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Wer Lock Patterns zum Entsperren eines Smartphones verwendet, benutzt oft eine von nur wenigen Varianten der Wischmuster. Wir verraten euch, mit welchen Tricks ihr euer Handy sicherer macht.

Seien wir ehrlich: Wenn's ums Sperren und Entsperren unseres Handys geht, sind wir oft ganz schön faul! Sperrcodes wie 1234 oder 1111 sind immer noch beliebt und entsprechend unsicher.

Gute Wischmuster machen das Handy sicherer.; Foto: SWR3 / Alexander Winkler
SWR3 / Alexander Winkler

Die norwegische Informatikerin Marte Løge hat bei Android-Handys die „Lock Patterns“ untersucht, die sehr viele Leute nutzen, und rausgefunden: Die Wischmuster sind genauso vorhersehbar wie einfache PIN-Nummern oder Passwörter. Die Ergebnisse ihrer Studie hat sie auf der PasswordsCon in Las Vegas vorgestellt.

Keine Buchstaben im Lock Pattern!

Drei von vier Leuten fangen mit ihrem Wischmuster in einer der Ecken an, gerne vor allem oben links bei der „1“. Und weil man es sich gut merken kann, wischt jeder Zehnte zum Entsperren des Handys einen Buchstaben aufs Display – den vom eigenen Vornamen oder vom Kind womöglich. Also von der 1 runter eben mal ein „L“ oder ein „U“ wischen. Nicht besonders sicher!

So macht ihr euer Wischmuster sicher

  • Ein sicheres Entsperrmuster sollte mindestens 6 Punkte miteinander zu verbinden – Android lässt sogar bis zu 9 Verbindungspunkte zu. Es gilt: Je mehr Punkte, desto besser, weil die Zahl der möglichen Kombinationen mit jedem zusätzlichen Punkt viel höher wird – und so der Code schwerer zu erraten ist.
  • Noch besser: nicht in einer Ecke, sondern in der Mitte einer Reihe anfangen.
  • Komplexe Android Lock Patterns sind weniger durchschaubar; Foto: Marte Løge

    Komplexe Android Lock Patterns sind weniger durchschaubar.

    Marte Løge
    Wischrichtung zu verändern – zum Beispiel wie beim „Haus vom Nikolaus“ – oder bei einer Zahl zu starten und dann auf dem gleichen Weg wieder dahin zurück zu gehen.
  • In den Einstellungen die Funktion „Pattern sichtbar machen“ ausschalten – sonst leuchtet das Muster noch eine Weile auf dem Display nach. Das sieht vielleicht schön aus, aber ist auch für jemanden leicht zu erkennen, der gerade unbemerkt über die Schulter schaut.
  • Regelmäßig das Display saubermachen – wegen der Wischspuren!

PIN, Gesichtserkennung, Klopfzeichen – eure Alternativen

Wie bei allen Passwörtern gilt: Keine Zahlenreihen und auch nicht vier Mal die gleiche Zahl nehmen. Auch das Geburtsdatum ist keine sichere PIN. Außerdem: so viele Ziffern wie möglich in den PIN packen. Beim iPhone ist voreingestellt nur ein einfacher Code aus 4 Ziffern vorgesehen. Aber das lässt sich in den Einstellungen verändern, dort unter „Code“ den Punkt „Einfacher Code“ deaktivieren.

Aber beim iPhone ist es inzwischen so, dass sehr viele Nutzer bei den neuen Geräten den Fingerabdrucksensor zum Entsperren nutzen. Das ist praktisch und bisher noch sehr sicher. Auch die ersten Android-Handys haben die Funktion jetzt.

Außerdem ist die Android Gesichtserkennung inzwischen ziemlich gut. Dabei fotografiert man sich einmal – so dass das Handy einen danach „erkennen“ kann. Und dann lässt sich die Sperre ziemlich zuverlässig und schnell aufheben, ganz ohne Code oder wischen – sondern einfach nur mit einem Blick in die Kamera.

Es gibt auch Apps, die man zum Entsperren nutzen kann. Wer zum Beispiel Lust auf Klopfzeichen hat, kann sich da mit der richtigen App austoben.

(via Caschys Blog)