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Internet-Anbieter liefern weiterhin ihren Kunden oft nicht die vereinbarte Datengeschwindigkeit. Das hat die Bundesnetzagentur erneut kritisiert, die seit drei Jahren die Geschwindigkeiten im Netz misst. Hier kannst du testen, wie die Netzabdeckung bei dir zu Hause ist und wir geben dir Tipps für die Wahl des Anbieters.

Die Telekom bleibt der teuerste Netzanbieter auf dem Markt. Das Netz ist aber tatsächlich oft besser als bei den Konkurrenten E-Plus oder O2. Das hat unter anderem ein Test der Zeitschrift Connect gezeigt: Zum achten Mal in Folge kam die Telekom im Test von 2019 auf den ersten Platz im Ranking. Platz 2 ging an Vodafone, auch das ist konstant zum Vorjahrestest. Weit dahinter rangierte O2, die Telefonica.

Beim Netz in der Bahn war die Telekom hingegen besonders schlecht, da lag Vodafone vorne. Insgesamt schreiben die Tester: „Schlichtweg traurig sind die Ergebnisse unserer Tests in der Bahn.“ Andere Fachzeitschriften wie Chip sind bei wiederholten Tests bereits zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Eine gute Alternative können aber Discounter-Tarife sein, wie die Stiftung Warentest aufschlüsselt.

Kann ich also ein gutes Netz kriegen und trotzdem wenig Geld zahlen für einen günstigen Vertrag? Klar! Es gibt auch Alternativen: Billiganbieter, die auf das Netz der Telekom zugreifen und trotzdem um einiges günstiger sind.

Gutes Netz für wenig Geld

  1. Congstar ist eine Tochtergesellschaft der Telekom Deutschland. Daher arbeitet Congstar auch mit diesem Netz. Wer es besonders günstig haben will, der kriegt auch eine Prepaid-Karte bei diesem Anbieter.
  2. Ebenfalls zu Congstar gehört das Mobilfunkangebot der Rewe-Gruppe Ja!mobil. Ebenfalls Telekom-Netz, ebenfalls Prepaid-Option.
  3. Lidl Connect geht über Vodafone, den zweitplatzierten Netzanbieter im Test. Prepaid-Option: Check.
  4. Bei 1&1 kann sich der Nutzer entscheiden: E-Plus-Netz oder Vodafone? Eine Prepaid-Option gibt's nicht.

Trotzdem genau hinschauen: LTE unterstützen die meisten Billiganbieter nicht. Wer damit zufrieden ist, kann hier aber sparen. Tipps, wie ihr beim Smartphone-Kauf sparen könnt, haben wir euch hier zusammengefasst.

SWR3-Technikexperte Josh Kochhann erklärt, warum es die Telefonica trotz Fusion mit E-Plus nicht geschafft hat, besser zu werden.

SWR3-Audio: Beitrag anhören; Foto: SWR3.de

SWR3 Topthemen am Mittag Warum o2 immer noch das schlechteste Netz hat

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Josh Kochhann: Mir scheint es so, dass seit dem Zusammenschluss mit E-plus die größten Probleme kamen. Klar – damals wurden teilweise doppelte Mobilfunkantennen abgebaut, dafür aber keine oder nur wenig neue Mobilfunkanlagen errichtet.

Und über einen Punkt muss man sich auch im Klaren sein: O2 ist zwar der größte Anbieter nach Kundenzahlen – aber diese Kunden zahlen bei weitem nicht so viel im Monat wie etwa bei der Telekom oder Vodafone. Auch viele Mobilfunkdiscounter funken im Netz von O2, daran verdienen die logischerweise auch nicht so viel.

Und dadurch macht der Konzern im Vergleich natürlich nicht die großen Gewinne, um damit das Mobilfunknetz auszubauen. Wer also wenig für Mobilfunk bezahlt, der bekommt auch ein deutlich schlechteres Netz.

Bedeutet das für uns Kunden jetzt automatisch: Wer unzufrieden mit seinem Netz ist, muss zum Testsieger wechseln?

Josh Kochhann: Nein – das hängt ja immer sehr mit den individuellen Bedürfnissen zusammen. Prinzipiell sollte ich in meinem Bekanntenkreis mal rumfragen, wer wo welche Erfahrungen mit den unterschiedlichen Mobilfunknetzen gemacht hat. Wichtig wäre mir z.B. die Netzabdeckung an meinem Wohnort und dem Ort wo ich arbeite:

Hier testen, wie schnell gut das Netz bei dir ist.

Josh Kochhann: Wer seinen Vertrag kündigen will, muss sich an die Frist halten. Eine Gesetzesänderung macht das leichter: Die Frist muss auf der Rechnung stehen. Also, einfach drauf gucken!

Neben Deutschland wurde beim Connect-Netztest auch der Mobilfunk in der Schweiz und Österreich untersucht. Das Ergebnis: Unsere Nachbarn haben teilweise deutlich bessere Netze. Woran liegt's?

Josh Kochhann: Beide Länder sind natürlich flächenmäßig deutlich kleiner, das heißt: Weniger Sendestandorte und die Mobilfunkbetreiber erreichen mit einer Antenne im Schnitt aber mehr Menschen. Und dann gibt es noch ein paar landestypische Besonderheiten: In der Schweiz muss ich als Kunde wesentlich mehr für Mobilfunk ausgeben.

Und in Österreich ist Mobilfunk günstiger als in Deutschland – dafür spielt das Festnetz nur noch eine untergeordnete Rolle – auch in Sachen Daten. Vieles wird da über Mobilfunk gemacht. Mehr Kunden bedeutet natürlich: Höhere Gewinne. Dadurch haben die Netzbetreiber in der Schweiz und Österreich einfach mehr Geld für den Ausbau.

In Österreich liegt das Leistungsniveau der Mobilfunknetze insgesamt höher als in Deutschland. Alle drei Betreiber erzielen ein „sehr gut“

connect, Mobilfunk-Test 2019