicherer.

Auf dem PC sind Virenschutzprogramme längst etabliert. Smartphones nehmen einen immer größeren Bereich in unserem Leben ein und sind auch kleine Computer, auf denen wir mitunter auch sehr sensible Daten durch die Gegend tragen. Klar, dass das auch interessant ist für Hacker – Viren und Malware gibt es auch für Smartphones, aber wie schützt man sich am besten? SWR3-Onliner Holly Farken erklärt euch, wie euer Handy sauber bleibt und ob Virenschutzprogramme fürs Smartphone nötig sind und was sie taugen.

Welche Virensoftware für mein Smartphone?

Die Erkennungsrate von Anti-Viren-Programmen ist immer nur so gut wie die Aktualität der dahinterliegenden Schadsoftware-Datenbank. Die gute Nachricht ist: Das Institut AV Test testet regelmäßig Antivirus-Programme. Und die meisten Anti-Viren- oder -Malware-Programme sind auch überwiegend gut. Sowohl kostenpflichtige als auch kostenfreie Lösungen finden sich auf Spitzenpositionen im Ranking.

Ein zusätzlicher Anreiz, sich doch eine solche Software zu zulegen ist auch, dass diese meist in einem Paket daher kommt, welches neben der Viren-/Malware-Erkennung noch andere nützliche Features enthält. Das sind z.B. Diebstahlschutz, Jugendschutzfilter, Rufnummernblockierung, Nachrichtenfilter, Schutz vor bösartigen Webseiten, Cloud-Backup und Datenverschlüsselung.

Fazit: Für ein wenig höheren Batterieverbrauch bekommt man etwas mehr Sicherheit und noch praktische und sinnvolle Zusatzfunktionen – das geht in Ordnung. 

So machst du dein Android-Gerät sicher

Lädt man seine Apps nur über den offiziellen Google Playstore herunter, ist man schon relativ sicher. Allerdings durchlaufen die Apps dort keine manuelle Prüfung, es kann sich also schon mal schadhafte Software einschleichen (die dann erst bei Bekanntwerden aus dem Store entfernt wird). Tipp: Nicht immer zu den Ersten gehören, die eine neue App installieren. Lieber erstmal etwas Zeit und ein paar Nutzermeinungen abwarten.

Sämtliche Apps unter Android laufen in einer geschützten und isolierten Umgebung, einer so genannten „Sandbox“. Somit haben sie nur wenige Möglichkeiten, selbstständig in das System einzugreifen. Richtige Viren gibt es unter Android eigentlich auch nicht, wohl aber „Malware“, das ist Schadsoftware, die unerwünschte Funktionen ausführt. Das könnte z.B. das Versenden von kostenpflichtigen SMS sein, was ihr im Falle eines Falles dann wahrscheinlich erst auf der Handyrechnung entdeckt.

Problem: Antiviren-Apps unterliegen den gleichen Regeln wie alle anderen Apps auch, sie laufen also auch in einer Sandbox. Das hat zur Folge, dass sie Viren- oder Schadsoftware zwar erkennen, aber nicht entfernen können. Das musst du im Notfall also selbst machen.

So machst du dein Apple-Gerät sicher

Im Frühjahr 2015 entfernte Apple die Kategorie „Anti-Virus und Anti-Malware“ aus seinem App-Store. Und wenn ihr euer Gerät nicht gejailbreakt (sozusagen ein Hack des eigenen iPhones, mit dem u.a. die Sperre auf das Dateisystem des Betriebssystem aufgehoben wird), braucht ihr euch auch eigentlich keine Sorgen machen.

Denn Apps können nur aus dem offiziellen Apple-App-Store heruntergeladen und installiert werden, jegliche Software wird von Apple geprüft bevor sie angeboten wird. Hinzu kommt, dass euer iDevice über eine geschlossene Umgebung mit verstecktem Dateisystem verfügt, das Betriebssystem ist also grundsätzlich vor Viren geschützt. Und Hacker haben es genauso schwer.

Diese Tipps dürften für Apple-Nutzer trotzdem relevant sein:

Sicherheitstipps fürs Smartphone

  • Apps immer nur aus dem offiziellen App-Store beziehen.
  • Vor der Installation von Apps Nutzerbewertungen lesen und die „App-Berechtigungen“ prüfen (Braucht eine Taschenlampen-App wirklich Internetzugriff?).
  • In den Android-Sicherheitseinstellungen den Punkt „Unbekannte Quellen“ deaktivieren.
  • Updates der Hersteller immer zeitnah installieren.
  • Kostenpflichtige SMS-Dienste beim Mobilfunk-Provider sperren lassen (Drittanbietersperre).
  • Das Smartphone mit PIN, Passwort oder Fingerabdrucksensor schützen (Muster sind schlecht, sie lassen sich auf dem Display erahnen, auch wenn ihr keine Fettfinger habt).
  • Das Smartphone nie unbeaufsichtigt herumliegen lassen.
  • Automatisches Sperren im Ruhezustand einrichten.
  • Gebrauchtes Gerät gekauft? Immer erst auf Werkseinstellungen zurücksetzen, ihr könnt nie wissen, was der Vorbesitzer gemacht hat.
  • Android-Nutzer: (Kostenlose) Virenschutz-Software installieren und gleich noch ein paar nette Features wie Diebstahlschutz, Handyortung und vieles mehr mitnehmen.
  • Wer sein Smartphone „jailbreakt“ oder „rootet“, sollte auf einen entsprechenden Schutz nicht verzichten und/oder sich sicher sein, was er tut.