Stand:

Wer gutes Handynetz will, muss zum teuersten Anbieter? Nicht unbedingt! In einer Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität kam jetzt heraus, dass die Discounter im Test häufig vor den Mobilfunk-Riesen lagen. Mit unseren Tipps findet ihr ein gutes Netz für wenig Geld.

ICE-Zug; Foto: dpa

Wer viel mit der Bahn unterwegs ist, sollte nicht auf Telekom-Netz zurückgreifen – das ist dort nämlich besonders schlecht.

dpa

Die Telekom ist der teuerste Netzanbieter auf dem Markt. Das Netz ist aber tatsächlich oft besser als bei den Konkurrenten E-Plus oder O2. Das hat ein Test der Zeitschrift Connect gezeigt: Zum siebten Mal in Folge ist die Telekom auf Platz eins. Platz 2 geht an Vodafone – weit dahinter rangiert O2, die Telefonica. Beim Netz in der Bahn ist die Telekom hingegen besonders schlecht, da liegt Vodafone vorne. Andere Fachzeitschriften wie Chip sind bei Tests bereits zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Aber kann ich ein gutes Netz kriegen und trotzdem wenig Geld zahlen für einen günstigen Vertrag? Klar! Es gibt auch Alternativen: Billiganbieter, die auf das Netz der Telekom zugreifen und trotzdem um einiges günstiger sind.

Gutes Netz für wenig Geld

  1. Congstar ist eine Tochtergesellschaft der Telekom Deutschland. Daher arbeitet Congstar auch mit diesem Netz. Wer es besonders günstig haben will, der kriegt auch eine Prepaid-Karte bei diesem Anbieter.
  2. Ebenfalls zu Congstar gehört das Mobilfunkangebot der Rewe-Gruppe Ja!mobil. Ebenfalls Telekom-Netz, ebenfalls Prepaid-Option.
  3. Lidl Connect geht über Vodafone, den zweitplatzierten Netzanbieter im Test. Prepaid-Option: Check.
  4. Bei 1&1 kann sich der Nutzer entscheiden: E-Plus-Netz oder Vodafone? Eine Prepaid-Option gibt's nicht.

Trotzdem genau hinschauen: LTE unterstützen die meisten Billiganbieter nicht. Wer damit zufrieden ist, kann hier aber sparen. Tipps, wie ihr beim Smartphone-Kauf sparen könnt, haben wir euch hier zusammengefasst.

SWR3-Technikexperte Josh Kochhann erklärt uns in den SWR3 Topthemen am Mittag, warum es die Telefonica trotz Fusion mit E-Plus nicht geschafft hat, besser zu werden.

SWR3-Audio: Beitrag anhören; Foto: SWR3.de
1:47

SWR3 Topthemen am Mittag

Warum o2 immer noch das schlechteste Netz hat

Mir scheint es so, dass seit dem Zusammenschluss mit E-plus die größten Probleme kamen. Klar – damals wurden teilweise doppelte Mobilfunkantennen abgebaut, dafür aber keine oder nur wenig neue Mobilfunkanlagen errichtet.

Und über einen Punkt muss man sich auch im Klaren sein: O2 ist zwar der größte Anbieter nach Kundenzahlen – aber diese Kunden zahlen bei weitem nicht so viel im Monat wie etwa bei der Telekom oder Vodafone. Auch viele Mobilfunkdiscounter funken im Netz von O2, daran verdienen die logischerweise auch nicht so viel.

Und dadurch macht der Konzern im Vergleich natürlich nicht die großen Gewinne, um damit das Mobilfunknetz auszubauen. Wer also wenig für Mobilfunk bezahlt, der bekommt auch ein deutlich schlechteres Netz.

Bedeutet das für uns Kunden jetzt automatisch: Wer unzufrieden mit seinem Netz ist, muss zum Testsieger wechseln?

Nein – das hängt ja immer sehr mit den individuellen Bedürfnissen zusammen. Prinzipiell sollte ich in meinem Bekanntenkreis mal rumfragen, wer wo welche Erfahrungen mit den unterschiedlichen Mobilfunknetzen gemacht hat. Wichtig wäre mir z.B. die Netzabdeckung an meinem Wohnort und dem Ort wo ich arbeite. Das kann man im Internet leicht herausfinden.

Wer seinen Vertrag kündigen will, muss sich an die Frist halten. Eine Gesetzesänderung macht das leichter: Die Frist muss auf der Rechnung stehen. Also, einfach drauf gucken!

Neben Deutschland wurde beim Connect-Netztest auch der Mobilfunk in der Schweiz und Österreich untersucht. Das Ergebnis: Unsere Nachbarn haben teilweise deutlich bessere Netze. Woran liegt's?

Reise-Apps im Check; Foto: Fotolia

In der Schweiz und in Österreich ist das Netz oftmals besser als in Deutschland.

Fotolia

Beide Länder sind natürlich flächenmäßig deutlich kleiner, das heißt: Weniger Sendestandorte und die Mobilfunkbetreiber erreichen mit einer Antenne im Schnitt aber mehr Menschen. Und dann gibt es noch ein paar landestypische Besonderheiten: In der Schweiz muss ich als Kunde wesentlich mehr für Mobilfunk ausgeben.

Und in Österreich ist Mobilfunk fast günstiger als in Deutschland – dafür spielt das Festnetz nur noch eine untergeordnete Rolle – auch in Sachen Daten. Vieles wird da über Mobilfunk gemacht. Mehr Kunden bedeutet natürlich: Höhere Gewinne. Dadurch haben die Netzbetreiber in der Schweiz und Österreich einfach mehr Geld für den Ausbau.